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Der Gasthof Glasl in Oberach muss als historisch bedeutsames Gebäude erhalten bleiben.

Gemeinde wundert sich über Entscheidung

Warum ist der Glasl erst jetzt ein Denkmal?

Rottach-Egern - Das Gasthaus Glasl in Oberach steht seit Januar unter Denkmalschutz - zur Verwunderung der Gemeinde. Die fragt sich, warum diese Entscheidung erst jetzt fiel.

Rottachs Bürgermeister Franz Hafner (FWG) kann nicht aufhören, sich zu wundern: über die Einschätzung des Landesamtes für Denkmalpflege, wonach der Gasthof Glasl im Ortsteil Oberach als Denkmal zu erhalten ist. Zu der Einschätzung ist die Behörde im Januar gekommen. Bis dahin hieß es, nur die Tür des Traditions-Wirtshauses sei historisch bedeutsam. Jetzt ist es das ganze Gebäude.

Zur nächsten Gemeinderatssitzung am 25. Februar soll das Gremium nun eine Stellungnahme zur Aufnahme des Glasl in die Denkmalliste abgegeben. „Und wir können wirklich nur unserer Verwunderung Ausdruck verleihen“, sagt Hafner. Fachlich beurteilen könne die Gemeinde die Einschätzung nicht. Ohnehin ist die Stellungnahme nur Beiwerk, ohne Einfluss auf den Status des Gebäudes als Denkmal. „Mitzuschnabeln haben wir da nichts“, stellt Hafner klar. Aber es würde ihn schon interessieren, warum die Experten zu einer neuen Einschätzung der Denkmalschutzwürdigkeit des Gasthofs gekommen sind.

Haben sich die Denkmalschützer das Gasthaus Glasl damals nicht angesehen?

Fakt ist: Die Tür des Gasthofs wurde am 22. Oktober 1979 in die Denkmalliste eingetragen. Und warum nicht das ganze Haus? Eine Frage, die sich angesichts der langen Zeitspanne wohl nicht mehr ganz nachvollziehen lässt. Beate Zarges, Pressesprecherin des Landesamtes für Denkmalpflege, teilt dazu mit: „Heute werden bei Denkmalprüfungen die Gebäude von innen und außen von uns besichtigt, dies traf in den 1970er-Jahren nicht zu.“ Hat sich also vor 30 Jahren den Gasthof niemand angesehen?

„Bei so einer Aussage kriege ich Halsweh“, meint Bürgermeister Hafner. Wenn ein Detail wie die Tür hervorgehoben werde, habe sich doch sicher ein Fachkundiger mit dem Anwesen befasst. Der Rottacher Gemeinderat hatte dem Abriss des Gasthofs im November zugestimmt. Das Gebäude sollte einer Wohnbebauung weichen. Schon im Sommer hatte die FWG-Gemeinderätin Gabriele Schultes-Jaskolla die Denkmalpfleger gebeten, das Haus zu begutachten. Später wandte sich auch Thomas Thomaschek mit Unterstützung der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal und vieler Unterstützer ans Landesamt. Gesetzlicher Auftrag der Behörde ist es, solchen Bitten nachzukommen. Welche Pläne Besitzer Wolfgang Lentner jetzt mit dem Haus hat, ist nicht bekannt. Möglich wäre auch eine Nutzung als Wohnhaus, sofern die historische Substanz erhalten bleibt.

jm

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