Der Karl-Holl-Weg in Rottach-Egern.
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Früher im Privatbesitz, wurde der Karl-Holl-Weg 2009 als Gemeindestraße gewidmet.

Kosten des Ausbaus von Karl-Holl-Weg werden umgelegt

Bescheide könnten einige Anlieger hart treffen

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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Den Anliegern des Karl-Holl-Wegs in Rottach-Egern flattern demnächst Gebührenbescheide ins Haus. 90 Prozent der Ausbaukosten werden umgelegt.

Rottach-Egern – Wohlwissend, dass die Bescheide zur Beteiligung an den Kosten zur Herstellung des Karl-Holl-Wegs die Anlieger keineswegs begeistern dürften, sprach sich der Gemeinderat jetzt einstimmig für den entsprechenden Abwägungsbeschluss aus. Der Karl-Holl-Weg, der früher in Privatbesitz war und erst 2009 als Gemeindestraße gewidmet wurde, wurde für rund 170.000 Euro schon längstens hergerichtet – und zwar erstmalig und von Grund auf, inklusive Unterbau, Straßenentwässerung, Trag- und Deckschicht. Außerdem wurde er etwas verbreitert und mit einem Fußweg versehen.

Darüber, dass auf die acht Anlieger entsprechende Kosten zukommen, hatte die Gemeinde auch bei einer Anliegerversammlung im Vorfeld informiert – auch dass die Kosten bei einer sogenannten erstmaligen Herstellung zu 90 Prozent auf die Anlieger verteilt werden. „Wir wissen, dass die Bescheid-Erstellung in der Corona-Krise zu keinem optimalen Zeitpunkt kommt, aber sie ist nun für Februar geplant“, erklärte Bürgermeister Christian Köck (CSU). Aber die Gemeinde müsse die Kosten allein schon aus Gründen der Gleichbehandlung erheben. Einen günstigen Zeitpunkt dafür würde es ohnehin nicht geben.

Geschäftsleiter Gerhard Hofmann räumte ein, dass erst die Rechnungen auf sich warten ließen und dann die Gemeinde im vergangenen Jahr gerade wegen Corona die Bescheid-Erstellung hintangestellt habe. Mit Blick auf die Gesetzesnivellierung sei es aber angezeigt, dass die Bescheide noch im Februar rausgehen. „Auch wenn der Karl-Holl-Weg durch seine Widmung 2009 rechtlich nicht davon betroffen ist“, betonte Hofmann. Kommunen dürfen für Straßen, mit deren Herstellung vor mehr als 25 Jahren begonnen wurde, nach dem 31. März 2021 keine Erschließungsbeiträge mehr erheben.

Gemeinde bietet Stundungen an

Der Verwaltung ist klar, dass die Bescheide einige Anlieger – vor allem die mit gewerblicher Nutzung, beispielsweise einen Gäste- und Hotelbetrieb, aber auch Eigentümer von Eigentumswohnungen in einem der Mehrfamilienhäuser – hart treffen könnten. „Aber wir lassen niemanden im Regen stehen und können gemeinsam Modalitäten abwägen“, versprach Bürgermeister Köck. Im Klartext: Die Gemeinde ist bereit, längere Stundungen zu niedrigen Zinsen anzubieten. Daraufhin segnete der Gemeinderat dein Abwägungsbeschluss einstimmig ab.

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