+
Die neue Turnhalle neben der Rottacher Volksschule strebt der Fertigstellung entgegen. Der Neubau soll zu Beginn des neuen Schuljahrs im September zur Verfügung stehen.

Gemeinde Rottach-Egern verabschiedet Haushalt

Stabile Finanzen trotz Turnhallenbau

  • schließen

Rottach-Egern - Die Finanzlage der Gemeinde Rottach-Egern ist stabil, trotz der Investition in den Bau einer neuen Turnhalle. Der Haushalt wurde ohne Debatte und einstimmig verabschiedet.

Von Ex-Bürgermeister Franz Hafner (FWG) hat Christian Köck (CSU) nicht nur den Schreibtisch übernommen, sondern auch den Stil der Haushaltsdebatte. Die erfolgt hinter verschlossenen Türen. Zur öffentlichen Sitzung liegt dann ein in allen Details erörtertes Zahlenwerk auf den Tisch. Das wurde auch heuer ohne Debatte verabschiedet, im Paket mit der Finanzplanung bis 2018.

Neu ist der Mann, der die Zahlen präsentierte: Anton Pietzko, 24 Jahre alt. „Es ist schon ein Zeichen, wenn eine Gemeinde einem so jungen Mann so viel Verantwortung gibt“, meinte Bürgermeister Köck. Allerdings ist Pietzko nicht auf sich allein gestellt: Ex-Kämmerer Gerhard Hofmann, inzwischen Geschäftsleiter, unterstützt den Neuling – und kommentierte auch in der Gemeinderatssitzung noch einmal die finanzielle Lage. „Wir sind trotz großer Investitionen gut durchgekommen“, stellte Hofmann fest.

Dies habe die Gemeinde guten Steuereinnahmen zu verdanken. Eben darum habe die Gemeinde bisher noch keine Grundstücke verkaufen müssen. Unterdessen wächst die größte Investition, die neue Turnhalle neben der Schule, hurtig in die Höhe. Zu Beginn des neuen Schuljahrs im September soll sie fertig sein. Die Kosten belaufen sich nach den aktuellen Kalkulationen auf 5,7 Millionen Euro. „Das ist noch im Rahmen“, erklärt Pietzko.

Bauherr ist der Schulverband Tegernseer Tal, was zu einer großzügigen Förderung verhilft. Die Gemeinde Rottach-Egern zahlt einen Zuschuss von zwei Millionen Euro. 500 000 Euro werden für den zweiten Bauabschnitt der Tiefgarage bei der Halle fällig. Noch mehr ins Geld als gedacht geht die Sanierung des geschichtsträchtigen Radolin-Hauses an der Fürstenstraße. Wie berichtet, haben die Gemeinde Rottach-Egern und die Stadt Tegernsee das denkmalgeschützte Anwesen und den zugehörigen Park geerbt. Jetzt entstehen dort acht bis neun Mietwohnungen. Der Aufwand ist immens. Das Haus muss völlig entkernt werden.

Schon der Finanzplan 2014 hatte eine Kreditaufnahme von einer Million Euro vorgesehen. 2015 ist wieder ein Darlehen nötig: 400 000 Euro. Vermietet werden können die Wohnungen erst Mitte des Jahres. 2015 könne der Schuldendienst nur zur Hälfte durch Mieteinnahmen gedeckt werden, heißt es im Haushaltsbericht. Das soll kein Dauerzustand bleiben: Ziel ist es, die Kredite künftig durch die Mieteinnahmen zu finanzieren. Insgesamt hat sich das Rottacher Haushaltsvolumen im Vergleich zu 2014 erhöht, um 438 000 Euro.

Kräftig gestiegen ist die an den Landkreis zu zahlende Kreisumlage – um 660 000 Euro. Gleichzeitig fällt die Spielbankabgabe in Höhe von 110 100 Euro weg. Diese Summe hatte Rottach-Egern bisher aus dem Ertrag der Bad Wiesseer Spielbank erhalten. Gestrichen wurde sie, weil Bad Wiessee nachträglich eine Beteiligung am Bau des neuen Casinos einfordert. Über die Höhe dieser Beteiligung wird derzeit noch verhandelt. Außer dem Radolin-Darlehen nimmt Rottach-Egern heuer keine Kredite auf.

Allerdings wird zur Finanzierung 1,15 Millionen Euro aus den Rücklagen entnommen. Die sind damit nahezu verbraucht. 2016 wird die Gemeinde nach Einschätzung des Kämmerers wohl um eine Kreditaufnahme nicht herumkommen. Die Gemeinde müsse sich überlegen, so Pietzko, ob alle Angebote der Infrastruktur weiterhin angeboten werden können. Welche Einsparungen möglich sind, müsse der Finanzausschuss in einer separaten Sitzung erörtern.

Der Haushalt in Zahlen 

Verwaltungshaushalt: 16.728.000 Euro;

Vermögenshaushalt: 5.884.00 Euro;

Zuführung vom Vermögens- an den Verwaltungshaushalt: 285.000 Euro;

Einnahmen:

Grundsteuer A: 11.500 Euro; Grundsteuer B: 1,7 Millionen Euro; Gewerbesteuer: 2,8 Millionen Euro; Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer: 3,53 Millionen Euro; Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer: 260.000 Euro; Hundesteuer: 27.000 Euro; Zweitwohnungssteuer: 855.000 Euro, Verwarnungsgelder Verkehrsüberwachung: 48.000 Euro; Kreisumlage: 4.381.600 Euro, Personalkosten: 3.250.500 Euro;

Investitionen:

Turnhalle (Zuschuss an den Schulverband): 2 Millionen Euro, Café im Kutschenmuseum: 150.000 Euro; Sanierung/Umbau Bauhof: 100.000 Euro; Ersatzbeschaffung Hansa mit Pflug: 100.000 Euro; Breitbandausbau: 10.000 Euro; Anteil Neubau Felitzerbrücke: 50.000 Euro; Sanierung Sportplatz: 80.000 Euro, Wasserversorgung Sutten: 50.000 Euro (Erneuerung der Leitung Lahner Alm); Tiefgarage (2. Bauabschnitt): 500.000 Euro; Sanierung Gemeindehäuser: 150.000 Euro.

Rücklage zum Jahresende 2015: 548.000 Euro;

Schuldenstand: 2.366.000 Euro (Jahresende 2015: 2.577.700 Euro). Pro-Kopf-Verschuldung am Jahresende: 627 Euro (Landesschnitt: 768 Euro)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Waakirchnerin übersieht Golf: Karambolage an Kreuzung in Gmund
Zu einer Karambolage kam es am  Mittwochabend in Gmund. Die Fahrerinnen blieben unverletzt. Der Sachschaden ist beträchtlich. 
Waakirchnerin übersieht Golf: Karambolage an Kreuzung in Gmund
Zu gefährlich: Rottacher Bauhof sammelt Findlinge am Gartenzaun ein - kostenpflichtig
Damit keiner an ihrem Gartenzaun parkt, platzieren etliche Rottacher riesige Steine auf gemeindlichen Grünstreifen. Bürgermeister Köck will das nicht länger hinnehmen. 
Zu gefährlich: Rottacher Bauhof sammelt Findlinge am Gartenzaun ein - kostenpflichtig
vhs-Reform: Gemeinde sagt Ja, Verein Nein
Gmund will dem vhs-Verbund beitreten. Doch die Volkshochschule vor Ort macht nicht mit. 
vhs-Reform: Gemeinde sagt Ja, Verein Nein
Kommunalwahl 2020: Wiesseer Block erstmals ohne Bürgermeister-Kandidat
Der Wiesseer Block stellt den Bürgermeister: So ist es seit Kriegsende. Doch für die Kommunalwahl 2020 schickt die Gruppierung keinen Kandidaten ins Rennen.
Kommunalwahl 2020: Wiesseer Block erstmals ohne Bürgermeister-Kandidat

Kommentare