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Der Putz löst sich bereits großflächig von der südlichen Mauer des Egerner Friedhofs. Im Frühjahr soll das Bauwerk endlich saniert werden.

Sanierung ist bereits in die Wege geleitet

Verkehrsverein bezeichnet marode Friedhofsmauer als „Schandfleck“

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Der Zustand der Friedhofsmauer in Egern ist vielen ein Dorn im Auge. Auch dem Vorstand des Rottacher Verkehrsvereins, der das Bauwerk gar als „Schandfleck“ betitelt. Doch die Kirche kann Entwarnung geben. 

Rottach-Egern – Ein schöner Anblick ist die südliche Mauer des alten Egerner Friedhofs schon lange nicht mehr. Zuletzt aber bröckelte sogar der Putz von dem Bauwerk. Für die katholische Pfarrei wurde es also höchste Zeit zu handeln. Nun kann der Rottacher Kirchenpfleger Kajetan Liedschreiber Positives verkünden: Die Sanierung der Mauer sei mittlerweile genehmigt, im kommenden Frühjahr werde die fällige Maßnahme angepackt.

Der Friedhof in Egern wird täglich von vielen Menschen besucht. Nicht zuletzt weil hier so berühmte Persönlichkeiten wie die Dichter Ludwig Ganghofer und Ludwig Thoma begraben sind, finden auch zahlreiche Gäste den Weg dorthin. Für den Rottacher Verkehrsverein ist der Zustand der Mauer, die der Schule zugewandt ist, daher schon lange nicht mehr tragbar. „Die Mauer ist total marode, es ist mir ein Rätsel, dass das nicht schon längst gerichtet wurde“, sagt Josef Bogner, seit Juni dieses Jahres neuer Vorsitzender des Vereins.

Gemeinsam mit seinem Vize Peter Eiler hat er daher am Donnerstag einen offenen Brief sowohl an die örtlichen Kirchenvertreter als auch an das Erzbistum München und Freising geschickt. Darin spricht der Verein von einem „Denkmal-Schandfleck“. Ihnen sowie vielen Bürgern und Gästen sei es im Sinne des Erscheinungsbildes des Ortes wichtig, dass dieser Schandfleck endlich saniert werde, erklären die beiden Vorstands-Mitglieder in ihrer E-Mail, die sie auch unserer Zeitung zukommen ließen.

Wie nun deutlich wurde, hat sich die Forderung des Verkehrsvereins mittlerweile allerdings überholt. Bettina Göbner, Sprecherin des Erzbischöflichen Ordinariats in München, bestätigt auf Nachfrage, dass die Rottacher Pfarrei einen Antrag auf Sanierung der Mauer gestellt habe und dieser auch genehmigt worden sei. „Nach dem Winter kann die Maßnahme beginnen“, sagt die Sprecherin.

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Tatsächlich steht die alte Friedhofsmauer unter Denkmalschutz. Einfach so einreißen könne man das Bauwerk daher nicht, erklärt Kirchenpfleger Liedschreiber. Zumal auch noch die historisch bedeutsamen Gräber Ganghofers und Thomas direkt an die Mauer angrenzen würden. Das Bauwerk werde daher erneuert und originalgetreu wieder hergestellt, teilt Liedschreiber mit. „Auch die durchgängige Betonabdeckung kommt wieder drauf“, sagt der Kirchenpfleger. Diese hatte zuletzt der Feuchtigkeit nicht mehr stand gehalten, weshalb der Putz zu bröckeln begann.

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Der Auftrag für die Sanierung ging laut Liedschreiber an die Firma Wiegerling aus Gaißach, die bereits erste Vorarbeiten geleistet hat. Die eigentliche Erneuerung beginnt dann im Frühjahr. Die Finanzierung wird über die Kirchenstiftung Egern abgewickelt. Verwendet werden für die Maßnahme laut Liedschreiber vor allem Friedhofs-Einnahmen sowie einige zweckgebundene Spenden.

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