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Seit Anfang November geschlossen: das Hotel Bachmair am See an der Seestraße. Über Zukunftspläne herrscht Stillschweigen.

Mitarbeiter sitzen auf der Straße - und klagen

Eigentlich wird doch nur renoviert: Massen-Entlassungen bei Bachmair am See

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Gerade wird das ehemalige Luxushotel saniert. Während über die Zukunft des Hotels Bachmair am See im Geheimen verhandelt wird, kommt heraus: 70 Mitarbeiter wurden offenbar entlassen.

Rottach-Egern Im Hotel Bachmair am See in Rottach-Egern sind die Lichter ausgegangen. Es heißt, man wolle die Winterpause nutzen, um zu renovieren und umzubauen. Konkrete Pläne gibt es allerdings nicht – im Gegenteil: Man wolle zunächst ein neues, tragfähiges Konzept für das Bachmair ausarbeiten. Ein Schock für die Gäste, die Gemeinde und vor allem für die Mitarbeiter. Während sich die Geschäftsleitung bisher wortkarg zeigt, hat unsere Zeitung jetzt erfahren: 70 Mitarbeitern wurde offenbar gekündigt. Bisher hatte die Geschäftsleitung auf Nachfrage nur berichtet, dass es „ganz verschiedene Lösungen“ gegeben habe. Die einen hätten gekündigt, die anderen seien in Urlaub geschickt worden. Dass 70 Mitarbeiter entlassen wurden, davon war nicht die Rede.

Eine betroffene Mitarbeiterin, die namentlich nicht genannt werden will, weiß auch, dass Mitarbeiter in den Zwangsruhestand geschickt wurden, ohne einen Cent Abfindung zu bekommen. Sie selbst hat inzwischen rechtliche Schritte unternommen und berichtet auch, dass weitere Ex-Mitarbeiter Klage eingereicht hätten.

Soila Zenger, Pressesprecherin des Arbeitsgerichts München, bestätigt dies auf Nachfrage: „Im Herbst 2017“, so Zenger, „sind acht Klageverfahren gegen die Hotel Bachmair Betriebsgesellschaft mbH beim Amtsgericht München eingereicht worden.“ Die Güteverhandlungen hätten bereits stattgefunden, von den acht Verfahren seien vier bereits erledigt. Mit welchem Ausgang, könne sie nicht sagen.

Dass inzwischen gerichtliche Verfahren laufen, bestätigt auch der Rottacher Rechtsanwalt Martin Walch: Er wisse von betriebsbedingten Kündigungen und habe bereits einige Bachmair-Mitarbeiter rechtlich vertreten. Er wisse auch, dass verschiedene Bereiche in dem Hotel – etwa die Kosmetikabteilung – ganz geschlossen wurden und auch nicht wiedereröffnen sollen.

Über dem Hotel Bachmair am See, der einst glanzvollen Adresse in bester Lage und mit prominenter Gästeliste von Tina Turner bis Thomas Gottschalk, schwebt nun eine dunkle Wolke. Wie die Zukunft aussieht, ist ungewiss. Fest steht: Seit dem Tod von Karl Rauh im Jahr 2015, sind Karin Rauh-Bachmair und die Töchter Maximiliane Rauh und Sabine Herrmann die Erben. Lief es nicht mehr rund? Zuletzt gaben sich auch die Geschäftsführer die Klinke in die Hand: Im Januar war Peter Kahl, der auch im Hotel Das Tegernsee seine Spuren hinterlassen hatte, als Geschäftsführer bestellt worden, er schied im Juni wieder aus. Dann folgte Robert Schaller als Geschäftsführer. Laut Handelsregister verließ er nach nur einem Monat die Hotel Bachmair Betriebsgesellschaft mbH.

Im Rathaus verfolgt man die Vorgänge im Bachmair sehr genau, ist sogar in Gespräche involviert: „Ja, wir führen Gespräche auf vertraulicher Basis“, sagt Bürgermeister Christian Köck. Mehr dürfe er leider nicht sagen, man habe Stillschweigen vereinbart. So viel verrät er doch: Mit dem Bachmair werde es weitergehen. „Wir werden zwei schöne Objekte an der Seestraße kriegen“, sagt Köck und meint damit auch die Seeperle, wo dieser Tage der Abriss begonnen hat und wo der Neubau bevor steht. Die Seestraße sei mit gut geführten Häusern, gutem Einzelhandel und qualitätsvoller Gastronomie so gut aufgestellt, dass sie die jetzige Situation gut verkrafte. Was die Entlassungen betrifft, so sei das sicherlich schmerzhaft für jeden Einzelnen. Er sei überzeugt, dass auf eine sozialverträgliche Abwicklung geachtet werde. „Und gutes Personal“, glaubt Köck, „wird in der Hotellerie überall gesucht.“

gr

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