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Der neue Pfarrsaal ist unter Dach. 

900.000 Euro Mehrkosten 

Einweihung von Rottacher Pfarrhof erst im Advent

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Der historische Pfarrhof Egern soll ein Schmuckstück werden. Das hat seinen Preis: Sanierung und Anbau verschlingen 4,4 Millionen Euro, 900.000 Euro mehr als kalkuliert. Die Einweihung ist im Advent geplant.

Rottach-Egern Vor dem großen Schneefall hat der Anbau für den Pfarrsaal noch sein Dach bekommen. „Zum Glück“, meint Pfarrer Walter Waldschütz. Trotz Schnee und Kälte muss die Baustelle jetzt nicht ruhen. Die Sanierung des denkmalgeschützten Altbaus geht gut voran, ebenso die Arbeiten am Pfarrsaal-Neubau gleich daneben. 100 Gäste sollen darin Platz finden. Einen solchen Saal wünscht sich die Pfarrei schon lange

„Es wird sehr schön, aber auch funktional“, sagt der Monsignore. Erst vor Kurzem haben die Verantwortlichen bei einem Jour fixe die neuen Böden für den Pfarrhof ausgesucht. Wie alles, ist dies in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde erfolgt. Die Historie ist hoch zu schätzen, macht den Bau aber auch sehr teuer.

Wie berichtet, wurde im Sommer 2018 klar, dass die veranschlagte Summe von 3, 5 Millionen Euro nicht reicht. Das Ergebnis der neuen Kalkulation zeigt: Die Mehrkosten belaufen sich auf 900 000 Euro. Ein Betrag, der Waldschütz zunächst schockiert hat: „Davon kann man ja ein Haus bauen.“ Letztlich führt an der Investition kein Weg vorbei. Das Ordinariat habe den Nachantrag zur Kostenübernahme inzwischen auch bewilligt, berichtet Waldschütz. Zu tun ist noch viel. Das geschichtsträchtige Gebäude wird von Grund auf saniert. „Allein schon der Speicher ist so wunderbar“, schwärmt Waldschütz von dem Pfarrhof, der von alten Flickschustereien befreit wird. Demnächst werde das Team die Möbel aussuchen.

Im historischen Altbau werden das Pfarrbüro, diverse Gruppenräume und ein Archiv ihren Platz finden. Viel Platz für Veranstaltungen bietet der neue Pfarrsaal, dessen Bau ein lang gehegter Wunsch war. Für die Einweihung ist ein Termin gesetzt: Zum Advent 2019 sollen Pfarrhof und Saal zur Verfügung stehen. Ein guter Zeitpunkt, wie Waldschütz findet: „Der Advent ist der Beginn des Kirchenjahrs.“

Ursprünglich hatte die Pfarrei gehofft, den Pfarrhof Weihnachten 2018 beziehen zu können. Aber es gab immer wieder Verzögerungen. Zuerst nahm die Planungs- und Genehmigungsphase viel Zeit in Anspruch. Dann stießen die Bauarbeiter im Mai 2018 auf einen alten Tiefbrunnen, der aufwendig untersucht werden musste. Die Idee, ihn sichtbar zu machen, wurde aber verworfen. Der Brunnen, der zwischen 1900 und 1960 noch in Betrieb gewesen sein muss, wurde schlicht abgedeckt.

Inzwischen laufen die Arbeiten gut, Waldschütz rechnet nicht mit weiteren Verzögerungen. Das heißt: Ab Advent 2019 wird das jetzige Pfarrbüro nicht mehr als solches gebraucht. Es handelt sich um ein ehemaliges Wohnhaus, das der Pfründestiftung gehört. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung hat Waldschütz zufolge gezeigt, dass ein Abriss nicht angezeigt ist. Die Immobilie wird in Erbpacht vergeben, dazu findet ein Bieterverfahren statt. Aber eines, das nicht auf den größtmöglichen Ertrag abzielt, sondern einen sozialen Zweck verfolgt. Wünschen würde sich Waldschütz ein besonderes Wohnprojekt. Dem reichen Tal würde es gut anstehen, Hilfsbedürfige in einer Wohnung in guter Lage zu verhelfen, findet er: „Und nicht irgendwo am Waldrand.“

Die Bücherei hat unterdessen ein neues Quartier bekommen. 

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