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Die noch verbliebenen Sterneköche im Tal: Christian Jürgens und Michael Fell.

Nur noch zwei Restaurants mit Michelin-Sternen

Je mehr, desto besser: Sterneköche hoffen auf größere Konkurrenz im Tal

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Konkurrenz belebt das Geschäft: Die Gastronomen im Tal hoffen künftig auf wieder auf weitere, hochklassige Mitstreiter. Die Dichterstub‘n visiert derweil selbst noch Größeres vor.

Rottach-Egern – Die Nachricht erreichte Klaus-Dieter Graf von Moltke in Madrid. Genauer gesagt im Hotel Orfila, wo er auf einer Konferenz der Hotelkette „Relais & Chateaux“ war, zu der sein Hotel Egerner Höfe gehört. Und so köpfte Moltke eben im Herzen von Spaniens Hauptstadt eine Flasche Champagner, als er erfuhr, dass die Küche in seinem Hotel daheim in Rottach-Egern weiterhin zu den feinsten in Europa zählt.

Michael Fell, der Küchenchef der Dichterstub’n Egerner Höfe, wurde vom „Guide Michelin“ erneut mit einem Stern prämiert. „Diese Auszeichnung unterstreicht, dass nicht nur unser Hotel beeindruckt, sondern auch die Qualität in unserer Küche“, sagt Moltke am Tag nach der Bekanntgabe.

Die Dichterstub’n von Michael Fell ist eines von zwei Sterne-Restaurants im Ort. Seinen Platz im Koch-Olymp verteidigte auch Christian Jürgens, der seine Gäste im Restaurant Überfahrt auf allerhöchstem Niveau bekocht. Er erhielt erneut drei Michelin-Sterne. Mehr geht nicht.

„Man weiß, was man das ganze Jahr für Arbeit geleistet hat. Das ist eine Riesenauszeichnung“, sagt Jürgens, der derzeit eine Koch-Pause einlegt und im Urlaub ist. Die Anerkennung für die mitunter kräftezehrende Arbeit gibt der Koch allerdings weiter an seine Mitarbeiter in Küche und Service, seine „Überfahrer“: „Kochen ist nicht das Werk eines Einzelnen, das ist ein Mannschaftssport.“

Jürgens und Fell sind die letzten Sterneköche im Tal. Zwei Gourmet-Kollegen haben dem Tegernsee jüngst den Rücken gekehrt: Erich Schwingshackl und Dieter Maiwert. Eine Entwicklung, die Jürgens bedauert: „Ich finde es schade, dass sie ihre Restaurants schließen mussten. Sie haben dem Tal gut zu Gesicht gestanden.“

Doch woran liegt’s? Verliert das Tal den Geschmack an Sterne-Gastronomie? Ganz im Gegenteil, meint Klaus-Dieter von Moltke: „Die Nachfrage ist da. Kulinarik wird bei den Gästen immer öfter großgeschrieben.“ Doch auch er merkt, dass es schwieriger geworden ist, sich in der gastronomischen Elite zu behaupten. Der Aufwand sei riesig. „Im Tal ist es besonders schwierig, Fachpersonal zu kriegen“, sagt Moltke. Ein Sterne-Lokal verlangt eben Personal, das den Ansprüchen gerecht wird. Vom Sommelier bis zum Kellner.

Gegen mehr Konkurrenz hätte Moltke nichts. Die belebt ja bekanntlich das Geschäft: „Mir wär’s recht, wenn es zwei, drei Lokale mit gleicher Qualität gäbe.“ Wobei er betont, dass es im Tal „großartige Gastronomie“ gibt, außerhalb des Sternenklasse.

Weitere, hochklassige Mitstreiter würde auch Alois Neuschmid willkommen heißen. Ambitionen auf einen eigenen Stern hegt er mit seinem Bistro Haubentaucher aber keine. „Wir haben eine andere Prämisse, als um Sterne zu kochen“, sagt Neuschmid. Er weiß, welcher Druck damit einhergeht. Vor fünf Jahren bekam er für sein Restaurant Lois einen Stern verliehen. Auf den Stress könne er getrost verzichten. Ihm gefällt die „legere, lockere und flotte“ Art im Haubentaucher.

Hotelchef Moltke und Küchenchef Fell hingegen greifen mit der Dichterstub’n nach einem weiteren Stern. „Wir starten eine Offensive“, kündigt Moltke an. Damit nächstes Jahr wieder die Champagner-Korken knallen, verstärkt das Restaurant-Team bald „jemand, der schon zwei Sterne hat“. Wer das ist, will Moltke noch nicht verraten. 

 fp

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