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Im Rottacher Kurpark ist Radfahren eigentlich verboten. Aber viele halten sich nicht daran.

Rottach und Tegernsee denken laut darüber nach

Gegen Radl- und Hunde-Rüpel: Talweites Ordnungsamt im Gespräch

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Radln im Kurpark ist - und bleibt - in Rottach verboten. Um Rücksichtslose zur Räson zu bringen, ist die Gründung eines Ordnungsamtes fürs ganze Tegernseer Tal im Gespräch. Ein heißes Thema.

Rottach-Egern – Gemeindliche Ordnungshüter kassieren rund um den Tegernsee Gehweg-Radler ab, ebenso wie Gassi-Gänger auf Abwegen oder Bierflaschen-Sünder. Eine Vorstellung, die Rottachs Bürgermeister Christian Köck (CSU) eigentlich nicht behagt. „Es ist wirklich traurig, dass man so etwas machen muss“, findet Köck. Er, der sich gerade noch von den Folgen eines bösen Radl-Unfalls erholt, hatte jüngst Erlebnisse der ganz traurigen Art. Ein Mountainbiker, der ihn auf dem Gehsteig schier über den Haufen fuhr und eilig entfleuchte, bevor Köck etwas sagen konnte. Und dann ein ganzer Radler-Pulk auf dem Fußweg, vier Biker, die er zur Rede stellen wollte. „Wie ich da angemacht worden bin, will ich lieber nicht wiedergeben“, erklärte Köck im Gemeinderat. Letztlich werde wohl nichts anderes übrig bleiben, als dem Vorschlag seines Tegernseer Kollegen Johannes Hagn (CSU) zu folgen und ein talweites Ordnungsamt zu gründen, merkte er an.

Wie berichtet, hatte Hagn ein gemeinsames Vorgehen schon im Januar empfohlen. Seine Idee: Der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland könnte nicht nur Temposünder kontrollieren, sondern auch Bereiche, in denen Radfahren oder Hunde verboten sind. Doch die Verantwortlichen beim Zweckverband winkten ab. „Die wollen das Modul nicht anbieten“, berichtet Hagn. Deshalb überlege er nun, in Kooperation mit den Kollegen ein talweites Ordnungsamt zu schaffen. Dazu sei einige Vorarbeit nötig. Bad Wiessee zum Beispiel habe – anders als Tegernsee – bereits ein Ordnungsamt. Im Kern geht es um die Absicht, eine zusätzliche Stelle zu schaffen, die eine Kontrolle bestehender Verbote ermögliche. Dass dies nötig ist, findet auch Hagn „sehr schade“. Doch leider lasse der Ärger nicht nach. Auch am vergangenen Wochenende seien an der Point trotz Verbot wieder fünf, sechs Hunde unterwegs gewesen. Die Halter reagierten gereizt, als man sie zum Gehen aufforderte, es gab Beschwerden. „Sehr unerfreulich“, sagt Hagn. Nach der Sommerpause will er konkrete Vorschläge vorlegen, wie ein talweites Ordnungsamt aussehen könnte. Das könnte auch die Überwachung des Nachtfahrverbots für Lkw übernehmen.

„Der Hagn-Vorschlag ist noch nicht zu Ende gedacht“, meint Bürgermeister Köck. Aber die wachsende Rücksichtslosigkeit lasse eigentlich keine andere Wahl, als sich Maßnahmen zu überlegen.

Dass Radfahren im Kurpark tabu bleiben muss, hatte Jakob Appoltshauser (SPD) im Rottacher Gemeinderat zum Thema gemacht. Dies vor dem Hintergrund, dass Bad Wiessee die Uferpromenade unlängst für Radfahrer geöffnet hat. „Ich hoffe, dass es bei uns keinen solchen Antrag gibt“, meinte Appoltshauser.

Es gibt ihn nicht. Im Gemeinderat war man sich einig: Der Kurpark soll Ruhezone bleiben. Radlfahrer, erklärte Josef Lang (CSU), seien die rücksichtslosesten Verkehrsteilnehmer. Und dann noch anonym, dank Helm kaum erkennbar. Er hoffe, so Lang, „dass es nicht so weit kommt, dass Radlfahrer Nummernschilder brauchen“.

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