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Begehrtes Baugebiet: die Bereiche an der Werinher- und Forellenstraße in Rottach-Egern.

Gemeinderat beschließt Aufstellung von weiteren Bebauungsplänen

Rottach-Egern stoppt ausufernde Bebauung

Rottach-Egern will der derzeitigen Bauwut nicht länger hinterher hecheln, sondern gibt jetzt selbst den Ton an. Für weitere Gebiete wurde die Aufstellung von Bebauungsplänen beschlossen.

Rottach-Egern – „Es ist der Versuch, zu retten, was zu retten ist.“ Bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend brachte Vize-Bürgermeister Josef Lang (CSU) das Handeln der Gemeinde auf den Punkt. Auch Georg Höß (FWG) war froh, dass die Gemeinde endlich nicht mehr nur reagiert, sondern die ausufernde Bebauung auf ein Minimum begrenzt. Ein seit 2015 geplantes Bauprojekt an der Werinherstraße, wo auf einem 5600 Quadratmeter-Areal zwei Einfamilien- und zwei Mehrfamilienhäuser mit Tiefgarage und Schwimmbad entstehen sollen, war Anlass, die Handbremse zu ziehen. Darauf hatte man sich vor kurzem bei einer geheimen Sondersitzung geeinigt. 

Für das Gebiet Kobell- und Werinherstraße wird nun ein Bebauungsplan erarbeitet, der Folgendes vorsieht: Ein Grundstück darf nur noch zu 35 Prozent unterirdisch bebaut werden, ein Grünstreifen am See muss erhalten bleiben, die Hochwasserlinie muss dargestellt, das Schutzgebiet der Wiesseer Heilquellen berücksichtigt werden. „Ein Bebauungsplan ist die einzige Möglichkeit, der laufend beantragten Maximalbebauung Einhalt zu gebieten“, sagte Bauamtsleiterin Christine Obermüller. Der komplette Gemeinderat war für diesen Weg. Dass die zugleich beschlossene zweijährige Veränderungssperre die Bebauung dort zunächst für alle Hausbesitzer lahm legt, fand Josef Kaiser (CSU) zwar traurig, ihm war aber klar, „dass die Gemeinde keine andere Wahl hat.“

Unter der Erde gilt die 35-Prozent-Regel

Für das Wohngebiet zwischen der Forellen- und Fischerstraße wurden gegen die Stimme Kaisers ebenfalls ein Bebauungsplan und eine Veränderungssperre beschlossen. Hier gilt die unterirdische 35-Prozent-Regel ebenso wie eine Wandhöhe von sechs Metern. Ein Bebauungsplan für einen Teil des Gebiets, der noch aus dem Jahr 1986 stammt und Wandhöhen von 6,30 Meter zulässt, soll sich den neuen Vorgaben anpassen. „Es geht um unsere Glaubwürdigkeit“, betonte Bürgermeister Christian Köck (CSU). Er signalisierte aber: Wer sich an die künftigen Vorgaben hält, hat durchaus die Chance, trotz Veränderungssperre eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen. „An der Werinherstraße sind wir den Anträgen hinterhergelaufen, hier verleihen wir unseren Vorgaben Nachdruck“, bewertete Klaus Fresenius (FWG) das Vorgehen.

„Eine sehr lockere Bebauung“

Beim Wohngebiet zwischen Karl-Theodor-, Baumgarten-, Dr.Scheid- und Risserkogelstraße ist man schon weiter. Hier wurde der bereits ausgearbeitete Entwurf einstimmig gebilligt. Er sieht vor: Nur 18 Prozent eines Grundstücks dürfen mit einem Haupthaus bebaut werden, die Wandhöhe darf sechs Meter nicht überschreiten, Bäume müssen erhalten bleiben, die Geschossflächenzahl muss zwischen 0,12 und 0,18 liegen. „Eine sehr lockere Bebauung also“, erklärte Obermüller. „Ein weiteres Gebiet, wo wir größere Bauvorhaben ganz klar eingrenzen“, sagte Köck und fand, dass dieser Schritt nachvollziehbar sei.

gr

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