Peter Wisgott (†) wurde 51 Jahre alt.
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Peter Wisgott (†) wurde 51 Jahre alt.

Nachruf

Leiter der Seniorenresidenz Wallberg tot

  • Bettina Stuhlweißenburg
    vonBettina Stuhlweißenburg
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Rottach-Egern – Peter Wisgott, Leiter der Seniorenresidenz Wallberg und Gründer des Sozialunternehmens Sympathia, ist überraschend gestorben - im Alter von nur 51 Jahren.

Sein Tod kam unerwartet: „Am Tag vorher habe ich noch ein Videotelefonat mit ihm geführt“, erzählt Gerhard Göttert, Geschäftsführer der Seniorenresidenz Wallberg. „Wir haben zuerst über Geschäftliches gesprochen, dann über Privates. Er hat sich darauf gefreut, am nächsten Tag mit dem Motorboot auf der Adria rumzuschippern.

“Es kam anders: Statt am 27. Februar einen Ausflug mit dem Boot zu machen, starb Peter Wisgott im Alter von nur 51 Jahren im Urlaub in Kroatien. „Wir waren darauf nicht vorbereitet“, sagt Göttert. „Sein viel zu früher Tod ist für uns ein schwerer Verlust.“

Fachkrankenpfleger und Sozialunternehmer

Peter Wisgott war gelernter Fachkrankenpfleger für Intensiv- und Anästhesiemedizin sowie Betriebswirt im Sozial- und Gesundheitswesen. Im Jahr 2020 hatte der gebürtige Münchner den ambulanten Pflegedienst Tegernseer Tal-APT gegründet. Fünf Jahre später nahm er den Betrieb der Seniorenresidenz Wallberg auf. Erst im Januar 2020 gründete er mit seinem Co-Geschäftsführer Gerhard Göttert die Sympathia – ein Dienstleistungsunternehmen im Gesundheitswesen, unter dessen Dach mehrere Tochtergesellschaften vereint sind, darunter die Seniorenresidenz Wallberg sowie das Pflegezentrum St. Benedikt im Chiemgau. Einige Projekte sind gerade erst im Aufbau, zum Beispiel der Neubau einer Seniorenresidenz in Mittelfranken sowie eines Pflegezentrums in Rheinland-Pfalz.

Die Selbständigkeit von Senioren zu erhalten und zu fördern war sein Ziel

„Peter Wisgott hat immmer sehr viel Engagement, Energie und Zeit in die Arbeit gesteckt“, sagt Göttert. „Hobbies und private Interessen stellte er hintan.“ Seine Mitarbeiter schätzten ihn als verständnisvollen und integren Vorgesetzten. In den 15 Jahren, in denen er die Seniorenresidenz Wallberg geleitet hat, zeichnete er sich vor allem durch eines aus: Menschlichkeit. „Sein Credo war: Wir wollen pflegen, wie wir selbst gepflegt werden möchten“, sagt Göttert. Unter anderem war es Wisgott wichtig, die Eigen- und Selbstständigkeit der Senioren zu fördern und zu erhalten. Altenheime sollten keine Klinik-Atmosphäre haben, sondern Hotelcharakter. Beim Umzug ins Heim durften Senioren ihre Haustiere mitbringen – um nur einige wenige Dinge zu nennen, die dem Rottach-Egerner wichtig waren.

Auf innovativen Pfaden unterwegs

Immer wieder schlug er innovative Wege ein – unter anderem mit der Idee, Kindergärten, Schulen und Horte mit warmen Essen aus der Küche der Seniorenresidenz zu beliefern. Sein Anliegen war, Ausbildungsplätze für Jugendliche zu schaffen, das Heim zu vernetzen und die Region zu stärken, in der er zuhause war.

Wisgott hinterlässt seine Frau Monika Wisgott-Stahl und seinen Sohn Fabian.

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