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Bei Kalkofen entsteht der neue Bauhof der Gemeinde Rottach-Egern.

Rottacher Haushalt verabschiedet

Gemeinde: Neubauten fressen Geldreserven auf

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Rottach-Egern - Hohe Investitionen, wenig Rücklagen: Der Haushalt 2016 der Gemeinde Rottach-Egern ist auf Kante genäht. Jetzt wurde er im Gemeinderat verabschiedet. 

Feilschen um Geld und Projekte: Das gibt’s im Rottacher Gemeinderat nur hinter verschlossenen Türen. Wie jedes Jahr hat der Finanzausschuss in nicht öffentlicher Sitzung das Budget festgezurrt. Bei der offiziellen Präsentation des Haushalts im Gemeinderat wurde der Finanzplan weder diskutiert noch kommentiert, sondern wortlos verabschiedet. Aber Geschäftsleiter Gerhard Hofmann machte klar, was Sache ist. „Die Rücklagen sind so gut wie aufgebraucht“, meinte Hofmann. Wenn die Gemeinde weiter investieren wolle, dürften Grundstücksverkäufe kein Tabu mehr sein. Hofmann präsentierte den Haushalt, weil der Posten des Kämmerers seit dem Weggang von Anton Pietzko vakant ist. Ein Nachfolger ist aber schon gefunden. Wie berichtet, übernimmt Martin Butz, der in Rottach-Egern wohnt, zum 1. Mai den Posten. 

Insgesamt beläuft sich der Verwaltungshaushalt auf 17,3 Millionen Euro, womit sich das Volumen um 589.000 Euro erhöht hat. Der Vermögenshaushalt umfasst 6,42 Millionen Euro. Die Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt beträgt 196 800 Euro und liegt damit um 34.800 Euro über der gesetzlichen Mindestzuführung. Die Pro-Kopf-Verschuldung wird sich zum Jahresende auf 798 Euro belaufen. Das ist mehr als der Landesschnitt, der 770 Euro beträgt. Mächtig ins Geld geht der Neubau des Bauhofs in Kalkofen, der 3,2 Millionen Euro verschlingt. Wie berichtet, hat die Gemeinde die vorhandenen Gebäude abreißen lassen, um Platz für Neues zu schaffen. Übergangsweise ist der Bauhof derzeit im alten und im jetzigen Feuerwehrhaus sowie einem Zelt untergebracht. Schon zum Ende dieses Jahres soll der Bauhof fertig sein.

Unmittelbar vor der Fertigstellung ist die neue Tiefgarage mit 58 Stellplätzen bei der Turnhalle neben der Schule. 1,3 Millionen Euro hat der Bau gekostet. Ins Geld geht auch der Kauf einer neuen Feuerwehr-Drehleiter: Die Gemeinde schießt 250.000 Euro zu. Insgesamt 320.000 Euro wendet die Gemeinde für den Ausbau des Cafés Gäuwagerl im Kutschenmuseum auf. 217.000 Euro sind für den Umbau der ehemaligen Gsotthaber Stuben in ein Domizil für den Tennisverein, beziehungsweise für die Langlauf-Station vorgesehen. Weitere 20.000 Euro fließen in die Küche und die Ausstattung des Tennis- und Schützenheims. Die Unterkünfte für die Vereine sind gleich neben dem im Bau befindlichen Gasthof Zotzn von Josef Bogner angesiedelt. Nach Abschluss der Arbeiten wird der Parkplatz Feldstraße für 59.500 Euro saniert. Mit 105.600 Euro unterstützt die Gemeinde die Sanierung des katholischen Kindergartens. Dort wird der Brandschutz verbessert, zudem werden Büroräume und die Küche renoviert. Auch für den Straßenbau sind erhebliche Mittel eingeplant: 400.000 Euro für den Kühzaglweg und 300.000 Euro für die Suttenstraße. Um all das zu stemmen, müssen noch 1,77 Millionen Euro aus der Rücklage entnommen werden. Damit das möglich ist, löst die Gemeinde ein Polster von 400.000 Euro auf, das für die Sanierung der Gemeindehäuser bestimmt ist. 130 Wohnungen hat die Gemeinde in ihrem Besitz, für fällige Sanierungen wird stets Geld bereitgehalten. 

Nun, so steht es im Bericht des früheren Kämmerers Pietzko, müsse man überlegen, wie Sanierungsmaßnahmen finanziert werden können. 2016 ist bereits eine Kreditaufnahme von 1,5 Millionen Euro eingeplant, auch 2017 dürfte die Gemeinde nicht um eine Kreditaufnahme herumkommen, wie der Kämmerer ankündigt. Sein abschließender Appell: „Wir müssen wieder mehr Freiräume im Verwaltungshaushalt schaffen, sonst sind die anstehenden Investitionen nicht zu meistern."

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