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Das Gästehaus Pfatischer in Rottach-Egern ist nach wie vor voll in Betrieb . 

Betreiber setzen nach jahrelangem Hickhack durch

Gästehaus Pfatischer: Alle Optionen für die Zukunft offen

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Rottach-Egern - Jahrelang kämpften die Betreiber des Gästehauses Pfatischer um ihre Pläne für die Zukunft. Jetzt ist die Gemeinde einverstanden.

Roswitha und Bernd Pfatischer betreiben an der Ludwig-Thoma-Straße ihr Garni-Gästehaus mit 30 Betten und Ferienwohnungen – in dritter Generationen. Das soll vorerst auch so bleiben. „Es läuft gut, lediglich die Buchungen im Winter könnten besser sein“, sagt der 55-jährige Inhaber. Um sich alle Optionen für die Zukunft offen zu halten, hält Pfatischer seit fast zwei Jahren die Gemeinde jedoch mit Bauplänen auf Trab.

Was ist machbar, wenn er in Rente geht und kein Nachfolger in Sicht ist? Aus diesem Grund stellte Pfatischer eine Voranfrage für den Bau von drei Mehrfamilienhäuser mit Tiefgarage. Wie sich inzwischen gezeigt hat, kann die Gemeinde eine touristische Nutzung des Gebiets rechtlich nicht dauerhaft durchsetzen. Wegen der Hochwasserschutz-Maßnahmen an der Rottach sei auch eine Überschwemmungsgefahr der Grundstücke nicht mehr gegeben. Einige Hürden sind damit also ausgeräumt.

Pläne geringfügig abgespeckt

Seit der letzten Diskussion über das Vorhaben im Dezember hat Pfatischer seine Planung etwas abgespeckt. Der Ortsplanungsausschuss hatte nämlich bezweifelt, ob sich die drei Häuser mit insgesamt 13 Wohnungen überhaupt in die Umgebung einfügen würden. Ein brisantes Thema in Rottach-Egern, das gerade in jüngster Zeit mit vielen Bauanträgen dieser Art zu kämpfen hat.

Zur jüngsten Sitzung wäre eigentlich eine Ortsbesichtigung geplant gewesen, doch wegen der Schneelage verzichtete man darauf und diskutierte lediglich im Sitzungssaal. „Das Grundstück gibt drei Gebäude her“, machte Bürgermeister Christian Köck (CSU) seine Einstellung deutlich. Und solange sich der Bauwerber an die Gemeindesatzung halte, gäbe es kein Problem, so Köck.

Alle drei Häuser sind mit Wandhöhen von 6,60 Metern beziehungsweise 6,50 Metern beantragt, informierte Bauamtsleiterin Christine Obermüller. Die umliegenden Gebäude – das habe man inzwischen geprüft – seien nur teilweise niedriger. „Höhenmäßig fügen sie sich also ein“, sagte Obermüller. Mit der Länge des vorderen Hauses von 24 Metern war Dritte Bürgermeisterin Gabriele Schultes Jaskolla (FWG) allerdings nicht einverstanden. Obermüller gab jedoch zu bedenken, dass das Landratsamt aus Gründen der „Ortsverdichtung“ damit einverstanden wäre. Beim mittleren Haus habe Pfatischer die Länge inzwischen um vier Meter reduziert. Die nahen Gemeindewohnungen am Pitscherweg seien sogar 7,24 Meter hoch und ebenso 24 Meter lang, so Obermüller. Einen Rechtsanspruch für Pfatischer aus der umliegenden Bebauung abzulesen, hielt Andreas Erlacher (FWG) allerdings nicht für richtig.

Noch offen ist die Frage der oberirdischen Stellplätze. Da es sich aber um einen Vorbescheid handle, müssten diese zum jetzigen Zeitung noch nicht nachgewiesen werden, so die Bauamtsleiterin.

Mietpreise nicht nur für Betuchte

Noch ein Punkt erleichterte den Ausschuss-Mitgliedern die Entscheidung: Laut Köck habe Pfatischer bei einer Realisierung seiner Baupläne vor, die Wohnungen so zu vermieten, dass sich „auch Einheimische und nicht nur Betuchte“ die Wohnungen leisten könnten. Schultes-Jaskolla stellte allerdings in Frage, ob diese Zusage in Zukunft auch Gültigkeit habe. Köck gab auch zu bedenken, dass die Gemeinde bei einer Ablehnung damit rechnen müsse, dass das Landratsamt diesen Beschluss durch eine Zustimmung ersetzen werde. Dazu kommt es nicht: Am Ende wurde die Voranfrage einstimmig befürwortet.

Bernd Pfatischer freut sich über das positive Signal: „Jetzt habe ich alle Optionen offen, um frei über mein Eigentum in Zukunft zu entscheiden“, sagt er nach der Entscheidung zur Tegernseer Zeitung.

gr

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