Die Gemeinde Rottach-Egern, hier das Warmbad, hat ihren Kurbeitrag um einen Euro erhöht.
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Wer in Rottach-Egern seinen Urlaub verbringt, muss künftig einen höheren Kurbeitrag zahlen. Ziel der Gemeinden rund um den Tegernsee ist es, wieder einen talweit einheitlichen Beitrag herzustellen.

Gemeinde erhöht ebenfalls Abgabe

Drei Euro Kurbeitrag: Rottach-Egern zieht mit

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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Rottach-Egern zieht mit: Die Gemeinde hat ihren Kurbeitrag nun ebenfalls auf drei Euro erhöht. Bei der Verwendung des Geldes möchte der Gemeinderat aber genau hinsehen.

  • Die Gemeinden rund um den Tegernsee diskutieren derzeit eine Erhöhung des Kurbeitrag
  • Nun hat auch der Rottacher Gemeinderat entschieden, künftig drei Euro zu verlangen
  • Bei der Verwendung des Geldes will man der TTT aber nicht freie Hand lassen

Rottach-Egern – Nachdem die Gemeinden Kreuth und Gmund sich jeweils für die Erhöhung ihres Kurbeitrags ausgesprochen hatten, schloss sich erwartungsgemäß nun auch Rottach-Egern an. „Wir haben das bereits eingehend nicht öffentlich besprochen und auch Kontakt mit dem Verkehrsverein gehabt. Es ist wichtig, von ihm positive Zustimmung zu erfahren“, erklärte Bürgermeister Christian Köck im Gemeinderat halb zu den Zuhörern, halb erinnernd in Richtung Gremium. Auch die Stadt Tegernsee würde die Anhebung auf drei Euro in Betracht ziehen, berichtete der Rathauschef. Und obendrein, dass die anderen Tal-Bürgermeister durchaus die Absicht hätten, auf die Wiesseer Kollegen einzuwirken, damit die eventuell doch ihren Beitrag wieder um 30 Cent reduzieren. „Ein einheitlicher Kurbeitrag in allen Talgemeinden wäre günstig. Und das Angebot im Tegernseer Tal rechtfertigt auch einen Kurbeitrag von drei Euro pro Urlaubstag“, betonte Köck.

Was passiert mit dem Geld? Gemeinderat möchte genau hinsehen

Dagegen gab es keinen Widerspruch, sehr wohl aber Vorbehalte gegen die Verwendung der zusätzlichen Einnahmen. Michael Hagn (Blitz) wollte es genau wissen: „Was passiert mit dem Geld?“ Hagn berichtete, Christian Kausch habe verlautbaren lassen, dass das Geld für die von ihm geführte Tegernseer Tal Tourismus GmbH bestimmt sei. Rottach-Egern zahle ohnehin schon eine Million Euro jährlich, und die Gemeinde habe ja auch noch die ATS mitzufinanzieren. Köck erklärte, der Kurbeitrag fließe in die Finanzierung der Freifahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die Instandhaltung der Wanderwege, das Radlkonzept, aber auch in die neue Digitalisierungsstrategie der TTT. Da ginge es um Besucherlenkung und auch die Möglichkeit, bestimmte touristische Bereich zu entschärfen. Dazu müssten Daten erhoben werden und das koste nun mal Geld.

CSU-Gemeinderätin fordert "klare Botschaft" an Tourismus-Chef

Anastasia Stadler (CSU) gab zu bedenken, dass die Digitalisierung nicht Teil des Kommunalen Abgabegesetzes sei: „Ich bin dagegen, dass der Kurbeitrag oder die Erhöhung eins zu eins in die Digitalisierung fließt. Und ich will, dass das festgehalten wird“, forderte sie. Auch Alexandra Wurmser (CSU) war dafür, den Kurbeitrag zu erhöhen, aber nicht, das Geld komplett oder auch nur zur Hälfte in die Digitalisierung zu stecken. Sie forderte überdies eine „klare Botschaft“ an Kausch, dass die Erhöhung kein Freibrief sei, sondern ein Auftrag, dass die TTT das Budget sehr sorgfältig planen sollte.

Lesen Sie hier: Nach Alleingang von Bad Wiessee: Nachbargemeinden diskutieren Erhöhung von Kurbeitrag

Die Freien Wähler lenkten ein: Gabriele Schultes-Jaskolla erinnerte, dass die Gemeinderäte bei den Haushaltsplanungen im November immer wieder auf den Prüfstand stellen könnten, ob sie die Planung der TTT nun gut finden oder nicht. „Da haben wir Gelegenheit, alles zu hinterfragen“, sagte Schultes-Jaskolla. Georg Höß (FWG) erinnerte: „Wir reden jetzt über den Kurbeitrag und nicht über das Budget der TTT. Und wenn wir jetzt gegen die Erhöhung stimmen, würden wir nur den Bürger belasten.“

Ziel der Erhöhung, der am Ende alle zustimmten und die ab 1. Mai 2021 in Kraft tritt, ist schließlich eine stärkere Beteiligung der Gäste an den touristischen Leistungen. Wie Köck eingangs erklärt hatte, sei ein Kurbeitrag von drei Euro pro Tag gerechtfertigt. Schon ab einer Busfahrt pro Tag hätten die Gäste ihren Beitrag wieder hereingewirtschaftet.

ak

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