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Die Rottach nach der Flut. Hier der Blick auf die Felitzerbrücke, die im Zuge der Baumaßnahmen noch erneuert wird. 

Nach der Rettungsaktion in der Nacht zum Montag

Dammbruch an der Rottach verhindert - das sagt das Wasserwirtschaftsamt 

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Die Bewohner zu beiden Seiten der Rottach sind in der Nacht auf Montag nur knapp einer Überflutung entgangen. Das sagt das Wasserwirtschaftsamt.

Rottach-Egern/Tegernsee – Sonntagnacht um 23.30 Uhr alarmierten besorgte Anwohner des Salitererwegs im Gemeindegebiet Rottach-Egern die örtliche Feuerwehr. 

Lesen Sie hier:So informierte das Landratsamt nach dem Vorfall

Durch den starken Regen, der seit dem Nachmittag herunter prasselte, war der Pegel der Rottach deutlich gestiegen. Ausgerechnet dort, wo derzeit der Deich abgraben wird, um die Fundamente für eine neue Ufermauer zu setzen, drückte das Wasser mit solcher Wucht gegen die Baustelle, dass es zu Unterschwemmungen und Ausspülungen kam. 

Lesen Sie hier: So kämpft der Verein „Rettet den Tegernsee“

Die Rottacher Feuerwehr mit Kommandant Tobias Mauerer leuchtete zunächst das Gebiet nur aus, befürchtete dann aber, dass der Damm an dieser Stelle brechen könnte. „Wegen des überörtlichen Koordinierungsbedarfs wurde vorsorglich Artikel 15 Bayerisches Katastrophenschutzgesetz festgestellt“, berichtet Sophie-Marie Stadler, Sprecherin des Landratsamts Miesbach. „Dieses Vorgehen war nötig, um Zuständigkeiten für sogenannte Gefährdungslagen unterhalb der Katastrophenschwelle regeln zu können.“ 

Kreisbrandrat Anton Riblinger konnte somit die Einsatzleitung übernehmen. Sofort trat ein Krisenstab im Feuerwehrhaus Tegernsee zusammen, die beiden Bürgermeister Johannes Hagn (Tegernsee) und Christian Köck (Rottach-Egern) sicherten ihre Unterstützung zu. Rund 150 Einsatzkräfte der Feuerwehren Rottach-Egern, Tegernsee und Bad Wiessee, des Technischen Hilfswerks (THW) Kreisverband Miesbach, des Rottacher Bauhofs sowie zwei örtliche Baufirmen sicherten den Damm mit Steinen und Geröll. „Würde der Damm brechen, wäre der Schaden in dem dicht bebauten Gebiet mitten im Ort immens“, betont Stadler. „Hunderte Menschen müssten evakuiert werden, die Infrastruktur inklusive der stark befahrenen Bundesstraße würde zu Erliegen kommen.“ Zum Glück konnten die Einsatzkräfte Schlimmeres verhindern. Der Deich hielt. Gegen 6 Uhr war der Einsatz beendet.

Rottach-Ausbau: „Spundwand wäre keine Option gewesen“

Mitarbeiter des WWA und der ausführenden Baufirma waren ebenfalls vor Ort. Seit 2014 wird an der Rottach gearbeitet, um für besseren Hochwasserschutz zu sorgen. In diesem Jahr soll die Baustelle abgeschlossen sein. Aktuell werden die Dämme erhöht und Ufermauern gebaut. „Ausgerechnet an einer Stelle mit dem schlechtesten Zustand drohte der Deich auf einer Länge von 30 bis 50 Metern zu versagen“, berichtet Andreas Holderer vom WWA. Der Einbau einer Spundwand sei hier aber keine Option gewesen.

Rottach-Ausbau: Anwohner sieht Behelfsbrücke als Auslöser

Ein Anwohner auf Tegernseer Seite, der namentlich nicht genannt werden will, sieht eine Behelfsbrücke als Auslöser des Vorfalls: Die Flut habe die Brücke, bestehend aus Rohren und einem Überbau, weggespült, woraufhin sich Kies und Geröll in der Rottach aufstauten. Andreas Holderer vom Wasserwirtschaftsamt bestätigt, dass die Brücke und teilweise auch Rohre weggespült wurden. „Teilweise wurden dir Rohre auch herausgeholt.“ Grundsätzlich wäre man gerne ohne Behelfsüberfahrt beim Rottachausbau ausgekommen. Holderer: „Sie war aber nötig, weil die Baustelleneinrichtung an dieser Stelle problematisch war.“

Weitere Berichte aus der Region lesen Sie hier.

gr

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