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Auf der Flucht: Ohne etwas gekauft zu haben, verlässt der Dachs die Parfümerie wieder.

Revierförster rät zur Vorsicht

Video: Dachs flüchtet aus Rottacher Parfümerie

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Rottach-Egern - Stundenlang redeten, lockten und stocherten Polizei, Feuerwehr und Parfümerie-Mitarbeiter an den verschreckten Dachs in der Rottacher Parfümerie hin. Dann startete er.

So schnell konnten die Mitarbeiterinnen der Parfümerie von Hildegard Bayerschmidt in der Rottacher Seestraße gar nicht schauen: Plötzlich wuselte der schwarz-weiße Schemen in die Rottacher Luxus-Parfümerie, sah sich kurz um und machte es sich unter der Hochwasserpumpe gemütlich. Und da blieb er dann auch am Dienstag - bis die Polizei anrückte. Und die Feuerwehr. Und der Vermieter.

Und so flüchtete er

"Die Tür stand offen und er kam einfach reingelaufen", berichtet Hildegard Bayerschmidt. "Meine Mitarbeiterinnen haben wirklich alles versucht, aber der Dachs bewegte sich keinen Zentimeter." Sogar der Schokokuchen einer Kundin musste als Lockmittel herhalten. Allein den Dachs ließen alle freundlichen und zuckersüßen Anregungen völlig kalt. Er bliebt in seiner Ecke sitzen. Und näher trauten sich die Parfümerie-Angestellten dann doch nicht ran. Bayerschmidt: "Das Tier war doch recht groß."

Richtig so, sagt der Revierförster im Tegernseer Tal, Martin Fritzenwenger. Denn: "Ein Dachs ist zwar überhaupt nicht aggressiv, aber wenn er sich in die Ecke gedrängt fühlt, kann er richtig gefährlich werden." Scharfe Krallen und spitze Zähne sind seine beliebten Waffen.

Schließlich erbarmten sich zwei Beamten der Polizei Bad Wiessee und bugsierten das Tier behutsam per Käscher und Stock aus seinem Versteck. "Dann ist er zum Glück gleich raus", sagt Bayerschmidt. "Wir hätten noch viele andere Ecken gehabt."

Warum das Tier die Parfümerie besuchte, bleibt unklar. "Vielleicht hat er Schutz gesucht", vermutet Bayerschmidt. Revierförster Fritzenwenger kann sich das auch vorstellen: "Dass ein Dachs am helllichten Tag die Hauptstraße überquert und bis ins Ortszentrum vordringt, ist dann doch sehr ungewöhnlich." Nachts könnte es allerdings schon vorkommen, dass auch Dachse in die Ortschaften gehen. Wenn auch nicht so häufig wie Füchse, weil Dachse einfach wesentlich seltener sind. "Der Knackpunkt ist die Futtersuche", sagt Fritzenwenger. Inzwischen haben auch die Dachse gemerkt, dass es in den Ortschaften was zu holen gibt. 

Deshalb rät der Förster: "Wildtiere niemals füttern! Die kommen ohne uns viel besser zurecht." Und wenn sich trotzdem mal ein Dachs in den eigenen Garten verirrt, keine Panik: "Dachse stören niemanden und sind keine Gefahr." Auch wenn der Dachs sich häuslich in großen Gärten einrichte, bekomme man davon meist kaum etwas mit. Außer natürlich er besucht die nächstgelegene Parfümerie.

kmm

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