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Informieren und fachsimpeln: Rund 1500 Besucher kamen am Samstag zu den ersten Tegernseer Stromlinien. Dort standen unter anderem 22 E-Fahrzeuge zum Probefahren bereit.

Erste Tegernseer Stromlinien Am Bachmair Weissach

„Ein guter Anfang“ für die E-Mobilität

E-Mobilität ist kein Zukunftsthema mehr, sondern im Heute angekommen. Das zeigte am Samstag die EmobilEmotion bei den ersten Tegernseer Stromlinien als Produkt-, Informations- und Erlebnisschau in Weissach. Rund 1500 Besucher kamen.

Weissach– Am Hotel Bachmair Weissach reihte sich neben 38 ausgestellten E- und Hybrid-Fahrzeugen in unterschiedlichsten Klassen ein Aha-Effekt an den anderen. Vor allem die Erkenntnis, dass das Thema E-Mobilität weder räumlich noch zeitlich entfernt, sondern just hier stattfindet, drängte sich auf. 

So waren es mehrheitlich Vertragshändler aus dem Landkreis Miesbach und der Region, die E-Kompetenz und E-Fahrzeuge zur Schau stellten. Derer gibt es mittlerweile viel mehr als gedacht: im Luxusbereich, in der Mittelklasse und auch bei den Kleinwagen, etwas den elektrisch betriebenen Smart, optisch ein richtiger Hingucker. Ebenso wie der nagelneue Mini Countryman. Mit Elektroantrieb wird er offiziell erst in einem Monat präsentiert, das Autohaus Kathan ergatterte für die ersten Tegernseer Stromlinien schon ein Ausstellungsstück. Es stand gut behütet in einem Zelt in unmittelbarer Nähe seiner beiden großen Brüder, dem BMW i8 und dem BMW i3, der zweiten Generation. Diese verfügt über mindestens 200 Kilometer Reichweite.

Reichweite steigt

Die gestiegene Reichweite – bisher waren es nur um die 100 Kilmeter – macht E-Fahrzeuge inzwischen auch in der Region und nicht nur für den Stadtverkehr interessant. Karin Luitpold vom Autohaus Weinmann aus Hausham konnte nicht nur am Samstag eine große Nachfrage nach dem Renault Zoe, einem 100-prozentigen Elektor-Auto ab rund 22 000 Euro, verbuchen: „Das Interesse ist enorm, weil der Preis passt.“ 

Nicht zuletzt befeuere die Dieseldiskussion die Nachfrage, weiß man am Stand des Arbeitskreis Energie Kreuth. Die Förderung ist ein weiteres Argument. Marco Starke, Verkaufsleiter bei Kathan, erklärt: „Bei Hybrid-Modellen gibt es 3000 Euro, die hälftig jeweils vom Hersteller und vom Staat gezahlt werden. Bei 100-prozentigen Elektro-Autos sind es 4000 Euro.“

In der Verantwortung

Es sind aber nicht nur harte Fakten, derentwegen sich die Besucher der Tegernseer Stromlinien für E-Mobilität interessieren. Stephan Albrecht aus Gmund, der privat seit 2015 einen Plug-in-Hybrid fährt und jetzt einen E-Lieferwagen zur beruflichen Nutzung sucht, sagt: „Sobald du elektrisch unterwegs bist, kommst du auf den Geschmack und willst nur noch elektrisch fahren. Verbrennungsmotoren gehen einfach nicht mehr, wegen der Umwelt, aber auch weil wegen Erdöl Kriege geführt werden.“ 

Die zunehmende Ablehnung gegen den fossilen Rohstoff bekam man auf der Schau öfter zu hören. Aber die abgas- und gestank-freie sowie fast lautlose Atmosphäre vor der Bachmair Weissach-Arena, wo die Besucher 21 Testfahrzeuge Probe fahren und an sechs vom E-Werk Tegernsee aufgestellten Ladesäulen mit je zwölf Anschlusspunkten à elf Kilowatt aufladen konnten, war beeindruckend.

Ein klares Ja

„Wir wollen Elektromobilität“, erklärte auch Landrat Wolfgang Rzehak, neben Staatsministerin Ilse Aigner und Bürgermeister Josef Bierschneider einer der Schirmherren der Veranstaltung: „Gerade im Tegernseer Tal mit seiner Verkehrssituation ist das Thema passend“, so Rzehak. „Darin werden wir zwar keine alleinige Lösung finden. Aber es ist ein guter Anfang.“

Ein Auftakt sollen auch die erste Tegernseer Stromlinien sein. Angesichts der rund 1500 Besucher freut sich Veranstalter Thomas Ammer: „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt gestartet. E-Mobilität findet jetzt und hier statt. Es ist ein wichtiges Thema in einer Region mit hohem Verkehrsaufkommen.“ Dass die Premiere so ein Erfolg war, zeige, dass auch die Region an die Zukunft der Elektromobilität glaube.

Alexandra Korimorth

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