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Liebt schnelle Autos und war auch schnell weg, als sein Anlagebetrug in Multi-Millionen-Höhe aufflog: Rottacher Daniel Uckermann vor seinem Rennwagen.

Rechtsanwalt von Geschädigten hat Verdacht

Millionen-Betrüger: Ist der schnelle Daniel in Rumänien?

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Rottach-Egern - Der Rottacher Daniel Uckermann verführte tausende Anleger mit wahnwitzigen Gewinnversprechen - und tauchte unter. Doch jetzt gibt es eine neue Spur.

Seine Leidenschaft waren schnelle Autos. Bei der GT4-Serie im August 2015 konnte er den ersten Platz schon vor dem letzten Rennen für sich entscheiden. Das war auch gut so. Denn beim letzten Rennen trat er gar nicht mehr an. Seit Herbst 2015 ist Daniel Uckermann untergetaucht. Auf der Flucht vor dem Menschen, die ihm ihr Geld anvertraut haben.

Mit dem berühmten Schneeballsystem hat Uckermann viele gutgläubige Anleger dazu verführt, ihm sein Geld anzuvertrauen. Einer soll ihm 200.000 Euro gegeben haben. Beim Rest waren es wohl kleinere Beträge. Insgesamt aber geht es um bis zu 100 Millionen Euro. Das sind nur Schätzungen. Was die genau Summe angeht, ermittelt die Polizei immer noch. 

Gelockt hat er seine Opfer mit dem ureigensten Trieb der Menschen: Gier. 3 Prozent Rendite im Monat, 42 Prozent im Jahr lautete das wahnwitzige Versprechen. Viele glaubten daran, gaben ihm tausende Euro zu seiner freien Verfügung. Und Uckermann lebte gut damit - bis alles aufflog.

Dann tauchte er unter, war wie von Erdboden verschluckt. Nach Südafrika sagen die einen, in den Kongo munkeln andere. "Mein Handy werfe ich ins Meer", soll er noch zu einem seiner Mitarbeiter gesagt haben.

Aber vielleicht ist er auch viel Näher. Wie Klaus Wiendl in der Tegernseer Stimme berichtet, hat der Rechtsanwalt von Uckermanns Gläubigern eine Theorie: Laut dem Münchner Anwalt Rudolf L. Müller ist Uckermann zum Clan seiner Frau nach Rumänien geflüchtet. Der Familienclan decke ihn dort seitdem. 

Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt zwar seit 2014, Auskünfte will man aber nicht geben. Nur: Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen. Ob die Behörden die Rumänien-Spur überhaupt verfolgen, ist ebenfalls unklar.

kmm

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