Nachbau einer Kutsche von König Ludwig II. kommt als Leihgabe ins Rottacher Kutschenmuseum.
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Für Filmarbeiten wurde die Prachtkutsche von Ludwig II. originalgetreu nachgebaut. Die aufwendig verzierte Kutsche wird künftig in Rottach-Egern zu sehen sein.

Museum erhält Nachbau aus der Bavaria Filmstadt

Spektakuläre Leihgabe für Rottacher Museum: Des Kinis Prachtkutsche kommt an den Tegernsee

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Ein Prunkstück hält in Kürze Einzug im Kutschenmuseum von Rottach-Egern: Die Bavaria Film GmbH überlässt dem Museum einen originalgetreuen Nachbau der Prachtkutsche von König Ludwig II.

Rottach-Egern - Die Kutsche - bisher eine Attraktion in der Bavaria Filmstadt in München - wurde vor Jahren für Dreharbeiten gebaut und bringt nun königlichen Glanz an den Tegernsee. Den Bürgermeister freut’s: „Wir wollen unser Museum nicht verkitschen“, stellt er klar. Doch König Ludwig sei ein Mythos für Bayern und habe auch Verbindungen an den Tegernsee gehabt. Für Christian Köck ist die Dauerleihgabe aus München daher ein großer Gewinn fürs Museum im Gsotthaber Hof.

Leiter der Bavaria Filmstadt: „Kutsche war unglaublich beliebt“

Rund zehn Jahre lang stand die goldene Kutsche mit ihren vielen Schnörkeln und der aufwendigen Verzierung als Ausstellungsstück in der Bavaria Filmstadt. „Sie war unglaublich beliebt“, berichtet deren Leiter Stefan Bryxi. Doch nun war die Zeit für einen Kulissenwechsel gekommen: Die Kutsche, die als Requisit für den Historienfilm „Ludwig II.“ aus dem Jahr 2012 diente, musste ihren Platz in der Filmstadt räumen.

Rottacher Gemeinderat stellt die nötigen Kontakte her

Davon wiederum erfuhr der Rottacher Gemeinderat Georg Höss, der als Justiziar bei Bavaria Film tätig ist und schon länger ein Auge auf die königliche Kutsche geworfen hatte. Höss, zugleich stellvertretender Vorsitzender des Rottacher Kunst- und Kulturvereins, dachte sofort ans Kutschenmuseum als neue Bleibe und stellte den Kontakt zwischen Bavaria Film und seiner Heimatgemeinde her. „Und nun geht die Kutsche auf die Reise“, berichtet Höss. In München wurde das Prunkstück bereits abgebaut und behutsam eingelagert – schon bald soll sie laut Köck an den Tegernsee überführt werden.

Requisit wurde für sechsstelligen Betrag in Thailand produziert

Es ist nicht das erste Mal, dass die Kutsche mit ihren üppigen Ausmaßen eine Reise überstehen muss. Das Requisit – beileibe kein billiges Imitat – wurde seinerzeit in Thailand produziert und nach Deutschland verschifft. „Der Bau hat einen sechsstelligen Betrag gekostet“, berichte Höss. Dass das gute Stück am Ende in einem Lagerraum verstaubt oder gar entsorgt werden muss, das wollte der Rottacher nicht zulassen.

Lesen Sie hier: Kutschenmuseum und Café Gäuwagerl: Bald geht‘s los

Bürgermeister Köck hat inzwischen historische Bildbände gesichtet und festgestellt, dass der Nachbau kaum vom Original zu unterscheiden ist. „Die Kutsche schaut super aus“, sagt er. Daher habe man gerne die Platzverhältnisse im Kutschenmuseum überprüft und somit dem neuen Ausstellungsstück den Weg geebnet.

Ob die Kutsche, die bei den Filmarbeiten sechsspännig gefahren wurde, noch funktionstüchtig ist, kann Höss nicht genau sagen. Fest steht: Sie wird wohl auch in Rottach-Egern ein begehrtes Fotomotiv sein. Filmstadt-Leiter Bryxi jedenfalls ist erleichtert, sie auch künftig in guten Händen zu wissen. „Wir freuen uns riesig.“

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