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Den Dialog fördern: Beim Gipfeltreffen im Rottacher Seeforum war auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (M.) gekommen, den Christiane Goetz-Weimer und Wolfram Weimer herzlich begrüßten.

Im Rottacher Seeforum

Gipfeltreffen im Geist von Ludwig Erhard

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Rottach-Egern - Ludwig Erhard,  Vater des Wirtschaftswunders, ist der Patron eines Gipfeltreffens, zu dem das Verleger-Ehepaar Weimer ins Seeforum eingeladen hatte.

Ludwig Erhard, der Vater des Wirtschaftswunders, ist der Patron eines Gipfeltreffens der Entscheider, zu dem das Verleger-Ehepaar Weimer eingeladen hatte. 360 Vertreter von Politik, Wirtschaft und Medien kamen ins Seeforum. Es ging um nicht weniger als die Zukunft der Welt.

„2016 wird ein Epochenjahr, in dem wir viele geschichtsdefinierende Momente haben werden“, glaubt Verlegerin Christiane Goetz-Weimer. Mit ihrem Mann Wolfram Weimer – der unter anderem Chefredakteur von Focus, Die Welt und der Berliner Morgenpost war – führt sie die Weimer Media Group. Das Verlagshaus hat seinen Sitz in München, zuhause ist das Ehepaar am Tegernsee. Die Weimers haben viele Ideen und eine Mission: Sie wollen Menschen zusammenbringen, Entscheider. „Das ist es doch, was wir Medienleute können: vernetzen“, meint Christiane Goetz-Weimer. 

Ihr geht es um die großen Zusammenhänge. Um die globale Wirtschaft, um Politik, um Werte. Tatsächlich ist es den Weimers gelungen, für ihren ersten Ludwig-Erhard-Gipfel unter dem Motto „Wirtschaft trifft Politik trifft Medien“ hochrangige Vertreter der verschiedenen Sparten aus ganz Deutschland ins Rottacher Seeforum zu holen. 

Einige hatten es gar nicht weit, weil sie ein Haus am Tegernsee haben. Horst Teltschik etwa, der in Rottach lebt. Er war einer der engsten Berater von Kanzler Helmut Kohl und leitete fast ein Jahrzehnt lang die Münchner Sicherheitskonferenz. Teltschik war schon am Donnerstagabend beim Kamingespräch in kleiner Runde mit Edmund Stoiber am Margarethenhof dabei. Beim großen Gipfeltreffen am gestrigen Freitag hielt Teltschik eine Laudatio auf Michael Gorbatschow – in dessen Abwesenheit. 

Anlass war die Verleihung des Freiheitspreises der Medien. Wie berichtet, hätte „Gorbi“, dessen Tochter in Rottach-Egern wohnt, den Preis bei dem Gipfel bekommen sollen, hatte aber aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Das Ehepaar Weimer war darum nach Moskau gereist, um dem Ex-Sowjetpräsidenten und Friedensnobelpreisträger den Preis vorab zu überreichen. 

Den Besuchern des Erhard-Gipfels übermittelte Gorbatschow seine Botschaften per Video. Er appellierte an das deutsche Volk, weiterhin gute Beziehungen zu Russland zu pflegen. Nur der Dialog führe zu Lösungen. Der Dialog, das ist auch der Titel der Skulpur des Holzbildhauers Heinrich Göbl, die als Preis vergeben wurde. Zum ersten, aber nicht zum letzten Mal. Auch im nächsten Jahr soll es wieder einen Ludwig-Erhard-Gipfel und eine Preisverleihung geben, sagt Goetz-Weimer. Sogar der Termin steht schon fest: 20. Januar 2017. 

Von der Resonanz aufs erste Gipfeltreffen ist Goetz-Weimer begeistert. „Wir sind geradezu überrannt worden. Das hat unsere Erwartungen weit übertroffen.“ Die Liste der Redner und Teilnehmer der Podiumsdiskussionen konnte sich sehen lassen. 

Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, kündigte eine Digitalisierungsoffensive für 2016 an. Zuvor schon hatte Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner die Herausforderungen für 2016 beleuchtet. Dazu zählt im Besonderen der Umgang mit dem Flüchtlingszustrom. „Wir brauchen eine Wirtschaft, die aufnahmefähig ist“, machte Aigner klar. 

Zur Integration gehöre eine gute Ausbildung. „Da brauchen wir die mittelständischen Unternehmen, die ohnehin die größte Leistung bringen.“ Weitere Redner beim Gipfeltreffen waren unter anderem Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Wolfgang Kubicki (FDP), Vorstandsvorsitzende wie Michael Kerkloh (Flughafen München) und Ralf Wittenberg (British American Tobacco Germany), Wissenschaftler wie Michael Hüther (Institut der Deutschen Wirtschaft) und Ulrich Reinhardt (BAT-Institut für Zukunftsfragen), Banker wie Andreas Schmitz (HSBC Trinkaus), Martin Mihalovits (Sparkasse) und Bernhard Brinker (Hypovereinsbank), aber auch Abtprimas Notker Wolf und Jung-Unternehmer Philipp Riederle. 

„Das ist eine gute Werbung fürs Tegernseer Tal“, meinte Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing, der wie seine Kollegen zum Gipfeltreffen gekommen war. Auch viele Unternehmer und Hoteliers hatten sich Zeit genommen. Vor allem Letztere können sich dank des Gipfels über viele Gäste in einer touristisch stillen Zeit freuen. Der Gipfel sei eine gute Sache, findet Korbinian Kohler vom Hotel Bachmair-Weissach: „Und ich denke, dass in den nächsten Jahren sogar noch mehr kommen.“

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