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Christian Köck will Rottacher Bürgermeister bleiben. 

Kommunalwahl 2020 

Gibt’s ein Solo für Bürgermeister Christian Köck?

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Vor fünf Jahren musste Christian Köck (CSU) ums Amt des Rottacher Bürgermeisters kämpfen. Sicher ist: Köck tritt bei der Kommunalwahl 2020 noch einmal an - und wird es nun leichter haben.

Rottach-Egern– An Rückzug denkt Christian Köck (47) nicht. Warum auch. Im Gemeinderat herrscht meist Harmonie, es läuft rund. 2014 hat sich Köck aus seinem Beruf als selbstständiger Mediengestalter verabschiedet, um im Rathaus Regie zu führen. Dass er es nicht bei einer Amtszeit belassen will, hat er früh klar gemacht.

Offen ist, ob es einen Gegenkandidaten geben wird. 2014 traten Hermann Ulbricht (FWG) und Josef Bogner als parteifreier Bewerber gegen ihn an. Der Einzelkämpfer Bogner schaffte es in die Stichwahl. Mit 56,17 Prozent setzte sich Köck am Ende durch.

Von Bogner hat man seit

her viel gehört. Er wehrte sich öffentlichkeitswirksam gegen die Erbschaftssteuer, lud zu stets gut besuchten Dorfgesprächen. Mit seiner Familie stellte er den historischen Voitlhof an die Stelle der alten Gsotthaber Stubn. Dorthin ist sein Wirtshaus Zum Zotzn umgezogen, das er seinem Sohn übergeben hat. Viele fragen sich, ob Bogner noch einmal als Bürgermeisterkandidat antritt.

Doch er winkt ab. „Ich mache weiter ein bisschen Opposition“, sagt Bogner. Er werde sich auch künftig einmischen, pflege gute Kontakte zum Büro von Hubert Aiwanger (FWG). „Ich bleibe politisch aktiv und werde nicht ruhen“, verspricht Bogner. Aber eine Wahl wolle er sich mit 61 Jahren nicht mehr antun. Der Wahlkampf koste Zeit, Nerven und auch Geld: „Ich habe keine Sponsoren wie Trump.“

Auch Thomas Tomaschek (Grüne), als Landtagskandidat 2018 schon Wahlkampf-Profi, strebt nicht nach dem Bürgermeisteramt. „Ich trete nicht an“, macht er klar. Sein Ziel für die Kommunalwahl 2020 ist ein anderes: „Ich will das Tal begrünen.“ Heißt: In allen Tal-Orten sollen Vertreter der Grünen an den Ratstischen vertreten sein. Bislang ist dies nur in Gmund und Rottach-Egern der Fall. Dabei, so Tomaschek, hätten die Grünen zuletzt bei den Wahlen in allen Orten 15 bis 17 Prozent geholt. „Wir sind dabei, zweitstärkste Kraft zu werden.“ Aktuell seien die Grünen im Tal nur lose organisiert. Das wird Tomaschek ändern. Bis zum Sommer will er eine neue Struktur schaffen und die Gründung eines Ortsverbands Tegernseer Tal vorbereiten. Dieser kann dann helfen, in allen Orten Listen für die Kommunalwahl aufzustellen.

Offen ist, ob die FWG in Rottach-Egern einen Bürgermeisterkandidat aufbieten wird. Das werde bei der Jahreshauptversammlung Ende März besprochen, erklärt FWG-Fraktionssprecher Thomas Lamm: „Vorab gibt es nichts zu sagen.“

Der CSU-Ortsverein wird seinen Kandidaten im Herbst nominieren. Als Ortsvorsitzender wurde Köck bereits Ende Februar im Amt bestätigt – einstimmig. Seine Stellvertreterin und CSU-Fraktionssprecherin Alexandra Wurmser rechnet damit, dass Köck auch als Kandidat viel Rückenwind bekommt. „Mir ist nicht bekannt, dass noch jemand kandidieren will, aber es kann immer Überraschungen geben“, meint sie.

Am Ende könnte es gut sein, dass Köck der einzige Bewerber um das Amt des Rottacher Bürgermeisters bleibt. „Schön wäre das schon“, findet Wurmser. Köck leiste ja auch ausgezeichnete Arbeit. Die Rottacher CSU gehe die Wahl insgesamt entspannt an: „Aber wir nehmen auch nichts auf die leichte Schulter.“

Die Serie

Wie es ein Jahr vor der Kommunalwahl in den einzelnen Kommunen aussieht, welche Herausforderer die Fraktionen ins Rennen schicken wollen und welche Namen gehandelt werden, beleuchten wir in dieser Serie.

Lesen Sie dazu auch unseren Auftaktbericht. Dort finden Sie weitere Links zum Thema Kommunalwahl 2020 in den übrigen Städten und Gemeinden.

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