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Martin Walleitner, Vorsitzender des Flieger-Clubs über den rücksichtslosen Gleitschirmflieger.

Interview zum schweren Unfall am Samstag

Gestörter Einsatz: „Dieser Flieger war ein rücksichtsloser Egoist“

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Der Gleitschirmflieger, der am Samstag einen Rettungshubschrauber behinderte, schockte das ganze Tal. Wir haben dazu mit Martin Walleitner, Vorsitzender des Gleitschirmfliegerclubs Tegernseer Tal, gesprochen.

Rottach-Egern – Der Fall hat für Kopfschütteln gesorgt: Am Samstag war ein 50-jähriger Gleitschirmflieger aus München abgestürzt, und bei der Rettung behinderte ein anderer Gleitschirm-Pilot den Rettungs-Hubschrauber (wir berichteten). Wir haben bei Martin Walleitner, Vorsitzender des Drachen- und Gleitschirmfliegerclubs Tegernseer Tal, nach Regeln und Risiken gefragt.

Herr Walleitner, kommt das öfter vor, dass Gleitschirm-Piloten selbst eine Rettungsaktion behindern?

Walleitner: Zum Glück nicht! Das war ein außergewöhnlicher Fall, und ich muss ganz deutlich sagen, dass dieser Flieger, ein Deutsch-Rumäne, ein rücksichtsloser Egoist war. Das war so, wie man auf der Autobahn keine Rettungsgasse bildet.

Welche Folgen hat die Aktion?

Walleitner: Der Pilot hat auf alle Fälle ein Flugverbot für den Wallberg. Wie sein Verhalten sonst noch geahndet wird, das leitet der Dachverband der Drachen- und Gleitschirmflieger in die Wege. Der Heli-Pilot müsste eine Anzeige erstatten, dann wäre es ein Eingriff in den Luftverkehr, der sogar mit Haft bestraft werden könnte.

Kann jeder Pilot am Wallberg starten und landen, wo er will?

Walleitner: Starten kann man am Hauptgipfel, an der Hintermauer-alm oder am Kircherl. Gelandet wird normalerweise unten auf der Wiese nördlich der Wallbergstraße. Für Drachen steht künftig ein Landeplatz am Hirschberglift zur Verfügung. Das ist ganz neu, denn die Genehmigung dafür haben wir erst seit dem vergangenen Wochenende.

Und was ist mit der Point?

Walleitner: Da dürfen Gleitschirmpiloten nur landen, wenn ein Boot der Wasserwacht im See bereit steht. Beim Rottacher Seefest ist das zum Beispiel der Fall.

Wie gefährlich ist der Himmel über dem Wallberg und das Gleitschirmfliegen allgemein?

Walleitner: Ich fliege jetzt seit 30 Jahren, bin 200 Mal im Jahr unterwegs. Mit ist noch nie etwas passiert. Man kann Gleitschirmfliegen also sehr sicher betreiben. Was bei dem verunglückten Münchner genau passiert ist, dazu erlaube ich mir kein Urteil.

gr

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