+
Alle Geweihe, die ein Rothirsch im Lauf seines Lebens getragen hat, zeigt die Dokumentation von Thomas Esterl (r.). Bei der Übergabe dabei waren (v.l.): Museumsdirektor Konrad Niedermaier, Christian Köck und Dieter Laubmann.

Alle stammen von ein und demselben Tier

Kreuther spendet irre Geweihsammlung

Rottach-Egern – Da hat Revierjäger Thomas Esterl der Gemeinschaft einen tollen Dienst erwiesen. 14 Jahre lang sammelte er die Geweihe eines Hirschen. Jetzt hängen sie im Kutschenmuseum.

„Der Schwarze“ war ein Rothirsch. 14 Jahre war er alt und mit einem prächtigen Geweih ausgestattet, als ihn der Jäger schließlich erlegte. Revieroberjäger Thomas Esterl aus Kreuth hat alle Geweihstangen gesammelt, die das stolze Tier im Lauf seines Lebens abgeworfen hat, und daraus eine Schautafel gestaltet. Die äußerst seltene Rothirschdokumentation wurde nun im Rahmen eines Festakts dem Rottacher Museum im Gsotthaber Hof als Dauerleihgabe übergeben.

Mit der unterzeichneten Erklärung nahm die Gemeinde Rottach-Egern als Eigentümerin die Schenkung an und verpflichtete sich zugleich zum Erhalt des außergewöhnlichen Museumsstücks. Sollte das Museum in Rottach-Egern einmal für immer geschlossen werden, geht die umfangreiche Dokumentation an das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum nach München.

Die Geschichte dahinter: Revieroberjäger Esterl hat sich jahrelang in seinem Revier im Valepper Tal als Heger mit großer Leidenschaft dem Rotwild gewidmet. Mit viel Geduld schützte er stark veranlagte Hirsche, so dass einzelne Exemplare ein hohes Alter erreichen konnten. Als besonderes Beispiel erlangte der von ihm so genannte „Schwarze“ große Berühmtheit. Es gelang Esterl, alle Abwurfstangen zu sammeln und somit den Werdegang dieses Hirsches zu dokumentieren.

„Da das Tier in freier Wildbahn aufwuchs, habe ich nach einer Stange drei Jahre suchen müssen“, berichtete Esterl. Der „Schwarze“ wurde in seinem 14. Kopf am 2. Oktober 1988 vom Reviernachbarn Dieter Laubmann erlegt. Er brachte ein Lebendgewicht von stolzen 150 Kilo auf die Waage. „Thomas Esterl hat in anschaulicher Weise und als Beispiel eines langen Entwicklungszeitraumes dieses Berghirsches die Abwurfstangen auf einer Tafel dargestellt und dem Museum vermacht“, würdigte Bürgermeister Christian Köck die Dokumentation beim Festakt im neuen Gäuwagerl-Cafe. Laubmann hat das Haupt des Hirsches hinzugefügt und ebenfalls dem Kutschenmuseum übereignet.

Köck ist überzeugt: „Die so entstandene Dokumentation hat insofern Seltenheitswert, als nach dem aktuellen Motto ’Wald vor Wild’ heutzutage ein Rothirsch kaum noch ein stattliches Alter erreicht und es reiner Zufall wäre, wenn es noch einmal gelänge, alle Abwurfstangen zu finden."

Ingrid Versen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Darf die Spielarena trotz Hotel-Neubau bleiben?
Gesundheitshotel, medizinisches Zentrum, Badehaus: Bad Wiessee hat Großes vor. Ob die Spielarena in diesen Zukunftsplänen noch einen Platz hat, ist ungewiss. Eine …
Darf die Spielarena trotz Hotel-Neubau bleiben?
Bandenstruktur schon in der ersten Klasse
Hilferuf aus der Grundschule Bad Wiessee: Weil schon in der ersten Klasse eine gewisse Bandenstruktur herrscht und die Kinder Unterstützung suchen, muss dort die …
Bandenstruktur schon in der ersten Klasse
Die Jagd nach der schnellen Zeile
Das schreckliche Unglück in Bad Wiessee erreichte eine hohe überregionale Aufmerksamkeit. Doch wenn es etablierte Medien mit der Wahrheit nicht mehr ganz genau nehmen, …
Die Jagd nach der schnellen Zeile
Der „Seegeist“-Sammler
Seit 1985 sammelt Constantin Hantschel die Samstags-Kolumne in der Tegernseer Zeitung. Die Wortgefechte von „Seegeist“, „Redakteur“ sowie des aktuellen „Überführers“ …
Der „Seegeist“-Sammler

Kommentare