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Im Oktober 2014 wurde in eine Escada-Boutique in Rottach-Egern eingebrochen. Die gestohlenen Waren sind jetzt bei einem Hehlerring aufgetaucht.

Kripo hat Ring jetzt gesprengt

Hehler handelten mit in Rottach geklauter Edel-Kleidung

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Rottach-Egern - Der Kripo Miesbach ist ein Schlag gegen einen Hehlerring gelungen: Die mutmaßlichen Täter haben mit Kleidung gehandelt, die 2014 in einer Edelboutique in Rottach-Egern geklaut wurde.

Es muss ein großer Schock für die Mitarbeiterin der Escada-Edelboutique in Rottach-Egern gewesen sein: Am Morgen des 8. Oktober 2014 findet die Frau die Eingangstür des Laden in der Seestraße aufgehelbelt vor. Drinnen: ein Chaos. Einbrecher waren in der Nacht zuvor mit brachialer Gewalt in das Bekleidungsgeschäft eingedrungen und hatten insgesamt etwa 450 Kleider, Lederwaren, Sonnenbrillen und Schuhe mitgenommen. Den Gesamtwert schätzt die Polizei auf 150.000 Euro

Jetzt ist der Ermittlungsgruppe "Laufsteg" der Miesbacher Kriminalpolizei ein Erfolg in dem Fall gelungen. Die Ermittler konnten laut Pressemitteilung einen Hehlerring aus neun Männer aus dem ehemaligen Jugoslawien und aus Deutschland sprengen, der unter anderem mit dem Diebesgut aus der Rottacher Boutique gehandelt hatten. Gegen zwei Tatverdächtige im Alter von 40 und 44 Jahren erging Haftbefehl. Ob die Männer auch für die Einbrüche verantwortlich sind, ist derzeit laut Polizeisprecher Jürgen Thalmeier unklar.

Die Kripo war im Mai dieses Jahres Hinweisen auf einen Münchner (40) nachgegangen, der die gestohlenen Waren auf dem Schwarzmarkt anbieten soll. Die Beamten gründeten die Ermittlungsgruppe "Laufsteg", nach umfangreichen Vorarbeiten schlugen die Ermittler am 17. Juni zu und durchsuchten verschiedenen Räumlichkeiten bei mehreren Tatverdächtigen in München. Dabei stellten sie zahlreiches Diebesgut sicher, darunter 250 Kleidungsstücke aus dem Einbruch in das Modegeschäft in Rottach-Egern und ca. 1000 Stück neu- und hochwertige Sonnenbrillen und Brillengestelle. Die belastenden Indizien reichten aus, um gegen den aus dem ehemaligen Jugoslawien stammenden Münchner (40) und einen Deutschen (44) Haftbefehl zu erlassen. Den Tätern wird der Handel mit gestohlenen Waren vorgeworfen, sie bestritten damit ihren Lebensunterhalt. Der Täterkreis besteht noch aus sieben weiteren Männern zwischen 26 und 63 Jahren, sechs davon aus den Balkanstaaten, die überwiegende in München wohnhaft sind.

Die Arbeit der Ermittler war damit noch nicht beendet. Trotzdem sich die Männer weniger kooperativ zeigten, gelang es den Beamten, den Großteil der sichergestellten Brillen im Wert von knapp 150.000 Euro einem Einbruch in ein Optikergeschäft in Ismaning vom Juli 2014 und einem Einbruch im September 2014 in ein Optikergeschäft in Friedrichshafen zuzuordnen. Die langwierigen Ermittlungen der Kriminalpolizei Miesbach wegen Verdachts der gewerbsmäßigen Bandenhehlerei sind laut Pressemitteilung vorerst abgeschlossen, das Verfahren konnte an die zuständige Staatsanwaltschaft abgegeben werden.

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