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Kraft- und gefühlvoll: Die Rottacher Band Hoamatbeat brachte die Zuschauer im Seeforum zum Jubeln – und die weiblichen Fans zum Kreischen. 

500 begeisterte Zuschauer aus allen Altersschichten

Eine Ode an die Heimat: Trovasur und Hoamatbeat im Seeforum

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Musikalischer Doppelpack mit Tiefgang: Das Konzert der Rottacher „Boybands“ Trovasur und Hoamatbeat im Seeforum war der umjubelte Beweis, wie sehr Musik verbindet.

Rottach-Egern – Die Kultur und Kulturschaffenden im Tegernseer Tal zu fördern, hat sich der Kunst- und Kulturverein Rottach-Egern seit jeher auf die Fahnen geschrieben. Der neue Vorstand um Barbara Winkler und Georg Höss hat sich aber mehr noch zum Ziel gesetzt: Aus den vielen überregional bekannten Tal-Künstlern sowie den hiesigen Kunstfreunden eine Gemeinschaft zu formen. Insofern war das Vatertagskonzert mit Trovasur, die ihr 20. Bandjubiläum feierten, und den Rottacher Newcomern Hoamatbeat durchaus ein Wagnis.

Dennoch fanden sich im Seeforum satte 500 Zuschauer ein, die als Publikum nicht inhomogener hätten sein können: von Kindern, Teenies bis Senioren, von Tracht tragenden Einheimischen bis Damen im Abendkleidchen, von Lederhose bis Fetzenjeans, vom Edel-Shirt mit Polo-Spieler bis zur Nietenjacke. Das ganze Tal schien auf den Beinen zu sein. Bei dem Andrang war es eine gute Idee, den Saal so zu bestuhlen, dass sich die langjährigen Anhänger des Kunst- und Kulturvereins vorne und in zwei Flanken von Stuhlreihen setzen konnten, während die jüngeren Fans mittig in einem Block standen und tanzten.

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Als Hoamatbeat mit Florian Stecher (Gesang und Gitarre), Florian (Trompete) und Sebastian Kölbl (Kontrabass) sowie Stephan Stacheter (Keyboard) in Bairisch ihre kraft- und gleichzeitig gefühlvollen Songs präsentierten, applaudierten die einen, während die anderen jubelten beziehungsweise die weiblichen Fans kreischten. Hoamatbeat umwehte dieselbe Ausstrahlung wie einst die Jungs von Trovasur. Mit ihrer konzentrierten Bühnenpräsenz umgarnten die Rottacher das Publikum ebenso wie mit dem Mut so frei über Gefühle zu singen.

In die Herzen der Zuschauer spielten sie sich mit „Dahoam“, eine Folk-Rock-Ode an die Heimat, an das Tegernseer Tal, die alle Anwesenden so wohl unterschreiben würden. Mit der Vorgeschichte ihrer Entstehung als Heimatband auf einer Südamerikareise, die auf Kuba endete, unterstrichen sie nicht nur die Worte von Barabara Winkler, die betont hatte, dass man manchmal in die Ferne gehen müsse, um das Heimatgefühl wieder zu entdecken, sondern leiteten auch zu den Herren von Trovasur und ihrem Son Cubano über.

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Georg Höss (Gitarre, Tres und Gesang), Markus Aldenhoven (Gitarre und Gesang), Andreas Erlacher (Akkordeon), Matthias Erhardt (Percussion), Sebastian Erhardt (Guitarrón), Klaus Miller (Zither, Percussion und Gesang) und Raúl Piminchumo (Percussion, Gitarre und Gesang) feierten ihr Jubiläum mit (Selbst-) Ironie und sattem Sound. Immer wieder übersetzte Höss die Liedtexte und macht deutlich, wie emotional der kubanische Mann, das Spanisch und die kubanische Musik sind. Aber auch, dass sie mit ihrem eigenen musikalischen Werdegang nachsichtig und entspannt umgingen. Ihre Fans, die die Sieben noch aus ihren Sturm- und Drang-Zeiten kannten, lachten und applaudierten euphorisch ob dieser altersmilden Einsichten, die eben auch am anderen Ende des Bogens lagen, den Hoamatbeat begonnen hatte zu spannen.

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