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Zahlreiche Einsätze, auch unter Beteiligung eines Hubschraubers (hier ein Archivbild von einer Rettungsaktion am Roß- und Buchstein), hatte die Bergwacht Rottach-Egern 2018 zu bewältigen.

Bereitschaft blickt auf mehr als 220 Einsätze zurück

Chefposten bei Rottacher Bergwacht noch immer vakant

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221 Einsätze hatte die Bergwacht Rottach-Egern 2018 zu bewältigen. Im Vergleich zu den Vorjahren ist das guter Durchschnitt. Unterdessen ist der Posten des Bereitschaftsleiters noch immer vakant.

Rottach-Egern – „Wir haben beschlossen, die Jahreshauptversammlung vom Wahltermin zu trennen“, erklärt Rupert Gleißl. Der 42-Jährige hatte den Chefposten bei der Rottacher Bergwacht kommissarisch übernommen, nachdem Bereitschaftsleiter Thomas Doreth zum 1. Januar 2019 aus zeitlichen Gründen zurückgetreten war. Das Engagement an der Spitze soll nur vorübergehend sein. Auch Gleißl ist beruflich stark eingespannt. Daher sollte bis zum Frühjahr eigentlich ein Nachfolger gefunden werden. Weil sich die Bereitschaft aber neu ausrichten will, damit die Belastung für Einzelne nicht wieder zu groß wird, verzögert sich die Nachbesetzung. „Die Rahmenbedingungen für den neuen Bereitschaftsleiter sollen passen“, sagt Gleißl. Zugleich betont er: „Der Rettungsdienst ist sichergestellt und funktioniert.“

Dass es dennoch nicht immer leicht ist, genügend Einsatzkräfte zur Verfügung zu haben, zeigt ein Blick auf die Einsatzstatistik des vergangenen Jahres. Insgesamt 221-mal mussten die Männer der Rottacher Bergwacht – zuständig fürs gesamte Tegernseer Tal – ausrücken. Sommer und Winter halten sich dabei die Waage. Bemerkenswert allerdings: Im Sommer findet mehr als die Hälfte der Einsätze nicht mehr am Wochenende, sondern wochentags statt. „Diesen Trend beobachten wir schon seit einigen Jahren“, sagt Gleißl. Die Leute haben auch unter der Woche mehr Zeit für Freizeitaktivitäten. Dann, wenn viele ehrenamtliche Bergwachtler an ihren Arbeitsstellen – großteils außerhalb des Tegernseer Tals – gebunden sind.

Rupert Gleißl leitet die Bereitschaft seit Anfang 2019 kommissarisch.

Und noch ein weiteres Problem macht der Rottacher Bergwacht zu schaffen. Wenn an schönen Ausflugstagen die Straßen rund um den See wieder einmal dicht sind, kommen die Einsatzkräfte oft nur schwer bis zu ihrer Wache durch. „Das kann die Ausrückzeiten schon mal verzögern“, macht Gleißl deutlich.

Auch der Rettungsdienst kämpft mit dem Verkehrs-Chaos am Tegernsee: Notarzt bittet Tal-Bewohner: Rufen Sie uns nur, wenn es wirklich notwendig ist

Die Einsätze der Rottacher Bereitschaft verteilen sich über die gesamte Region Tegernsee. Schwerpunkte sind der Wallberg und im Winter zusätzlich die Sutten. Gleißl hat es einmal nachgemessen: Das Zuständigkeitsgebiet seiner Bereitschaft misst mehr als 210 Quadratkilometer. Was die Art der Einsätze betrifft, so gab es laut Gleißl im zurückliegenden Jahr keine besonderen Ausreißer. Am häufigsten müssen die Ehrenamtlichen wegen Vorfällen beim klassischen Wandern oder Bergsteigen ausrücken, gefolgt vom Skifahren, Snowboarden und Rodeln. Hinzu kommen Unfälle beim Mountainbiken, Klettern, Gleitschirmfliegen, Canyoning oder Schneeschuhwandern. „An etwa 40 Einsätzen war ein Hubschrauber beteiligt“, teilt der Bereitschaftsleiter weiter mit.

Im Vergleich zu den Vorjahren bewege sich 2018 mit seiner Statistik „im Mittel“, erläutert Gleißl. Die Zahl der Einsätze habe sich in jüngster Vergangenheit zwischen 200 und 230 eingependelt.

Lesen Sie hier: Nach Rosstag-Ausfall: Bergwacht trommelt für Spenden

Einen bedauerlichen Ausreißer gab es aber dann doch in der Jahresbilanz: der ausgefallene Rosstag in Rottach-Egern. Die Eintrittsgelder kommen für gewöhnlich der Bereitschaft zugute, die Veranstaltung ist somit ihre Haupteinnahmequelle. Viele Spender und Förderer hätten diesen Ausfall aber mit ihrer Unterstützung ausgeglichen, zeigt sich der Bergwacht-Chef dankbar. „Das hat uns ziemlich gut getan.“

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