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Dieses Haus in Rottach-Egern soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.  

Neubaupläne in Rottach-Egern

Huberts Haus - eine Geschmacksfrage

Rottach-Egern - Bräustüberlwirt Peter Hubert plant ein Haus. Den Geschmack des Bürgermeisters trifft er damit nicht.

Bräustüberlwirt Peter Hubert möchte in Rottach-Egern an der Hagrainer Straße eine Villa abreißen und durch ein Einfamilienhaus mit einem Nebengebäude und einer Tiefgarage ersetzen. Schon im Dezember hatte sich der Ortsplanungsausschuss mit dem Antrag Huberts befasst, ihm jedoch eine Abfuhr erteilt. Abstandsflächen waren nicht richtig eingehalten, ein Flachdach über einem Eingangsgebäude und eine Firstbelichtung gefielen dem Gremium nicht. Man legte Hubert sogar nahe, sich mit der Gestaltungsfibel vertraut zu machen.

Hubert hat nachgebessert

Über den Jahreswechsel haben Hubert und sein Architekt nachgebessert: „Jetzt passt der Abstand zum Nachbarn“, stieg Bauamtsleiterin Christine Obermüller in der Sitzung des Ortsplanungsausschusses in das Thema ein. Zudem wurde ein Nebengebäude kleiner geplant und auf ein Pultdach verzichtet, die Firstbelichtung wurde durch Dachfenster ersetzt. „Die Hausgestaltung ist allerdings Geschmackssache“, betonte Obermüller und meinte damit auch die Balkone, die offenbar nicht im bayerischen Stil ausfallen. 

„Mehr Fingerspitzengefühl zu erwarten“

Bürgermeister Christian Köck (CSU) machte keinen Hehl daraus, dass er sich mit dem Haus nicht anfreunden könne. „Ich gebe zu, ich bin konservativ, aber ich habe nach wie vor ein Problem mit dem Haus“, sagte Köck. Die Gestaltung mit viel Glas sei nicht ortstypisch, auch wenn die Vorgabe, wonach Glas und Holz maximal im Verhältnis 50 zu 50 stehen dürften, eingehalten werde. Köck wurde ziemlich deutlich: „Peter Hubert führt eine Wirtschaft mit großer Tradition“, sagte der Rathauschef. „Da könne man schon mit ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl an die Sache herangehen.“ Hubert solle das bitte nicht persönlich nehmen, „aber das Haus gefällt mir nicht in Hagrain.“ Josef Kaiser (CSU) war anderer Meinung: „Es muss doch nicht alles gleich ausschauen. Ich kann damit leben.“ Andreas Erlacher (FWG) sah das ebenso. „Ich finde die Gestaltung nicht so krass, ich kann zustimmen.“ Fraktionskollege Thomas Lamm hielt Details für verbesserungswürdig. Wichtig sei, so Vize-Bürgermeister Josef Lang (CSU), dass das Vorhaben der Satzung entspreche, das betreffe auch die Balkone. „Was die Optik betrifft, so haben wir schöne und nicht so schöne Häuser im Ort.“ 

Am Ende stimmten neben Bürgermeister Köck zwei weitere Gemeinderäte gegen das Vorhaben von Peter Hubert, die Mehrheit war dafür. Wie schon in der vorangegangenen Sitzung verfolgte Hubert die Diskussion als Zuhörer. Wenn das Landratsamt zustimmt, kann er loslegen. 

gr   

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