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Vor Gericht war die Rangelei in einer Rottacher Bar Thema.

Amtsgericht stellt Verfahren ein

Nach Rangelei in Sisha-Bar: Kontrahenten vor Gericht

Nach einer Rangelei in einer Rottacher Bar im April dieses Jahres sahen sich die Kontrahenten vor Gericht wieder. Die Schilderungen, was dort passiert ist, wichen sehr voneinander ab.

Rottach-Egern Der Vorwurf: Der Besitzer (54) einer Rottacher Sisha-Bar und ein Mitarbeiter (36) packten einen 19-Jährigen aus Bad Wiessee am Hals, als er sich von der Barkeeperin verabschieden wollte. Wegen des Vorfalls im April dieses Jahres mussten sich die beiden vor dem Miesbacher Amtsgericht verantworten. Klären ließ sich die Sachlage dort nicht. Amtsrichter Walter Leitner stellte das Verfahren ein.

Der türkische Barbesitzer und sein ebenfalls aus der Türkei stammender Mitarbeiter aus Bad Tölz waren sich keiner Schuld bewusst. „Ich sah den jungen Mann hinter der Theke stehen“, erklärte der Barbesitzer. „Da darf nur Personal hin.“ Zur Rede gestellt, sei der Wiesseer aggressiv geworden. „Sehr betrunken war er auch“, ergänzte der 54-Jährige. Sein Mitarbeiter eilte zu Hilfe. Der 19-Jährige bekam Hausverbot. Am Hals gepackt habe er ihn nicht, versicherte der Barbesitzer. Nur die Hand gehoben – zum eigenen Schutz. Als sein Mitarbeiter zu Hilfe kam, fielen dieser und der Wiesseer zu Boden. „Dabei wird er sich seine Verletzungen zugezogen haben“, meinte der Barbetreiber. Es handelte sich um Prellungen an Ellbogen und Handgelenken sowie einen verstauchten Zeh.

Der Wiesseer schilderte den Vorfall anders. Er habe sich nur von der Barkeeperin, einer Freundin, verabschieden wollen. Plötzlich habe ihn der Barbesitzer am Hals gepackt. „Er hat so fest zugedrückt, dass mir schwarz vor Augen wurde.“ Womöglich, räumte der 19-Jährige ein, sei er mit einem Fuß hinter der Theke gestanden.

Der Barbesitzer wiederum fürchtete, dass der junge Mann die Kasse im Visier hatte. „Das war aber keinesfalls meine Absicht“, versicherte der Wiesseer. Der Bar-Mitarbeiter habe ihn zu Boden gerissen. Dies sei Ursache der Verletzungen. Draußen angekommen alarmierte der Wiesseer die Polizei. „Die konnte mir jedoch nicht helfen“, meinte er.

Im Polizeibericht stand, dass der Wiesseer mit aggressiver Wortwahl angerufen habe und betrunken wirkte. „Ich war nur aufgebracht und nicht betrunken“, verteidigte sich der 19-Jährige und sagte zu Richter Leitner: „Nennen Sie mir einen Menschen auf der Welt, der noch komplett klar im Kopf ist, wenn er gerade einfach so aus dem Nichts angegriffen wurde.“

Leitner beantragte, das Verfahren einzustellen. „Ich denke, dass der Barbesitzer sein Hausrecht geltend gemacht hatte und um seine Kasse fürchtete“, erklärte der Richter. „Welche Gewalt letztlich angewendet wurde, ist schwer festzustellen.“ Auch die Staatsanwaltschaft pflichtete diesen Worten bei – zumal ein Verfahren gegen den 19-Jährigen wegen Hausfriedensbruchs bereits eingestellt wurde. 

Von Philipp Hamm

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