+
Die Rottach plätschert für gewöhnlich gemütlich vor sich hin, manchmal fällt sie sogar trocken. Aber sie kann auch ganz anders, wie beim Hochwasser im Juni 2013 zu erleben war. 

Arbeiten an der Rottach beginnen erst im Frühjahr 2018

Hochwasserschutz: Verschieben gefährlich? WWA widerspricht

  • schließen

Neue Dämme und Mauern längs der Rottach sollen den Ort vor Hochwasser schützen. Den für heuer geplanten Bau hat das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim jedoch aufs nächste Jahr verschoben. 

Rottach-Egern – Der Hochwasserschutz an der Rottach, für heuer versprochen, werde aufs Frühjahr 2018 verschoben. Derzeit fänden noch letzte Maßnahmen zum Gewässerunterhalt statt. Diese Nachricht überbrachte Bürgermeister Christian Köck (CSU) dem Gemeinderat als Fazit eines Ortstermins mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamts Rosenheim. Vize-Bürgermeister Josef Lang (CSU) reagierte ungehalten. Er verstehe nicht, warum die lange angekündigte Maßnahme noch einmal verschoben werde. „Ich finde das gefährlich“, sagte Lang. Köck pflichtete ihm bei: „Wenn uns das Wetter nicht gewogen ist, könnte es sein, dass wir wieder ein Hochwasser kriegen.“ Das Gebiet sei als risikoreich eingestuft.

Die genauen Gründe für die Verzögerung kenne er nicht, merkte Köck an. Er schlage aber vor, dem Wasserwirtschaftsamt ein paar Zeilen zu schreiben um klar zu machen, wie wichtig der Hochwasserschutz für die Gemeinde sei. „Jedes Jahr, das wir verlieren, ist ein Risiko für uns.“ Offenbar müsse das Wasserwirtschaftsamt erst noch mit Rottach-Anliegern reden. „Dann haben die jahrelang geschlafen“, wetterte Lang. Verhandlungen mit Grundbesitzern hätte das Amt doch auch schon früher führen können. „Wir sollten Dampf machen, dass die endlich anfangen.“

Andreas Holderer, beim Wasserwirtschaftsamt zuständig für die Maßnahme, versteht die Aufregung nicht. Der Zeitverzug sei gering. „Und wir sind ja bis jetzt nicht untätig gewesen“, erinnert Holderer.

Tatsächlich ist das Amt schon seit drei Jahren mit Arbeiten an der Rottach beschäftigt. Dabei geht es um zwei Dinge: den Gewässerunterhalt und den Hochwasserschutz. Beides greift ineinander, doch unterscheiden sich die Zuständigkeiten und damit auch die Finanzierung. Die Unterhaltsmaßnahmen sind allein Sache des Freistaats, am Hochwasserschutz müssen sich die Kommunen beteiligen. Die Maßnahmen an der 1,3 Kilometer langen Strecke zwischen der Brücke an der Bundesstraße und der Tuftenbrücke beim Sportplatz Birkenmoos kosten insgesamt 4,3 Millionen Euro. 2,9 Millionen Euro davon entfallen auf den Hochwasserschutz. 30 Prozent der letztgenannten Kosten müssen Rottach-Egern und Tegernsee schultern. Die beiden Kommunen teilen die Summe nach Zahl der Anwesen auf, die vom zusätzlichen Hochwasserschutz profitieren. In Rottach sind das 88, auf Tegernseer Seite 23.

Die Arbeiten für den Gewässerunterhalt sind laut Holderer abgeschlossen. Das Bett der Rottach wurde von alten Verbauungen für die Holztrift befreit, der üppige Uferbewuchs entfernt. Damit ist für den Hochwasserschutz schon viel getan. Die Rottach kann jetzt deutlich mehr Wasser aufnehmen als zuvor „Aber es reicht halt noch nicht“, sagt Holderer. Um den Ort vor einem Hochwasser zu schützen, wie es rechnerisch alle 100 Jahre auftritt, müssen die Ufer in diesem Bereich erhöht werden. Das hätte 2017 noch geschehen sollen. „Das schaffen wir aber nicht“, so Holderer. Ein großes Versäumnis sehe er darin nicht. Vielleicht, räumt Holderer ein, hätte man die Ausschreibung bereits im Herbst starten können. Das sei wegen des Wechsels des Sachbearbeiters nicht geschehen. Vorab Gespräche mit den Anliegern zu führen, wäre aber nicht sinnvoll gewesen, findet Holderer. Ziel sei es im Übrigen, auf deren Wünsche nach Möglichkeit einzugehen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Landkreis, Hoeneß und Aldi übergeben Schecks ans BRK
Beim Frühschoppen des Unternehmerverbands in Bad Wiessee wurden dem BRK gleich zwei symbolische Schecks überreicht: 50.000 Euro vom Landkreis, 12.300 Euro von Uli Hoeneß …
Landkreis, Hoeneß und Aldi übergeben Schecks ans BRK
Neuer Start der Theaterfahrten - die Gründe
Die beliebten Theaterfahrten, früher organisiert von der vhs Waakirchen, starten wieder. Im Interview erklärt die frühere vhs-Leiterin Hannelore Stuber, wie es dazu kam.
Neuer Start der Theaterfahrten - die Gründe
Extra-Bus und Service-Kräfte: So reagiert die BOB aufs Chaos-Wochenende
Pünktlich zum Start ins neue Wochenende erinnert die BOB an die teils chaotischen Szenen der letzten Woche - und gelobt Besserung. Wobei viel mehr wohl einfach nicht …
Extra-Bus und Service-Kräfte: So reagiert die BOB aufs Chaos-Wochenende
Badepark: „Mit Familien verdienen Sie kein Geld“
Der Badepark soll zur Wohlfühloase werden – aber kein Spaßbad mehr sein. So sieht es jedenfalls Projektentwickler Helmut Karg. Er will Badepark und Badehaus zu einer …
Badepark: „Mit Familien verdienen Sie kein Geld“

Kommentare