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Berufung zurückgenommen ‒ Amtsgerichtsurteil gilt

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Von: Stephen Hank, Angela Walser

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Strafgesetzbuch, Gericht
Sechs Verhandlungstage sind am Landgericht München II angesetzt. © Oliver Berg

Sie schlug einen Türsteher und griff Polizisten an: Wegen dieses Ausrasters im Weinhaus Moschner wurde eine 36-jährige Münchnerin verurteilt. Jetzt wurde die Berufung zurückgezogen.

Update vom 11. Januar: Eigentlich hätte an diesem Mittwoch am Landgericht München die Berufungsverhandlung im Fall einer 36-jährigen Münchnerin beginnen sollen, die im Frühjahr 2021 vom Amtsgericht Miesbach wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt worden war. Doch der Prozess ist abgeblasen: Die Staatsanwaltschaft und Verteidiger Kevin Rebentrost haben die Berufung zurückgenommen, wie das Landgericht auf Anfrage bestätigte. Damit ist das Urteil des Amtsgerichts rechtskräftig. Die Frau war im Mai zu einer Geldstrafe in Höhe von insgesamt 16 200 Euro verurteilt worden.

Ursprünglicher Bericht vom 7. Januar: Sechs Verhandlungstage dauerte im Frühjahr 2021 der Prozess am Amtsgericht Miesbach gegen eine 36-jährige Münchnerin wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte kurz vor Weihnachten 2019 im Weinhaus Moschner in Rottach-Egern. Jetzt folgt die Berufung am Landgericht München II. Ab Mittwoch, 12. Januar, wird der Prozess erneut aufgerollt.

Verteidigung und Staatsanwaltschaft haben Einspruch gegen Urteil eingelegt

Verteidigung und Staatsanwaltschaft haben Einspruch gegen das Urteil eingelegt. Spätestens zum zweiten Verhandlungstag ist das Erscheinen der Angeklagten angeordnet. Im ersten Prozess hatte sich die Frau nicht blicken lassen. Sollte sie dennoch nicht kommen, dürfte die Berufung zu ihren Ungunsten widerrufen und das Urteil aus erster Instanz rechtskräftig werden. Für den anlaufenden Berufungsprozess sind zunächst vier Verhandlungstage angesetzt.

Im Weinhaus Moschner in Rottach-Egern hatten sich in der Nacht auf Heilig Abend 2019 unschöne Szenen abgespielt. Eine 36-jährige, alkoholisierte Frau hatte das Lokal nicht verlassen wollen und wild schreiend sowie um sich schlagend einen Polizeieinsatz herausgefordert. Ursache war der Verlust einer Jacke, einem Erbstück ihrer verstorbenen Mutter, einer Mode-Designerin.

Die Jacke fand sich später zwischen einer Lautsprecher-Box und der Decke eingeklemmt wieder, doch die 36-Jährige kam nicht mehr zur Ruhe. Sie soll auf die Bar gesprungen und den Türsteher geschlagen haben, der zur Deeskalation herbeigerufen worden war. Als der sich schließlich nicht anders zu helfen wusste, rief er die Polizei. Nur mit Verstärkung gelang es den Beamten, die Frau zu bändigen und auf die Dienststelle zu bringen.

36-Jährige randalierte auf der Polizeiwache

Zuvor hatte sie sich angeblich unaufgefordert in den Polizeiwagen gesetzt und aggressiv verlangt, heimgefahren zu werden. Als sie schließlich zweimal die Fahrertür des Autos aufriss und den Beamten ins Lenkrad griff, war für die Polizisten das Maß voll. In der Arrestzelle ging offensichtlich das aggressive Verhalten der Festgenommenen trotz angelegter Handschellen weiter. Angeblich versuchte sie, nach den Polizisten zu treten. Erst am Morgen wirkte die Frau wie ausgewechselt. Die 36-Jährige sprach normal und vernünftig mit den Beamten. Verwandte holten sie schließlich von der Dienststelle ab.

Ihr Verteidiger hielt den Arrest für rechtswidrig. Das Amtsgericht verhängte eine Geldstrafe über 16 200 Euro (180 Tagessätze). Als Wiedergutmachung zahlte die Frau bereits 300 Euro an die Bayerische Polizeistiftung und 400 Euro Schmerzensgeld an den Türsteher. Der Mann akzeptierte ihre Entschuldigung.

Angela Walser

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