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Die Traglufthalle wird am Birkenmoos aufgestellt.

Nach den Geschehnissen an Sylvester

Traglufthalle: Spezieller Helfer soll Werte vermitteln

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Rottach-Egern - Rottach-Egern macht sich bereit für die Ankunft der Flüchtlinge - auch angesichts der Vorfälle in Köln: Ein Helfer soll sich speziell darum kümmern, den richtigen Umgang mit Frauen zu vermitteln.

Am kommenden Samstag, 30. Januar, findet von 9 bis 12 Uhr das erste große Helfertreffen im Seeforum statt. Rund 60 Ehrenamtliche werden dazu erwartet. Das Treffen ist für Kurzentschlossene offen. „Jeder, der helfen will, ist willkommen“, versichert Gemeinde-Geschäftsleiter Gerhard Hofmann. Bei aller Bereitschaft zu helfen: Die Stimmung in Rottach-Egern ist angespannt. Wie berichtet, hat Landwirt Stefan Berghammer im Rathaus erst vor Kurzem eine Liste mit 133 Unterschriften abgegeben. 

Die Unterzeichner fürchten sich vor dem, was auf den Ort zukommt, wenn ab Mitte Februar bis zu 120 Flüchtling in einer Traglufthalle an der Sportanlage Birkenmoos leben. „Wir nehmen die Ängste sehr ernst“, versichert Hofmann. Darum wird es bei dem Helfertreffen nicht nur darum gehen, wer Deutschunterricht geben kann oder mit den Asylbewerbern Fußball spielt. Ein großes Thema werde die Vermittlung der westlichen Werte sein, vor allem was den Umgang mit Frauen angeht, machte Hofmann deutlich. 

FWG-Gemeinderat Georg Höß, Rechtsanwalt und Mediator, habe sich bereit erklärt, in diesem Bereich als Ansprechpartner zu fungieren – sowohl für die Asylbewerber als auch für die Bürger. „Wir wollen von Anfang an darauf achten, dass alles ordentlich läuft“, erklärt Hofmann. Insbesondere Hubert Hörterer als Sprecher des Helferkreises und die dritte Bürgermeisterin Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG) hätten schon viel Vorarbeit geleistet. 

Unterstützt wird die Arbeit auch vom Landratsamt Miesbach. Abteilungsleiter Stefan Köck wird bei dem ersten Helfertreffen im Seeforum zugegen sein. Dort gibt es viel zu besprechen. Ziel ist, dass zusätzlich zu dem Kümmerer, den das Landratsamt für die Betreuung der Menschen in der Halle engagiert, jeden Tag mindestens zwei ehrenamtliche Helfer in der Halle sind. Dort kochen die Flüchtlinge in Containern selbst.

Zum Einkaufen können sie zu Fuß gehen, Lidl und Edeka sind erreichbar. Dass der Alltag funktioniert, dabei helfen die Ehrenamtlichen. Dabei brauchen auch die Laien-Helfer ein gewisses Maß an Professionalität. Sie dürfen die Einzelschicksale der Flüchtlinge nicht zu nah an sich heranlassen, müssen Abstand halten. Darum wird es keine Patenschaften geben, sondern einen Dienst für alle, wie Gerhard Hofmann erläutert: „Es hilft nämlich nichts, wenn einer am Ende völlig fertig ist.“

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