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Eine Chronik hat Vorsitzender Hannes Edelhäuser für den Förderverein Kirchenmusik erstellt. Er hofft, dass der Verein an frühere Zeiten anknüpft.

Sorgen beim Förderverein in St. Laurentius

Kirchenmusik: Euphorie ist abhanden gekommen

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Es braucht wieder mehr Begeisterung für die Kirchenmusik, findet Hannes Edelhäuser vom Förderverein in St. Laurentius. Der Sänger-Mangel bereitet ihm zunehmend Sorge. Und auch das Verhältnis zu Kirchenmusikerin Teresa Bayer scheint belastet.

Rottach-Egern – Hannes Edelhäuser (79) ist Vorsitzender eines an sich gesunden Vereins. „An Geld mangelt es uns nicht“, sagt der Rottacher über den im Jahr 1994 gegründeten Förderverein Kirchenmusik St. Laurentius Egern. Allein die Euphorie aus den Anfangsjahren ist im Laufe der Zeit abhanden gekommen. „Die braucht dringend ein Revival“, hat der Vorsitzende festgestellt.

Um zu zeigen, wie groß die Begeisterung früher war und um die Historie des Vereins nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, hat Edelhäuser nun eine Chronik erstellt. „Das ist mein Vermächtnis für den Verein“, erklärt Edelhäuser, der nach Ablauf der aktuellen Amtsperiode den Vorsitz gerne in andere Hände legen möchte.

Einen Nachfolger zu finden, werde wohl nicht ganz einfach werden, räumt der 79-Jährige ein. Und noch etwas anderes bereitet ihm Kopfzerbrechen: Die Sänger-Schar des Kirchenchores sei mittlerweile stark ausgedünnt. Gerade einmal 15 feste Mitglieder zähle der Klangkörper momentan. Auch einen eigenen Kinderchor, aus dem man Nachwuchs rekrutieren könnte, gebe es seit dem Wechsel beim Posten des Kirchenmusikers nicht mehr, beklagt Edelhäuser.

Ende 2010 hatte Konrad Späth die Pfarrei Egern verlassen, ihm folgte Teresa Bayer als neue Kirchenmusikerin nach. Mit ihr, so lässt Edelhäuser durchblicken, habe sich nicht an alte Zeiten anknüpfen lassen. Sowohl bei der Programmgestaltung als auch bei der Verpflichtung der jeweiligen Solisten gebe es „unterschiedliche Auffassungen“, sagt der Vorsitzende. Er spricht von Differenzen zwischen dem Förderverein und den Chorsängern auf der einen und der Kirchenmusikerin auf der anderen Seite.

Das sagt die Kirchemusikerin

Vorhaltungen, die Teresa Bayer so nicht stehen lassen möchte. Sie könne sich das Konzertprogramm nicht von einzelnen Sängern und dem Vorsitzenden des Fördervereins „diktieren lassen“, macht die Kirchenmusikerin deutlich. „Ich bin vom Fach und weiß, was umsetzbar ist und welche Solisten was singen können“, erklärt Bayer. Ihr sei klar, dass das häufig als Sturheit interpretiert werde – dies sei aber nicht der Fall, betont Bayer. Es sei Usus, dass der Kirchenmusiker die künstlerische Leitung einer Konzertreihe inne habe.

Es sei auch nicht richtig, dass sich der Kinderchor komplett aufgelöst habe, erklärt Bayer. „Der probt mittlerweile projektbezogen.“ Nach den Sommerferien würden die Kinder wieder mit den Proben beginnen. Eine regelmäßige Kinderchorabeit finde im Kindergarten St. Josef in Rottach-Egern statt.

Dass der Kirchenchor insgesamt ein Nachwuchsproblem hat, räumt Bayer ein. „Der Chor altert mit den Sängern“, sagt sie. Das sei aber eine ganz normale Entwicklung und betreffe viele Kirchenchöre. „Rottach-Egern ist da kein Ausreißer.“

Man habe in St. Laurentius bisher viele schöne kirchenmusikalische Veranstaltungen auf die Beine gestellt, ist Bayer überzeugt. Acht bis neun Konzerte gebe es pro Jahr. Und die könne der Chor in seiner jetzigen Stärke auch „gut stemmen“.

Hier ist die Chronik zu bekommen

über den Förderverein ist gegen einen Unkostenbeitrag in Höhe von drei Euro beim Verein erhältlich. Interessierte können sich per E-Mail (hannes.edel@t-online.de ) an Hannes Edelhäuser wenden.

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