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Korbinian Kohler war zu Recherchezwecken in beinahe allen führenden Spas Europas.

Korbinian Kohler im Interview: „Im Bereich Spa neue Maßstäbe setzen“

Bachmair Weissach-Chef: Das sind seine ehrgeizigen Pläne

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Rottach-Egern - Hotelier Korbinian Kohler (48)hat als Pächter das traditionsreiche Wallberghaus übernommen. Dabei hat er im Jahr 2017 noch viel mehr vor. Im Interview verrät er seine Pläne.

Herr Kohler, das Luxushotel Bachmair Weissach und die Berghütte Wallberghaus: Wie passt das zusammen?

Kohler: Für mich ist das Wallberghaus ein Stück Heimat, das vernachlässigt war. Ich möchte die Gastronomie gern tegernseerisch schön machen, und die Übernachtung als einfache, aber feinsinnige Hotellerie, wie wir sie auf dem Berg gelegentlich in Südtirol erleben. Zu unserem Hotel passt das Alte Wallberghaus sehr gut. So können wir ganz besondere Erlebnisse anbieten, zum Beispiel für Familienfeiern wie Hochzeiten oder auch Firmengruppen.

Sie hatten im Frühjahr angekündigt, dass Sie Ihrem Portfolio ein bis drei Hotels zufügen wollen.

Kohler: Das Wallberghaus ist ein Mosaikstein. Ich kenne es seit meiner Jugend vom Skifahren und hatte schon vor drei, vier Jahren die Idee, es zu pachten. Jetzt habe ich dankenswerterweise den Zuschlag bekommen. Wir haben noch ein paar Pläne für die Zukunft. Zunächst hier, im Hotel Bachmair Weissach selbst.

Aber das haben Sie doch gerade erst komplett renoviert und auf 146 Zimmer erweitert.

Kohler: Wir wollen im Bereich Spa im deutschsprachigen Raum neue Maßstäbe setzen. Es soll ein Spa sein, der Geist und Körper Heilung, Stabilisierung und Beruhigung verschafft. Keine Überfrachtung, wie man sie häufig in alpinen Spas sieht, sondern ein Ort, an dem die Gäste inspiriert durch den japanischen Onsen („heiße Quelle“ – Anmerk. d. Red.) eintauchen können in eine Welt von Wasser, Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsunterschieden, Düften und Klängen. Um mir Anregungen zu holen, habe ich so ziemlich alle führenden Spas in Europa besucht und auch einige in Japan. Im Bachmair Weissach Onzen Spa wird es zum Beispiel Becken mit 42 Grad heißem Wasser, aber auch ein auf null Grad gekühltes Eisbecken geben. Dazu einen 20 Meter Sole Pool mit 32 Grad und einen sehr großen Ruheraum mit einem ganz besonderen Spa-Restaurant. All das in einem reduzierten Mix natürlicher Materialien.

Ist denn dazu wieder ein Umbau nötig?

Kohler: Ja. Wir entkernen den jetzigen Spa-Bereich und vergrößern ihn etwa auf das Dreifache. Die Investition bewegt sich im Bereich von etwa fünf Millionen Euro. Um den Umbau zu bewältigen, müssen wir das Hotel ab Ostern für knapp drei Wochen schließen. In der Zeit werden dann noch einige andere Projekte umgesetzt. Wir sperren am Dienstag nach Ostern zu und arbeiten dann 24 Stunden am Tag. Am Freitag vor Pfingsten wird der Spa wieder geöffnet.

Warum jetzt wieder so eine große Investition?

Kohler: Wir haben unsere Zielgruppe klarer definiert, und dazu passt der herausragende Spa. In einigen Bereichen wie Angebote für Kinder oder hochkarätige Firmentreffen sind wie heute führend. Wir möchten in Zukunft das Resorthotel für Unternehmerfamilien sein und dabei alle privaten wie geschäftlichen Bedürfnisse dieser Zielgruppe abdecken. Das sind Gäste, die familienorientiert denken, sich aber gerne auch mal ohne Kinder mit Freunden treffen. Die Design-affin sind und in langen Zeiträumen denken. Sie sind in der Lage, Geld auszugeben, tun dies aber als Unternehmer sehr bewusst und vorsichtig. Um allen Bedürfnissen Rechnung zu tragen, bleibt der neue Spa-Bereich Erwachsenen vorbehalten. Für Familien mit Kindern gibt es dann einen eigenen Spa. Für diese spezielle Zielgruppe wollen wir das führende Resort in Europa werden. Das ist unser Fünf-Jahres-Plan.

Eine große Veranstaltungshalle haben Sie ja schon. Wie läuft eigentlich die Event-Arena?

Kohler: Wir sind sehr zufrieden. Wir hatten budgetiert zwei Veranstaltungen im Monat zu machen, und dieses Ziel übererfüllen wir. Am Wochenende und zu Ferienzeiten nutzen wir die Räume auch als riesige Spielarena mit Hüpfburgen, Trampolinen, Badminton und mehr.

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