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Dieses Grundstück an der Forellenstraße in Rottach-Egern darf bebaut werden. Die Gemeinde hat eine Ausnahme von der Veränderungssperre gemacht.

Macht die Gemeinde eine Kehrtwende?

Bebauungsplan für Forellenstraße kommt auf den Prüfstand

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Macht die Gemeinde eine Kehrtwende im Baugebiet rund um die Forellenstraße? Es sieht so aus: Der Beschluss für den Bebauungsplan kommt auf den Prüfstand.

Rottach-Egern – Im März hatte der Rottacher Ortsplanungsausschuss beschlossen, für das Gebiet an der Forellenstraße einen Bebauungsplan aufzustellen und zudem mit einer zweijährigen Veränderungssperre jegliche Bautätigkeit zu unterbinden. Die Voranfrage zum Bau eines Ein- und eines Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage an der Forellenstraße 9 bringt die Gemeinde nun ins Grübeln: Bürgermeister Christian Köck (CSU) musste einräumen, dass der Bebauungsplan hier eigentlich zu spät komme. War der Beschluss gar ein Fehler? Köck informierte darüber, dass das Landratsamt den Sinn eines Bebauungsplans dort für fragwürdig hält, weil das Gebiet schon ziemlich weit entwickelt sei.

Für das Einfamilienhaus hatte der Ortsplanungsausschuss gegen die Stimme von Anastasia Stadler (CSU) bereits eine Ausnahme gemacht, nun war auch das Mehrfamilienhaus mit vier Wohneinheiten an der Reihe. 13 mal 21 Meter groß und Wandhöhen von maximal 6,30 Meter – diese Maße hält das Landratsamt für machbar. „Ich will Euch nicht unter Druck setzen“, sagte Köck, „aber wenn wir das Bauvorhaben jetzt ablehnen, dann würde das Landratsamt einen negativen Beschluss durch seine Zustimmung ersetzen.“

Josef Kaiser (CSU) erneuerte seine Bedenken hinsichtlich der Stellplatz-Situation und der Erschließung. Jetzt hätten wir die einmalige Chance für einen Wendehammer“, meinte Kaiser. Ob sie genutzt wird, blieb zunächst offen. Nachbessern muss der Bauherr bei den Stellplätzen. Er kann zwar die geforderte Anzahl nachweisen, doch die liegen bisher teilweise an der Forellenstraße. Dies sei ungünstig wegen der Schneeräumer im Winter, hieß es.

Inzwischen steht fest: Bei der nächsten Gemeinderatssitzung am Dienstag, 30. Mai, um 19 Uhr kommt der angedachte Bebauungsplan noch einmal auf den Prüfstand.

Zurück zum Antrag an der Forellenstraße 9: Dafür eine Ausnahme vom beschlossenen Baustopp zu erteilen, sei gerechtfertigt, so Köck. Er fände es nicht richtig, wenn man an einem Bauwerber ein Exempel statuieren würde. Vize-Bürgermeister Josef Lang (CSU) wünschte sich vor einer Kehrtwende noch Aufklärung durch den Planer.

Mehrheitlich wurde die Ausnahme für das Mehrfamilienhaus dann beschlossen. Nur Anastasia Stadler (CSU) war erneut dagegen. Sie bleibt ihrer Haltung treu, wonach die Gemeinde bei der klaren Linie, die sie beschlossen hat, auch bleiben solle.

gr

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