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Dieses ehemalige Hotel in Rottach-Egern wird abgerissen. Zuvor feiert die Feuerwehr darin aber noch eine Party.

Interview mit dem Kommandanten

Abbruchparty der Rottacher Feuerwehr: Hier kann man’s krachen lassen

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Die Abbruchpartys der Feuerwehr Rottach-Egern sind legendär. Jetzt gibt es eine Neuauflage. Wir haben nachgefragt, wo die Gaudi steigt und was es mit dieser Tradition auf sich hat.

Rottach-Egern– Das ehemalige Hotel Franzen, später Carrera, wird abgerissen. An seiner Stelle an der Karl-Theodor-Straße wird die Baufirma Bauen & Wohnen des Miesbacher Unternehmers Franz Kroha ein Wohn- und Geschäftshaus sowie ein weiteres Wohnhaus bauen. Eine Tiefgarage mit 24 Stellplätzen gehört dazu. Laut Auskunft der Rottacher Bauamtsleiterin Christine Obermüller entstehen elf Wohnungen sowie zwei bis drei Läden. „Wir haben dem Bauherrn nahegelegt, dass es ein schöner Zug wäre, wenn er die Wohnungen etwas günstiger verkaufen würde als derzeit in Rottach-Egern üblich“, berichtet Obermüller. Vom Unternehmen heißt es nun auf Nachfrage, dass die Preise der Eigentumswohnungen tatsächlich unter den derzeit üblichen Preisen zwischen 15.000 und 20.000 Euro pro Quadratmeter liegen würden.

Kommandant Tobias Maurer

Seit der ersten Planung ist viel Zeit vergangen. Wohl auch, weil es offenbar erst einen Rechtsstreit mit dem Pizzeria-Betreiber zu klären galt. Nun sind Bauaktivitäten zwar erkennbar, doch der endgültige Abriss steht noch bevor.

Eine gute Gelegenheit für die Feuerwehr Rottach-Egern, dort die Tradition der legendären Abbruchpartys fortzuführen. Kommandant Tobias Maurer erklärt, was es damit auf sich hat.

Herr Maurer, dürfen die Faschingsnarren den Hammer mitbringen?

Tobias Maurer: In keinster Weise, auch wenn die Party das letzte ist, was dort passiert. Wir hatten nämlich schon Abbruch-Partys in Gebäuden, die dann gar nicht abgerissen wurden. Das war zum Beispiel im Gasthof Kalkofen so, der steht heute noch.

Aber etwas lockerer geht es da schon zu, oder?

Tobias Maurer: Ja klar, denn bei dieser Party muss man nicht so aufpassen, wie das etwa bei einem Faschingsball im Seeforum der Fall wäre.

Sie haben also schon mehrere Abbruchpartys veranstaltet?

Tobias Maurer: Das wird unsere zehnte. Der erste Faschingsball dieser Art fand im ehemaligen Gasthof Zur Post in Rottach-Egern statt, dem heutigen Postillon. Damals haben wir einen Namen für unseren Faschingsball gesucht und ihn dann Abbruchparty genannt. Die letzte Party dieser Art fand 2017 in der Seeperle an der Seestraße statt.

Wie kommen Sie denn an die Gebäude ran?

Tobias Maurer: Wir gehen mit offenen Augen durch den Ort und schauen, ob wir irgendwo ein geeignetes Objekt finden. Es soll natürlich ein Gebäude sein, das eine gewisse Bedeutung für den Ort hatte. Bei jedem x-beliebigen Haus machen wir so etwas natürlich nicht. Wir reden dann mit den Eigentümern, ob die sich das vorstellen können. Bisher hatten wir immer Erfolg damit. Jetzt auch beim ehemaligen Hotel Franzen.

Was wird alles geboten sein?

Tobias Maurer: Es lassen eine italienische Nacht steigen nach dem Motto „O sole mio, heid reiss’n mia o!“. Italienisch deshalb, weil da zuletzt die Pizzeria Paparazzi drin war. Der Eintritt ist frei, den verlangen wir grundsätzlich nicht. Die Livemusik, die Band ’Smile’ aus Bad Wiessee,wird dann einen Hut herumgehen lassen. Unsere Preise sind absolut human, am Ende wird dann hoffentlich ein bisserl was übrig bleiben für den Feuerwehrverein.

So läuft der Abbruchfasching ab

Der Abbruchfasching in der ehemaligen Pizzeria Paparazzi an der Karl-Theodor-Straße 2a steigt am Freitag, 21. Februar. Einlass ist ab 19 Uhr für alle Personen ab 18 Jahren. Die Feuerwehr kontrolliert die Ausweise. Es gibt Livemusik mit der Band Smile und einen Barbetrieb mit DJ.

Lesen Sie hier: Abbruch-Party: „Vorschlaghammer bitte daheim lassen“

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gr

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