Gleitschirme über dem Tegernsee (Symbolbild)
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Gleitschirme über dem Tegernsee (Symbolbild)

Zu nah an den Hang geflogen

Gleitschirmpilot (51) bleibt am Wallberg im Baum hängen - Hubschrauber bei Rettung von anderen Gleitschirmfliegern blockiert

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Ein Gleitschirmpilot blieb am Mittwochnachmittag am Wallberg in 15 Metern Höhe in einem Baum hängen. Weil dort reger Flugbetrieb herrschte, hatten es die Retter schwer, zu ihm zu kommen.

Rottach-Egern – Ein Gleitschirmflieger (51) aus München wagte sich am Mittwoch zu nah an den Hang. Gegen 15 Uhr streifte er in der Nähe der Bärenwand auf der Nordseite des Wallbergs zunächst einen Baum mit einer Flügelseite. Der Pilot kam ins Trudeln und konnte seine Flugroute nicht korrigieren. Schließlich blieb er in 15 Metern Höhe in einer Buche hängen.

Gleitschirmpilot hängt im Baum - und setzt selbst einen Notruf ab

Der Pilot blieb dabei unverletzt. Trotz seiner misslichen Lage konnte er den Notruf 110 wählen.

Der Polizeihubschrauber Edelweiß brachte Einsatzkräfte der Bergwacht zur Unglücksstelle. Dort konnten die Retter dem im Baum hängenden Münchner jedoch nicht gleich zur Hilfe eilen. Der Grund: Die Hubschrauberbesatzung musste mit dem Einsatz warten, weil andere Gleitschirmflieger sich in der Nähe bewegten und sogar neu starteten. Ihnen war offenbar nicht klar, dass gerade ein Einsatz läuft.

Die Bergwachtler bereiteten vor Ort den Abtransport des im Baum hängenden Piloten vor, bevor dieser mit der Winde des Hubschraubers geborgen werden konnte.

Retter appellieren an die Vernunft der Gleitschirmpiloten

Der dringende Appell der Rettungskräfte geht an die Vernunft der Gleitschirmpiloten. Wenn ein Hubschrauber am Berg im Einsatz ist, heißt es ganz klar: weit wegfliegen vom Einsatzort, beziehungsweise nicht mehr starten. Für die Piloten der Rettungs-/Polizeihubschrauber ist es Herausforderung genug, die Einsatzkräfte vor Ort zu bringen und Verunglückte mit der Winde an Bord zu holen. Sie können nicht auch noch auf umherfliegende Freizeitsportler achten.

Eine weiteres Problem ist der sogenannte „Downwash“. Wenn der Hubschrauber zur Windenbergung ansetzt, muss zuvor der verunglückte Pilot von seiner Schirmkappe getrennt und gesichert werden. Das verhindert, dass er mitsamt seiner Ausrüstung bei der Bergung von den Rotorwinden weggeblasen wird.

Gegen 18 Uhr war der Pilot aufgrund des umsichtigen Handelns der Bergwacht und der Besatzung des Polizeihubschraubers wieder im Tal.

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