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Die Lieferwagen des Früchtegroßhandels Wunderlich starten aktuell noch vom Firmensitz in Gmund aus. Das Unternehmen will jetzt ins Rottacher Gewerbegebiet umziehen.  

Verlegung von Firmensitz 

Früchtegroßhandel Wunderlich plant neue Halle in Rottach-Egern 

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Das Gewerbegebiet „An der Barthsäge“ füllt sich. Der Früchtegroßhandel Max Wunderlich will seinen Firmensitz von Gmund nach Rottach-Egern verlegen. Was er plant, hat erstaunliche Ausmaße.

Gmund - In dritter Generation betreibt Walter Rampf mit seinen Söhnen Max und Anian den Früchtegroßhandel Wunderlich. Das Unternehmen nahm 1930 seinen Anfang in einer Garage in Tegernsee, seit 1935 ist es in Gmund ansässig. Jetzt soll ein neues Kapitel in der Firmengeschichte aufgeschlagen werden. Im Rottacher Gewerbegebiet „An der Barthsäge“ will die Firma eine Gewerbehalle bauen und damit auch den Firmensitz von Gmund nach Rottach-Egern verlagern. Aus logistischen Gründen, betont Familie Rampf, und weil das Unternehmen weiter wachsen möchte.

Im Bauausschuss lag der Antrag jetzt auf dem Tisch, und Bürgermeister Christian Köck (CSU) erklärte, um was es geht. Die Halle soll 45 mal 18 Meter groß werden und eine Wandhöhe von 7,40 Metern haben. Die Zufahrt ins Gewerbegebiet, dem zweiten der Gemeinde neben dem Gewerbeareal im Enterrottacher Lori-Feichta, soll über die neue, öffentlich gewidmete Zufahrt erfolgen. Diese verläuft teils auf Kreuther, teils auf Rottacher Flur und verfügt im hinteren Teil über einen Wendehammer.

Rottachs Bürgermeister Christian Köck: „Das wird schon ein außergewöhnlicher Baukörper“

„Das wird schon ein außergewöhnlicher Baukörper“, sagte Bürgermeister Christian Köck (CSU) mit Blick auf die Pläne. Er fand jedoch, dass man bei einem Gewerbebau durchaus andere Maßstäbe wie bei einer normalen Wohnbebauung ansetzen könnte. In Summe sei der Bau gelungen, da er viele traditionelle Elemente und viel Holz enthalte. Der Bau sei eben zweckdienlich entworfen, um An- und Ablieferung abwickeln zu können. Eingeplant sind auch Lagerflächen, Büros und Wohnungen. Allerdings darf es sich nur um Betriebswohnungen handeln, da die Halle in einem Gewerbegebiet liegt.

Wegen der Nähe zur Weissach und der Hochwasserthematik spielt das Niveau, auf dem die Halle gebaut werden soll, eine wichtige Rolle. Das Gelände muss aufgeschüttet werden, um wieviel, muss das Landratsamt noch klären. „Wir müssen aber aufpassen, dass der Baukörper dann nicht exorbitant hoch wird“, fand Köck. Er müsse sich harmonisch in die Umgebung einfügen und von der Bundesstraße her nicht zu sehr auffallen.

Neue Gewerbehalle: Gemeinde Rottach-Egern macht Zugeständnisse

Hinsichtlich der Gebäudehöhe muss die Gemeinde ohnehin Zugeständnisse machen. Nur sieben Meter und zwei Geschosse sind bisher im Bebauungsplan festgelegt. Das Gebäude verfügt aber teilweise über drei Geschosse und erreicht eine Wandhöhe von 7,40 Metern, so Bauamtsleiterin Christine Obermüller. Bis zur Klärung durch die Behörden empfahl Obermüller zunächst, hier noch keine endgültige Entscheidung zu fällen.

Vize-Bürgermeister Josef Lang (CSU) war anderer Meinung. Er hielt nichts davon, eine Entscheidung hinauszuzögern. „Die wollen doch bauen“, sagte Lang. „Da haben wir schon andere Kröten geschluckt.“ Angesichts eines Gewerbebaus von 45 Metern Länge spiele es keine Rolle, ob die Höhe nun 7,20 Meter oder 7,40 Meter betrage. „Das fällt dem Betrachter nicht auf“, so Lang. Einstimmig wurden dann vom Gremium die 7,40 Meter befürwortet.

Eine weitere Ausnahme muss die Gemeinde hinsichtlich der Gebäudebreite von 18 Metern machen. Nur 15 Meter sind im Bebauungsplan vorgesehen. Ebenfalls nicht satzungskonform sind die großzügige Dachbelichtung und Firstverglasung sowie die Stellplätze. Im nördlichen Bereich am Damm ragen drei Parkplätze um zwei Meter in einen Grünstreifen hinein, der eigentlich zehn Meter betragen müsste.

Früchtegroßhandel in Rottach-Egern: Ausnahmen genehmigt

 Diese Ausnahmen wurden ebenso genehmigt wie eine zwei Meter breite Befestigung am westlichen Gebäuderand. „Das macht Sinn“, fand Köck jedoch. Am Ende befürworteten die Mitglieder das Vorhaben einstimmig. Mit dem Immissionsschutz müsse sich das Landratsamt auseinandersetzen, so Köck. Er sah hinsichtlich der Betriebszeiten von 6 bis 22 Uhr aber keine Probleme. Dass die Gemeinde den Weg für den Bau der Halle und die Umsiedlung der Firma frei gemacht hat, nahmen die persönlich anwesenden Antragsteller erfreut zur Kenntnis.

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