Freundschaft endet mit Schlägerei in Rottacher Bar

Brutales Trio steht vor Gericht

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Rottach-Egern – Ihre Freundschaft fand ein jähes Ende: Nach einer brutalen Schlägerei in einer Rottacher Bar, bei der das Opfer schwer am Kopf verletzt wurde, muss sich ein Trio vor dem Landgericht München II verantworten. 

Hauptangeklagter in dem Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung ist ein Koch (30), der zuletzt in Rottach wohnte. Seit Dezember sitzt er in Untersuchungshaft. Mitangeklagt sind ein Hilfsarbeiter (36) aus Bad Wiessee, der ebenfalls in Haft sitzt, sowie eine Kellnerin (36) aus Schliersee. 

Am 20. Oktober 2015 begann alles noch friedlich. Der 30- und die 36-Jährige hatten zusammen mit dem späteren Opfer (28) den Abend in einer Kneipe verbracht. Gegen 4.30 Uhr gingen sie in die Wohnung der Kellnerin. 

Laut Anklage bot sie dem Spezl, mit dem sie zeitweise eine Beziehung geführt hatte, an, in ihrer Wohnung zu übernachten – sie schlafe währenddessen nebenan bei dem 30-Jährigen. Der 28-Jährige soll daraufhin eine anzügliche Bemerkung gemacht haben. Diese soll den 30-Jährigen so in Rage gebracht haben, dass er auf den Jüngeren einschlug. Er habe ihn der Wohnung verwiesen und eine Tüte von ihm aus dem Fenster geworfen – mit den Worten: „Du fliegst gleich hinterher. Ich bringe dich um.“ 

Als der 28-Jährige nicht sofort ging, habe ihn der 30-Jährige am Hals gepackt, über den Tisch geworfen und gegen Kopf und Hüfte getreten. Auch die Frau habe schließlich mitgemacht und zugetreten. 

In der Nacht zum 11. November traf der 30-Jährige in einer Rottacher Bar erneut auf den 28-Jährigen. Er warf ihm vor, ein Handy gestohlen zu haben. Es kam zum Streit, bei dem der Hauptangeklagte sein Opfer laut Anklage am Hals packte, vom Stuhl zog und auf den Boden warf, garniert mit den Worten: „Ich stech dich einfach ab, du Arschloch!“ 

Drei Stunden später soll der 30-Jährige sein Opfer erneut vom Barhocker gezogen haben. Diesmal trat er laut Anklage mit voller Wucht gegen dessen Kiefer, sodass dieser brach. Zusammen mit dem 36-jährigen Wiesseer habe er dann immer wieder auf den Kopf des Mannes eingetreten. 

Der Hauptangeklagte bot zu Prozessauftakt teils eine andere Version. Am 20. Oktober habe nicht er den 28-Jährigen, sondern dieser ihn geschlagen. Eine Hausmeisterin habe den 28-Jährigen dann der Wohnung verwiesen, doch danach sei sein Handy weg gewesen. Die Schläge in der Rottacher Bar gab er zu. Nach dem Disput wegen des Handys habe sein Widersacher immer wieder rüber geschaut. „Da habe ich ihn halt geschlagen."

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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