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Festlich beleuchtet ist im Advent ganz Rottach-Egern. Die großen Weihnachtsbäume, wie hier vorm Rathaus, werden oft von Bürgern gestiftet. Die kleinen Bäumchen an den Straßenlaternen werden bei zwei Gärtnereien bestellt. Um die Finanzierung hatte sich bislang der örtliche Verkehrsverein gekümmert.

Rückzug aus Finanzierung

Lichterglanz in Rottach künftig ohne Verkehrsverein

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Als neuer Chef des Rottacher Verkehrsvereins bricht Josef Bogner gleich zum Start mit einer echten Tradition: Der Verein kümmert sich nicht länger um den weihnachtlichen Lichterglanz im Ort.

Rottach-EgernDie heilige Kuh wurde gleich in der ersten Ausschusssitzung geschlachtet: Der Verkehrsverein wird sich künftig nicht mehr für die Weihnachtsbeleuchtung im Ort engagieren. Das Gremium habe dies einstimmig beschlossen, erklärt Bogner in einer Pressemitteilung. Bürgermeister Christian Köck sei bereits in Kenntnis gesetzt. „Es ist doch Sache der Gemeinde, sich um die weihnachtliche Beleuchtung des Ortes zu kümmern“, findet Bogner.

Seine VorgängerinnenAnastasia Stadler und Alexandra Wurmser, beide noch amtierende CSU-Gemeinderätinnen, hatten dies anders gesehen. Alle Jahre wieder zur Adventszeit startete der Verein eine Aktion bei den Gewerbetreibenden im Ort, um Geld für die Beschaffung kleiner Weihnachtsbäumchen zu beschaffen. Stets erfolgreich: Der Verein konnte auf diese Weise mehr als 200 Bäumchen kaufen. Der gemeindliche Bauhof montierte diese dann in luftiger Höhe an den Straßenlaternen entlang der Ortsdurchfahrt. Ein Engagement, für das der jeweilige Bürgermeister stets herzlich dankte.

Josef Bogner

Der Aufwand für die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder des Verkehrsvereins war jedoch beträchtlich. „Das möchten wir Kassier und Schriftführer nicht weiter aufbürden“, meint Bogner. Zumal ihm die Aktion auch vom Ablauf her problematisch erscheint. „Es wurden Rechnungen an Gewerbetreibende erstellt“, berichtet Bogner. Bezahlen mussten die Betreffenden nur, wenn sie dies wollten. Es handelte sich um eine Spende.

Dieses Procedere wolle er nicht fortsetzen. Aber auch das Engagement für die Weihnachtsbeleuchtung insgesamt nicht. Schließlich könne es nicht Sache eines Vereins sein, einen Tourismus-Ort wie Rottach-Egern in stimmungsvolles Licht zu tauchen. Entstanden sei die Aktion vor rund 20 Jahren auch nur, um einen Anstoß zu geben. Damals habe Rottach-Egern noch keine ortsdurchgängige Beleuchtung in der Adventszeit vorweisen können. „Die Idee war schon, dass die Gemeinde das mal übernimmt“, meint Bogner. Der Zeitpunkt sei nun gekommen.

Bürgermeister Christian Köck widerspricht nicht. Er könne die Entscheidung des Verkehrsvereins nachvollziehen“, meint Köck. Bogner hatte ihm die Beweggründe in einem persönlichen Gespräch erläutert. Er habe das Engagement des Verkehrsvereins für die Beleuchtung immer sehr geschätzt, akzeptiere jetzt aber den Rückzug, so Köck: „Es gibt kein böses Blut deswegen.“

Sicher ist: In Rottach-Egern wird es auch in diesem Jahr eine durchgängige Weihnachtsbeleuchtung geben. „Das sind wir unseren Gästen schuldig“, erklärt Köck. Bei der nächsten Sitzung des Gemeinderates werde er das weitere Vorgehen zur Abstimmung stellen. Er gehe davon aus, dass die Gemeinde, die bislang ohnehin den ganzen baulichen Aufwand getragen hat, nun auch die Beschaffung der Bäumchen übernehme. „Es ist die Frage, ob wir dafür bei den Gewerbetreibenden zum Betteln gehen.“ Der finanzielle Aufwand müsse zu schultern sein. Bogner zufolge dürfte es sich um knapp 10 000 Euro handeln.

Der neue Vorstand des Verkehrsvereins hat unterdessen ein neues Projekt ins Visier genommen: die Verschönerung der Wallbergstraße, die dem Verein gehört. Bei ihrem Bau vor über 80 Jahren war sie eine Panoramastraße. Der Blick reichte auf der ganzen Strecke weit. „Weil ja für die Straße viel abgeholzt wurde“, erinnert Bogner. Inzwischen führt die Trasse durch den Wald, nur am Aussichtspunkt am Ende wird der Blick freigehalten. Wenn ein Baumwipfel zu hoch wächst, wird er gekappt.

Entlang der vier Kilometer langen Strecke abzuholzen, kommt nicht in Frage. Aber Bogner will für einen Blühstreifen am Waldrand sorgen, der das Auge erfreut. Bislang ist dies nur eine Idee: Der Verein will Experten ins Boot holen. Auf die Schnelle lasse sich die Idee auch nicht umsetzen, weiß Bogner: „Das wird dann abschnittsweise erfolgen.“

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