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Hier leisten die Helfer 150 Stunden pro Woche: Traglufthalle am Birkenmoos.

Großes Interesse an Deutschunterricht

Helfer arbeiten 150 Stunden pro Woche in Traglufthalle

Rottach-Egern - Die Rottacher Helfer leisten in der Traglufthalle das Unmögliche: Rund 150 Arbeitsstunden pro Woche. Ein Gemeinderat führt derweil lieber eine Grundsatzdebatte. 

Der Helferkreis Asyl in Rottach-Egern leistet ganze Arbeit. Rund 150 Arbeitsstunden pro Woche stehen dort zu Buche. „Es läuft relativ gut, allerdings nicht ganz so, wie man sich das als deutsche Organisatorin wünscht“, erklärte Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG) im Gemeinderat. Als Vorsitzende des Helferkreises lieferte sie einen Sachstandsbericht zur Lage in der Traglufthalle am Birkenmoos. Aktuell leben dort 102 Asylbewerber aus sieben Nationen. Für Josef Kaiser (CSU) stellt sich allerdings die Grundsatzfrage. „Der nächste Schub kommt bestimmt, wo sollen wir sie alle unterbringen? 

Halb Afrika besteht aus armen Leute, die können nicht alle zu uns kommen“, merkte er an. Bürgermeister Christian Köck (CSU) ließ eine Grundsatzdebatte aber nicht zu. In ihrem Lagebericht zeigte Schultes-Jaskolla auch auf, wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Den gibt es vor allem, was die Zuverlässigkeit angeht. Als Beispiel führte Schultes-Jaskolla den Radl-Unterricht an. „Zwölf Asylbewerber hatten sich im Vorfeld angemeldet, nur vier sind letztlich erschienen.“ Auch die Pünktlichkeit lasse zu wünschen übrig. Wichtig sei die Förderung der Selbstorganisation. „Wir haben kürzlich Hallensprecher gewählt“, berichtete Schultes-Jaskolla. „Zeitnah sollen auch Klassensprecher folgen.“ Für den Deutschunterricht. 

Gerade was die Deutschkurse angeht, sei die Motivation sehr groß. Zehn Asylbewerber hätten zu Beginn der Woche den Deutschkurs auf dem A1-Niveau abgeschlossen, berichtete Schultes-Jaskolla. Zudem absolvieren seit Dienstag 25 Asylbewerber einen Deutsch-Förderkurs des beruflichen Fortbildungszentrums der bayerischen Wirtschaft. „Diese 25 erhalten bis zum 25. Juni jeden Werktag fünf Stunden Unterricht. Das Interesse ist so groß, dass wir auch zwei Kurse hätten belegen können“, freute sich Schultes-Jaskolla. Angesichts dessen werde man versuchen, einen zweiten Kurs zu bekommen. 

Der Deutschunterricht bildet die Grundlage für die Zukunft. Sobald die Kommunikation auf Deutsch klappt, kann der nächste Schritt folgen: die Integration ins Berufsleben. Um den Einstieg zu erleichtern, sollen künftig unbezahlte Praktika angeboten werden, berichtete Schultes-Jaskolla. Auch hier sei das Interesse groß – auf beiden Seiten. „Wir haben bereits Firmen gefunden, die sich vorstellen können, Praktika anzubieten.“ Die Details, so Schultes-Jaskolla, müssten allerdings noch mit dem Landratsamt geklärt werden.

Bastian Huber

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