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Wegen Corona: Korbinian-Kolleg vorerst abgesagt

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Von: Christina Jachert-Maier

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Korbinian Kohler .
Korbinian Kohler bietet seit 2017 das Korbinian Kolleg an. © Thomas Plettenberg

Mit einem Vortrag zum ethischen Dilemma, das die Pandemie bringt, hätte das Korbinian-Kolleg beginnen sollen. Wegen Corona muss es verschoben werden.

Weissach – Es sollte um die ethische Kontroverse gehen, die eine Pandemie auslöst. Am Freitag, 6. November, wollte Professorin Bettina Schöne-Seifert von der Uni Münster beim Korbinian-Kolleg im Hotel Bachmair Weissach die Frage beleuchten, wer in Zeiten von Corona zuerst gerettet werden soll. Es wäre der Start ins Wintersemester gewesen. Er wird nicht stattfinden, wie so vieles.

Korbinian Kohler ist selbst an Covid-19 erkrankt

„Wir haben den ersten Termin abgesagt und schieben alles nach hinten“, sagt Korbinian Kohler, der seit Herbst 2017 in seinem Haus ein stets gut besuchtes Kolleg anbietet, in dem die Fragen der Zeit beleuchtet werden. Corona betrifft den Unternehmer aktuell sehr persönlich: Das Virus hat ihn und auch seine Frau Suse erwischt. Kohler muss das Bett hüten, der Husten plagt ihn. „Haben will man es nicht“, sagt er über Covid-19.

Doch auch wenn er gerade selbst erkrankt ist: Den neuerlichen Lockdown empfindet Kohler als „sehr problematisch“. Dabei gehe es ihm nicht um den Verlust, den er als Betreiber mehrerer Hotels wegen der erzwungenen Schließung habe, versichert er. 75 Prozent davon würden nach den neuen Bestimmungen ersetzt. „Das zahlen dann die nächsten Generationen“, merkt der Hotelier an.

„Gefährlich sind die geheimen Partys“

Aber er glaube, dass der zweite Lockdown die Akzeptanz der AHA-Regeln – Abstand halten, Hygienemaßnahmen beachten, Alltagsmaske tragen – in der Bevölkerung weiter reduziere. Was jetzt geschlossen werde, sei nach seiner Überzeugung nicht gefährlich. Weder sei die Übernachtung im Hotel bedenklich noch der Besuch eines Restaurants. „Gefährlich sind die geheimen Partys, die jetzt überall stattfinden“, meint Kohler. Die könne man kaum unterbinden. Geschäftlich habe er mit dem Lockdown kein Problem, inhaltlich und gesellschaftlich halte er ihn für falsch.

Den Versuch, tief gehende Fragen um Wahrheit, Regeln und Moral öffentlich zu diskutieren, will Kohler auch in diesen schwierigen Zeiten nicht aufgeben. Das von dem Münchner Philosophie-Professor Wilhelm Vossenkuhl erarbeitete Programm mit sieben hochkarätigen Referenten steht. Was wann stattfinden kann, muss Kohler zufolge offenbleiben: „Wir hangeln uns von Tag zu Tag.“  

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