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Der einzige offizielle Grillplatz im Tegernseer Tal: Hier in der Nähe des Pavillons in Seeglas (Gmund) ist das Grillen erlaubt. Allerdings muss man sich dazu eine spezielle Grillschale bei der Gemeinde besorgen.

Nach dem Verbot von Daxenfeuern

Grillen am See: Fast überall verboten, selten geduldet

Das Grillen am See, und seinen Flüssen ist für viele die Krönung eines Sommerabends im Tal. Aber Achtung: Nur eine Gemeinde erlaubt das überhaupt. Der Rest hat nur wenige Ausnahmen.

Tegernseer Tal – Würstl und Stockbrot am Lagerfeuer direkt am See zubereitet: Wer kennt das nicht? Wem sind diese (Jugend-)Erinnerungen nicht teuer? Dennoch stört sich mancher Badegast an den nicht oftmals entsorgten Hinterlassenschaften. „Hin und wieder wird die eine oder andere Mitteilung wegen wilden Grillens und Feierns mit Lagerfeuern und Unrat gemacht“, bestätigt der stellvertretende Dienststellenleiter der Bad Wiesseer Polizei, Roman Hörfurter und stellt klar. „Wir schreiten dann auch ein.“ 

Mit feierfreudigem Jungvolk und Großfamilien, die gleich eine ganze Partyzone und oder ein Lager am Ufer einrichten, habe das Tegernseer Tal allerdings kein explizites Problem. „Die Vorkommnisse sind nicht mit den Zuständen andernorts zu vergleichen“, sagt Hörfurter. Erst recht nicht in der Waldfestzeit, da sinke die Zahl entsprechender Hinweise noch einmal. Dennoch gilt: Das Grillen rund um den See und den Flüssen ist nicht erst verboten, seit das Landratsamt die Daxenfeuer wegen der aktuellen Waldbrandgefahr verboten hat.

Laut „Landschaftsschutzverordnung Tegernsee und Umgebung“, die für alle Bereiche außerhalb der geschlossenen Ortsbereiche gilt, dürfen keine Veränderungen vorgenommen werden, die geeignet sind, das Landschaftsbild oder die Natur zu beeinträchtigen. „Darunter fallen in jedem Fall das Feuermachen und Grillen sowie das Aufstellen von Zelten“, sagt Birger Nemitz, Pressesprecher des Landratsamts Miesbach. Zudem unterlägen die Verlandungsgebiete des Tegernsees dem gesetzlichen Biotopschutz nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz. Von Seiten des Landratsamts heißt das: Grillen ist ein striktes Tabu.

Dass Verstöße gegen dieses Verbot bis dato nicht so streng geahndet wurden, liegt daran, dass wildes Grillen auch in den Bereich öffentliche Sicherheit fällt, der wiederum in die Zuständigkeit der örtlichen Rathäuser fällt. Und in den fünf Talgemeinden, die lokale Grillverbote erlassen können, wird das wilde Grillen unterschiedlich gehandhabt.

Tegernsee

Die Stadt duldet das Grillen an der Point, „solange es im Rahmen bleibt und das normale Miteinander unter den Badegästen nicht beeinträchtigt“, sagt Geschäftsleiter Hans Staudacher. Dabei gilt: Es muss ein Grill – nicht nur ein Rost – verwendet werden, Asche und Unrat müssen entsorgt werden. Das verstehe sich von selbst. „Bisher lief das gut“, sagt Staudacher.

Bad Wiessee

Der Kurort verbietet laut Klaus Schuschke vom Ordnungsamt wildes Grillen. Etwas Kurios: An einer gesicherten Feuerstelle wäre es erlaubt. eine solche gibt es aber auf der gesamten Wiesseer Gemeindeflur nicht.

Rottach-Egern

Die Gemeinde duldet das Grillen an der Popperwiese nur am Tag des Seefests, ansonsten ist es zwischen Ringsee und Schoner Bucht kategorisch verboten. „Wir achten da auch sehr genau drauf“, sagt Geschäftsleiter Gerhard Hoffmann.

Kreuth

Laut Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider ist der Bereich Weissach beliebt für große Grilllager. „Bisher hatten wir keine Probleme. Ob Großfamilien oder Jungvolk – es wurde immer sauber aufgeräumt. Von daher hat Kreuth wildes Grillen bisher auch nicht verfolgt. Im Gegenteil. Die Kommune plante sogar einen öffentlichen Grillplatz am Schwarzenbach. Den Plan musste man verwerfen, weil der Bach begradigt wurde und die vorgesehene Stelle wegfiel. Einen offiziellen Grillplatz gibt es im Tal also nur einen einzigen – und zwar in Gmund.

Gmund

In Seeglas auf Höhe des Pavillons ist das Grillen erlaubt. Um den öffentlichen Grillplatz nutzen zu können, muss man sich beim Bauhof die eigens dafür vorgesehene Grillschale gegen Kaution von 25 Euro abholen und gesäubert zurückbringen. Ansonsten ist auch in Gmund das wilde Grillen verboten. Und das kategorisch.

Alexandra Korimorth

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