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Ein Brillant-Feuerwerk krönt seit jeher das sommerliche Seefest in Rottach-Egern - und auch bei der Winterausgabe gab‘s bisher immer ein Lichterspektakel. Das könnte künftig anders werden.

Erfolg für Initiative “Feiern statt Feuern“

Winter-Seefest bald ohne Feuerwerk?

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Die Initiative „Stoppt Feuerwerke“ unternimmt einen neuen Vorstoß: Sie appellierte an Rottach-Egern, beim Winter-Seefest aufs Feuerwerk zu verzichten. Die Gemeinde zeigt sich aufgeschlossen. 

Rottach-Egern – Seit etwa einem Jahr hat sich die am Tegernsee ansässige Initiative dem Kampf gegen Feuerwerke verschrieben. Vor allem die private Böllerei ist den Mitgliedern des losen Zusammenschlusses ein Dorn im Auge. „Feiern statt Feuern“ lautet ihr Slogan.

Mit Interesse haben die Mitglieder daher zum Jahreswechsel die Initiative des kleinen Ortes Ramsau im Berchtesgadener Land verfolgt: Das Bergsteigerdorf verzichtete in der Silvesternacht bewusst auf Kracher und Raketen und spendete stattdessen für die Erdbebenopfer in Italien. Eine großartige Geste, wie die Feuerwerks-Gegner finden. Und sie bitten um Nachahmung.

In einem Schreiben an Rottachs Bürgermeister Christian Köck (CSU) schlug die Wiesseerin Sabine Anders namens der Initiative vor, dem Beispiel Ramsaus zu folgen und das fürs Winter-Seefest am Faschingssonntag geplante Lichterspektakel abzusagen.

In dem Brief argumentiert Anders vor allem mit der „Feinstaub- und Lärmbelastung für Mensch und Tier“, die durch Feuerwerke entsteht. „Angesichts der gerührten Werbetrommeln für unsere Ökomodellregion sowie der Luftkurorte am See ein absoluter Widerspruch“, schreibt die Initiative, die in der Vergangenheit bereits mehrfach an Behörden und Tal-Bürgermeister appelliert hat, der Knallerei ein Ende zu setzen.

Beim Rottacher Winter-Seefest 2017 wird dies allerdings – noch – nicht der Fall sei. „Das diesjährige Programm wurde von den Organisatoren bereits festgelegt“, schreibt Köck in seiner Antwort an die Initiative. Das Feuerwerk sei gebucht und lasse sich so kurzfristig nicht mehr absagen. Allerdings, so der Bürgermeister, biete man heuer nur eine „sehr eingedampfte Version“ des Lichterspektakels. Kein Vergleich zum sommerlichen Seefest „oder gar zu der mittlerweile stark übertriebenen Ballerei an Silvester“, betont Köck. Und er kündigt an: Die Gemeinde werde ihr Konzept fürs nächste Winter-Seefest überdenken. „Wir wissen ja um die Auswirkungen von Feuerwerken auf Natur und Umwelt“, räumt der Bürgermeister auf Nachfrage ein. „Es würde von Ideenlosigkeit zeugen, wenn wir weitermachen wie bisher.“

Köck hat daher nach eigener Aussage dem Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung vorgeschlagen, beim nächsten Winter-Seefest 2018 komplett auf ein Feuerwerk zu verzichten und sich eine Alternative zu überlegen. Der Gemeinderat habe dem einhellig zugestimmt. „Wir setzen ansonsten viel auf Natur und Nachhaltigkeit – da ist das nicht mehr zeitgemäß“, sagt Köck über die Feuerwerke. Ob das seine Bürgermeister-Kollegen im Tegernseer Tal genauso sehen, könne er allerdings nicht sagen.

Für Angela Brogsitter-Finck, Mitglied der Initiative und Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT), ist die Rottacher Haltung jedenfalls sehr erfreulich. Und sie ist ein neuer Ansporn für die Gruppierung, der es laut Brogsitter-Finck mit ihrem jüngsten Appell vor allem um eines ging: „Dass die Gemeinde ein deutliches Zeichen setzt.“

gab

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