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Razzia bei Oligarch Usmanow: Fahnder durchsuchten auch Quartier von Sicherheitsdienst

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Von: Klaus Wiendl

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Razzien bei Ermittlungen gegen Russen
Maskierte Polizisten stehen bei einer Razzia vor einem Haus des russischen Oligarchen Usmanow. © Matthias Balk/dpa

Bei der Razzia in Rottach-Egern durchsuchten die Ermittler nicht nur die Villen von Alisher Usmanow. Auch eine kleine Wohnanlage in Rottach-Egern wurde unter die Lupe genommen.

Rottach-Egern – Bisher ging man im Tegernseer Tal davon aus, dass das Interesse der 120 hochgerüsteten Einsatzkräfte nur Immobilien galt, die dem Milliardär Alisher Usmanow zugeschrieben werden. Doch weitere Recherchen machen deutlich: Zu den bundesweit 24 Objekten, die vergangene Woche im Rahmen einer Razziadurchsucht wurden, gehörte auch eine kleine Wohnanlage in Rottach-Egern. Es war Mittwoch gegen neun Uhr. Aus unzähligen Polizeifahrzeugen, auch ziviler Art, stürmten Spezialkräfte der Bundespolizei, des Zolls und der Steuerfahndung in ausgemachte Zielobjekte am Ufer des Tegernsees.

Ermittler gingen von bewaffnetem Sicherheitsdienst aus

Im Mittelpunkt stand dabei die Villa, in der sich der usbekisch-russische Unternehmer Alisher Usmanow, der als enger Vertrauter des Kreml-Chefs Wladimir Putin gilt, wohl die meiste Zeit aufgehalten hat. Hintergrund der strengen Sicherheitsvorkehrungen mit dem gewaltigen Polizeiaufgebot war nach Informationen unserer Zeitung, dass die Ermittler wohl weiterhin von einem bewaffneten Sicherheitsdienst ausgingen, der die herrschaftliche Villa am Schorn bis zuletzt observiert haben soll. Untergebracht war ein großer Teil der Wachmannschaft in jener kleinen Wohnanlage in Rottach-Egern, in deren Tiefgarage im April zwei wertvolle Mercedes-Luxuskarossen des Typs Maybach und Brabus mit Münchner Kennzeichen entdeckt worden waren.

Razzia auch in benachbarter Wohnanlage

Nachbarn berichten nun, dass am Mittwoch rund zehn schwer bewaffnete Einsatzkräfte der Polizei und zivile Kräfte mit Sturmhauben auch in die Wohnanlage unweit von Usmanows Zweitwohnsitz eindrangen. Der Einsatz passt ins Bild: Laut der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft habe Usmanow die „ihm wirtschaftlich zuzurechnenden Immobilien in Oberbayern weiter durch eine Sicherheitsfirma“ bewachen lassen und durch die „Bezahlung dieser Bewachungsdienste dem Verfügungsverbot über eingefrorene Gelder zuwidergehandelt“.

13 Luxuskarossen standen bereit

Der Spiegel berichtet, dass Usmanow und seiner Schwester GulbakhorIsmailowa eine Münchner Firma zuzurechnen sei, die einen Fuhrpark mit Luxuskarossen für den Milliardär bereithielt. „Zur ständigen Verfügung standen ihm 13 Wagen, unter anderem mehrere Limousinen von Mercedes, darunter zwei Maybachs“, so das Magazin. Damit dürften zumindest die wahren Besitzverhältnisse des Maybachs und des Mercedes Brabus in der Rottacher Tiefgarage geklärt sein. Nach Informationen unser Zeitung suchten die Ermittler bereits im April am Tegernsee nach insgesamt sechs in Tiefgaragen versteckten Edelkarossen Usmanows.

VON KLAUS WIENDL

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