Vor dem Seeforum soll Platz für einen kombinierten Geh- und Radweg entstehen. Dafür müssen die Büsche entfernt und die Fahnenstangen versetzt werden. Die Laternen sollen durch LED-Strahler ersetzt werden.
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Vor dem Seeforum soll Platz für einen kombinierten Geh- und Radweg entstehen. Dafür müssen die Büsche entfernt und die Fahnenstangen versetzt werden. Die Laternen sollen durch LED-Strahler ersetzt werden.

Appell für mehr Rücksicht

Mehr Raum für Radler vor dem Seeforum: Büsche und Fahnenstangen sollen weichen

  • Christina Jachert-Maier
    VonChristina Jachert-Maier
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Um Radlern in Rottach-Egern die gefährliche EInmündung in die Seestraße beim Schuhhaus Angl zu ersparen, sollen sie künftig ganz offiziell am Seeforum vorbei in den Max-Josef-Weg fahren dürfen.

Rottach-Egern - Rottach-Egern will fahrradfreundlich werden. Aber, so findet Bürgermeister Christian Köck (CSU): Auch die Fahrradfahrer sollten freundlicher werden. Beide Aspekte waren jetzt im Gemeinderat Thema. Laut Tagesordnung ging es darum, Radlern am Seeforum vorbei einen sicheren Weg in Richtung Kuranlage zu bahnen. Doch Köck sah auch die Zeit für einen leidenschaftlichen Appell gekommen.

Ein gutes Miteinander ist bei dem Konzept gefragt, das Christian Stadler als Sprecher der Arbeitsgruppe Radverkehr dem Gemeinderat präsentierte. Es ist das Ergebnis zweier Sitzungen und eines Ortstermins mit Peter Schiffmann, Verkehrsexperte am Landratsamt. Ziel ist es, Radfahrern beim Rundweg um den Tegernsee einen neuralgischen Punkt zu ersparen: die stark frequentierte und enge Einmündung in die Seestraße beim Schuhhaus Angl.

Als Alternativ-Weg für Radfahrer soll eine mit Piktogrammen gekennzeichnete Verbindung zwischen dem Geh- und Radweg am Ortseingang und dem Max-Josef-Weg in Richtung Kuranlage entstehen. Dazu muss vor dem Seeforum mehr Raum geschaffen werden. Die Büsche vor dem Eingang sollen weichen, die Fahnenmasten ans Gebäude rücken. Die Straßenbeleuchtung könnte durch LED-Strahler ersetzt werden.

In der Praxis kurven bereits jetzt viele Radler durch diesen Bereich. „Der Radlfahrer hat sich den Weg schon gesucht, den wir ihm jetzt ganz legal zur Verfügung stellen“, erklärte Stadler. Es bleibe bei dem Grundsatz, dass Fußgänger Vorrang haben und Radfahrer zur Rücksichtnahme verpflichtet sind.

Grundsatzbeschluss gefasst

Im Gemeinderat fand der Vorschlag einmütige Zustimmung. Dabei handelt es sich nur um einen Grundsatzbeschluss. „Über Feinheiten reden wir jetzt noch nicht“, erklärte Bürgermeister Köck. Mit dem grundsätzlichen Okay im Rücken wird die Arbeitsgruppe mit dem Amtstechniker der Gemeinde die Planung konkretisieren. Im Blick hat die Gruppe nicht nur den Bereich Seeforum, sondern auch die Kreuzung an der Südlichen Hauptstraße vom Rottacher Zentrum nach Weissach.

Bei all den Überlegungen zu komfortablen Radverbindungen sieht Köck aber auch die Nöte der Fußgänger . „Bei mir haben sich in letzter Zeit die Beschwerden gehäuft“, berichtete er. Ungeniert nutzten erwachsene Radfahrer Gehwege und brächten besonders ältere Passanten in Gefahr: „Da werden die Leute über den Haufen gefahren, wenn sie aus einem Laden kommen.“ Das Verhalten der Radl-Rambos zeuge von Egoismus und Ignoranz: „Das ist kein Rottacher, sondern ein gesellschaftliches Problem.“

Appelle helfen nach Ansicht von Thomas Tomaschek (Grüne) wenig. Das Problem sei ein anderes: „Radfahrer haben keinen Platz.“ Straßenraum stehe im Wesentlichen nur für Autofahrer und Fußgänger zur Verfügung. Dabei seien innerorts Autos und Radfahrer fast mit gleicher Geschwindigkeit unterwegs, erklärte Tomaschek. „Die Autofahrer quälen sich durch den Stau und die Radler haben E-Bikes.“ Den schnellen Radverkehr mit den langsamen Fußgängern zusammenzuspannen, sei problematisch. Es gelte, Radlern den nötigen Raum zu verschaffen: „Ich bin froh über jeden, der sein Auto stehen lässt.“

Konzept für Birkenmoos gefragt

Ein Radweg-Konzept wünscht sich die Gemeinde auch für die Sportanlage Birkenmoos, wo demnächst die Tennis-Traglufthalle errichtet wird. Vor allem die Jugend soll sicher zu den verschiedenen Sportstätten kommen. Angesichts der Größe der Anlage – 111 000 Quadratmeter – und der Vielzahl von inzwischen 25 Nutzergruppen scheint dem Arbeitskreis Radverkehr dieser Auftrag zu komplex. „Da spielen wir den Ball zurück“, erklärte Stadler. Die Gemeinde solle für das „stark überfrachtete“ Gelände erst ein Nutzungskonzept erstellen, dann könne ein Verkehrskonzept folgen.

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