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Info-Tafeln sollten Namensgeber der Rottacher Straßen vorstellen. Das Foto zeigt Christian Stadler mit einem Modell. 

Klare Abfuhr

Gemeinderat: Kein Interesse am Projekt des Verkehrsvereins

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Wer war eigentlich Dr. Scheid? Um über die Namensgeber von Rottacher Straßen zu informieren, wollte der Verkehrsverein 3000 Euro springen lassen. Der Gemeinderat wünscht sich jedoch ein Gesamtkonzept mit dem Kulturverein. Am Ende kassierte der Verkehrsverein eine deutliche Abfuhr.

Rottach-Egern „Wir haben uns Gedanken gemacht“, sagt Christian Stadler, Ausschuss-Mitglied im Verkehrsverein. Was könnte der Verein auf die Schnelle tun, um den Ort attraktiver zu machen? So entstand die Idee, Persönlichkeiten vorzustellen, denen Straßen in Rottach-Egern gewidmet sind. Etwa 50 Straßen im Ort sind nach Personen benannt. Info-Tafeln an den Straßenschildern sollten erklären, warum der Ort das Andenken der Namensgeber hochhält. Etwa 3000 Euro dürften die Täfelchen kosten, der Verein wollte die Kosten übernehmen. „Die Gestaltung hätten wir auch der Gemeinde überlassen“, erklärt Stadler, der das Projekt vonseiten des Verkehrsvereins betreut hat.

Doch so tief mochte der Gemeinderat gar nicht einsteigen. Einstimmig lehnte das Gremium den Antrag des Verkehrsvereins ab. Dies mit dem deutlichen Hinweis, man hätte sich eine Zusammenarbeit mit dem Kunst- und Kulturverein gewünscht. Der jetzige Vorschlag, erklärte Bürgermeister Christian Köck (CSU), überzeuge weder optisch noch inhaltlich.

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Zur Vorgeschichte: Schon im August hatte der Verkehrsverein-Vorsitzende Josef Bogner die Idee der Info-Tafeln vorgestellt. Wie berichtet, entschied das Gremium, die Abstimmung aufs Frühjahr 2019 zu vertagen. Dies deshalb, weil der Kunst- und Kulturverein seit Längerem einen Denkmal- und Skulpturenweg plant. Die Hoffnung ist, über das Leader-Programm des Freistaates Zuschüsse für die Umsetzung zu erhalten. Das Verfahren braucht Zeit, weshalb der Gemeinderat den Verkehrsverein um Geduld bat. Schließlich soll am Ende alles zusammenpassen.

Es folgte ein langes Gespräch zwischen Vertretern der beiden Vereine. Stadlers Fazit: „Da gibt es doch nur eine ganz kleine Schnittmenge.“ Was der Verkehrsverein plane, sei eine kleine Aktion, nicht zu vergleichen mit dem großen Projekt des Kunst- und Kulturvereins. Dieses verschlinge vielleicht 40 000 bis 50 000 Euro, die Realisierung werde sicher noch einige Zeit auf sich warten lassen. Die Idee des Verkehrsvereins lasse sich hingegen schnell umsetzen. „Da sind wir nicht zusammengekommen“, berichtet Stadler. Die Info-Tafeln und der Skulpturenweg, das seien „zwei Paar Stiefel“.

Eben deshalb wartete der Verkehrsverein das Frühjahr nicht ab, sondern stellte den Täfelchen-Antrag neu. Im Gemeinderat fand sich jedoch kein einziger Befürworter.

„Es wäre schön gewesen, wenn die beiden Vereine das zusammen gemacht hätten“, meinte Vize-Bürgermeister Josef Lang (CSU). Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG), Schatzmeisterin des Kunst- und Kulturvereins, berichtete vom Sachstand des Denkmal- und Skulpturenwegs. Der Leader-Antrag könne bald gestellt werden, alles sei im Zeitplan. „Aber der Verkehrsverein wollte schneller umsetzen.“

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Aus einem anderen Bereich hat sich der Verkehrsverein zurückgezogen: Die Weihnachtsbeleuchtung des Ortes ist nun allein Sache der Gemeinde. Schon im Juni, kurz nach seiner Neuwahl als Vorsitzender, hatte Bogner mitgeteilt, der Verein werde künftig darauf verzichten, bei den Gewerbetreibenden um Spenden für Beschaffung kleiner Weihnachtsbäumchen zu bitten. In den Vorjahren hatte der Verein rund 200 Bäumchen gekauft, die der Bauhof an den Straßenlaternen entlang der Ortsdurchfahrt montierte.

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