Josef Bogner Vorsitzender Verkehrsverein
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Josef Bogner

Landratsamt gibt Entwarnung

FW-Kreisrat Bogner besorgt: Virusverbreitung durch Sorglosigkeit auf Baustelle?

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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FW-Kreisrat Josef Bogner wurde zugetragen, dass sich Corona in Rottach-Egern durch Sorglosigkeit auf einer Baustelle verbreitet habe. Er hat am Landratsamt nachgefragt. Das gibt Entwarnung.

Rottach-Egern – Was Josef Bogner über die neuen Corona-Fälle in Rottach-Egern zugetragen wurde, hat den FW-Kreisrat besorgt: Auf einer Baustelle in einem ehemaligen Supermarkt hätten sich mehrere Arbeiter mit dem Virus angesteckt, sei ihm aus vertrauensvoller Quelle berichtet worden, sagte er am Freitag unserer Zeitung. Die Fälle seien kein Wunder, meinten Bogners Informanten, denn die Hygieneregeln hätten auf der Baustelle niemanden interessiert.

Mehrere Dutzend Arbeiter hätten dort ohne Masken den ganzen Tag eng zusammengestanden und danach in der gleichen Unterkunft übernachtet. Für Corona sei das eine Einladung. Weil es sich um Arbeiter aus dem Ausland handeln soll, sei außerdem unklar, wer für sie zuständig ist.

Der Kreisrat glaubt seiner Quelle. Trotzdem wollte er ihre Angaben prüfen. So einfach ist das aber nicht. Seine Anfrage am Landratsamt lief ins Leere: Datenschutz. Der sei bei medizinischen Themen noch strenger als sonst, bestätigt die Behörde. Wer genau infiziert sei, dürfe sie generell nicht verraten.

„Ich verstehe das“, sagt Gastwirt Bogner. „Die Behörde muss sich an die Regeln halten.“ Trotzdem sei es für ihn nicht zufriedenstellend. „Es ist alles zugesperrt, und die Zahlen steigen trotzdem. Es wäre schön, wenn wir erfahren, warum.“ Wenn Geschäftsinhaber selbst nicht öffnen dürften, wegen Nachlässigkeiten anderer aber trotzdem die Virusgefahr in ihrer Gemeinde steige, wachse sonst der Unmut.

Auch auf Nachfrage unserer Zeitung nimmt das Landratsamt unter Verweis auf den Datenschutz keine Stellung zum konkreten Fall. Die Behörde lässt aber durchblicken, dass Arbeiter aus dem Ausland ihrer Erkenntnis nach nicht zur Verbreitung des Coronavirus beitragen. Einerseits verlange die Einreisequarantäneverordnung von ihnen, auszuschließen, dass sie positiv sind. Je nach Herkunftsland erfolge dies durch Negativtests oder Quarantäne. Außerdem suchten sie selten den Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, blieben stattdessen eher unter sich. Das habe auch ein Fall im August vergangenen Jahres gezeigt, als sich bei einer Firma in Holzkirchen zwar viele osteuropäische Arbeiter gegenseitig angesteckt haben, aber niemand außerhalb dieses Kreises.

Auch in Rottach-Egern scheinen vorerst keine neuen Infektionen aufzutreten. Seit dem vergangenen Mittwoch, als das Landratsamt sechs neue Corona-Fälle für die Gemeinde meldete, kam kein neuer hinzu. Die Behörde hat aber bestätigt, dass sich im südlichen Landkreis mehrere Menschen am Arbeitsplatz angesteckt haben. Konkret auf Rottach-Egern und Baustellen nimmt sie allerdings keinen Bezug.

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