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An der Lindenstraße ist ein 20-Meter-Krater entstanden. Der Asphalt wurde entfernt, die Messungen sind noch nicht abgeschlossen.

Hohe Kosten für dm-Markt - Gesamtschaden noch nicht absehbar

Krater in Rottach: Auch umliegende Häuser beschädigt

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Rottach-Egern - Seit die Lindenstraße nach einer Erdwärmebohrung in sich zusammensackte wie ein missglückter Käsekuchen, suchen die Geologen nach den Ursachen - und finden neue Schäden.

Es laufen noch geoelektrische Messungen zur Erkundung des Untergrunds, zudem soll eine neue Bohrung Aufschluss geben. Seit die Rottacher Lindenstraße Mitte Oktober nach einer Erdwärmebohrung in sich zusammensackte wie ein missglückter Käsekuchen, suchen die Geologen nach den Ursachen. „Und so lange rühren wir da nichts an“, sagt Bürgermeister Christian Köck. Heißt: Der Straßenabschnitt ist immer noch gesperrt. Allerdings soll die Strecke vor dem Wintereinbruch befahrbar gemacht werden. 

Auch die Höhe des Schadens steht noch nicht fest. Klar ist inzwischen: Die Statik der umliegenden Häuser ist intakt. Allerdings sind laut Köck vereinzelt Schäden am Mauerwerk entstanden, zum Beispiel am benachbarten dm-Markt. Der Markt musste zudem zeitweise schließen und hat deshalb einen Verdienstausfall zu beklagen. 

Aktuell sind dort auch die Park- und die Anliefersituation schwierig. Völlig neu gemacht werden muss die Straße selbst mitsamt den Versorgungsleitungen für Strom, Wasser, Abwasser und Kabelfernsehen. „Da stellt sich schon die Frage, wer die Zeche zahlt“, meint Köck. Wie hoch die ausfallen wird, dazu wagt er eigentlich keine Prognose: „Aber es wird wohl nicht weit von der Million weg sein.“ 

Bislang seien die meisten Kosten auf die Gemeinde Rottach-Egern abgewälzt worden, berichtet Köck. Die Kommune müsse sich das Geld wieder holen. „Das geht sicher vor Gericht.“ Denn wer ist schuld an dem Desaster? Klären soll dies ein Gutachten, auf dessen Fertigstellung die Gemeinde noch wartet. Wie berichtet, hat die Gemeinde den Sachverständigen Rasso Burmiller beauftragt. Es gilt aber bereits als sicher, dass eine Erdwärmebohrung für ein Privathaus die plötzliche Senkung verursacht hat. In 45 Metern Tiefe stieß die Fachfirma auf Wasser. 

Obwohl die Arbeiter die Bohrung abbrachen und die Stelle verplombten, brach die Fahrbahn wenig später ein. Die Sonde war wohl auf einen mit Wasser gefüllten Hohlraum gestoßen, möglicherweise ein Relikt aus einer Zeit vor über 10.000 Jahren. Es war die tiefste Bohrung, die es in Rottach-Egern bislang gegeben hat. Aber sie galt als unbedenklich, war von den Fachbehörden genehmigt – und dies sogar bis zu einer Tiefe von 80 Metern. Die Sondierung des Erdreichs diente dem Ziel, eine energiesparende Flächen-Geothermieanlage für das Wohnhaus zu schaffen. 

Die Bauherrin, eine Seniorin aus Bad Wiessee, hatte sich auf Empfehlung des beauftragten Unternehmens für diese Energieform entschieden. Der Schaden ist nun ein Versicherungsfall. Allerdings steht zu erwarten, dass die Schuldfrage die Versicherungen noch eine ganze Weile beschäftigen wird. Wie viel Geld das Malheur die Gemeinde Rottach bis jetzt gekostet hat, lässt sich nach Aussage Köcks nicht beziffern. Der Schaden geht aber sicher in die Millionen. „Da steckt ja viel Arbeitsleistung drin.“ Mitarbeiter der Verwaltung seien schwer beschäftigt mit dem Fall. Das wird auch noch eine Weile so bleiben. 

Noch ist unklar, wann auf dem Abschnitt wieder Autos rollen können. Ordnungsgemäß wiederhergestellt werden kann die Straße erst im kommenden Jahr, wie Köck deutlich macht: „Vor dem Winter hat das keinen Sinn.“

jm

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