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Das Gras ist weg: das Ergebnis der Mäharbeiten zwischen Weissachbrücke und Hirschberghütte.  

Grünen-Gemeinderat empört über Umgang mit Natur

Wie von Panzern gemacht: Mäharbeiten an der Weißach laufen aus dem Ruder

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Der Rottacher Grünen-Gemeinderat Thomas Tomaschek ist entsetzt: Tiefe Spuren, wie von Panzern gemacht, zeugen auf einer Wiese an der Weißach von Mäharbeiten, bei denen einiges schief gegangen sein muss.

Rottach-Egern – Als Thomas Tomaschek jüngst zwischen Weissachbrücke und Wallbergstraße in Rottach-Egern spazieren war, traute er seinen Augen kaum: „Da waren richtige Gräben“, berichtet der Gemeinderat der Grünen bei der jüngsten Sitzung des Gremiums. „Sträucher wurden zerfetzt, Bäume angefahren. Da hat jemand gewütet wie die Axt im Wald.“ Gäste aus Berlin hätten ihn sogar gefragt, ob in dem Gebiet ein Bundeswehrmanöver stattgefunden habe.

Hat es nicht. Es waren Mäharbeiten des Wasserwirtschaftsamts, die zwischen Weissachbrücke und Hirschberghütte aus dem Ruder gelaufen sind. Sie hätten einen Riesenschaden angerichtet, zürnte Tomaschek. „Das Mähen ist viel zu tief erfolgt. Da ist etwas passiert, was dort in den Auen nicht passieren darf.“ Er forderte, den Vorfall publik zu machen, statt ihn unter den Tisch zu kehren.

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Zu kritisieren hatte Tomaschek an dem Einsatz vieles. Zur falschen Zeit sei gemäht worden, sodass sich einjährige Pflanzen nicht selbst aussäen können und vermutlich nächstes Jahr gar nicht mehr wachsen. So könne man mit der Natur nicht umgehen, schimpfte der Gemeinderat. „Da wurde mit schwerem Gerät wie mit Panzern oder Kettenfahrzeugen in die Wiese gefahren. Mit Mähen hat das nichts mehr zu tun.“ Werde richtig gemäht, könnten sich kleine Tiere noch verstecken. „Hier wurde aber alles, was kreucht und fleucht, zermatscht“.

Aufgebracht zeigte Tomaschek Fotos, die er von der Wiese geschossen hatte. Auf ihnen war eine stark beschädigte Grasnarbe auf beiden Seiten des Dammweges zu sehen.

Die Arbeiten habe das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim ausgeführt oder beauftragt, sagte Tomaschek. Er forderte deshalb: Dieses und die von ihm angeheuerte Firma sollen in einer Stellungnahme erklären, wie es zu den Schäden kommen konnte.

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Der Gemeinderat teilte Tomascheks Unzufriedenheit. Dennoch: Vize-Bürgermeister Josef Lang (CSU) wies darauf hin, dass die betroffenen Flächen alle auf Kreuther Gemeindeflur liegen. Bürgermeister Christian Köck (CSU) bestätigte, dass Rottach-Egern hier die Handhabe fehle und die Angelegenheit in die Zuständigkeit des Kreuther Rathauschefs Josef Bierschneider (CSU) falle. Köck versprach aber, mit seinem Amtskollegen zu sprechen. Auch er habe eine derart drastische Form von Mäharbeiten noch nie gesehen.

Tomascheks Antrag lief also formal ins Leere. Dennoch waren sich die Gemeinderäte einig, dass ein derartiger Kahlschlag nicht im Sinne des Tals sein kann. In einem Tourismusgebiet müsse künftig deutlich schonender gemäht werden.

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ak

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