Eine Statue von Justitia
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Weil sie vor dem Weinhaus Moschner in Rottach-Egern für Ärger sorgte, steht eine Münchnerin derzeit vor Gericht (Symbolfoto).

Amtsgericht Miesbach

Nach Vorfall im Weinhaus: Frau wehrt sich schreiend gegen Festnahme - Prozess geht weiter

Für viel Ärger und einen Polizeieinsatz sorgte die übermäßige Feierlaune einer Münchnerin (36) im Weinhaus Moschner in Rottach-Egern. Derzeit muss sich die Frau vor dem Amtsgericht Miesbach verantworten.

Rottach-Egern - Laut Anklage soll sich die Münchnerin in den frühen Morgenstunden des 24. Dezember 2019 geweigert haben, das Weinhaus Moschner in Rottach-Egern zu verlassen. Zuerst soll sie das Personal wüst beschimpft, dann dem Türsteher einen Fausthieb aufs linke Auge verpasst haben. Daraufhin wurde die Polizei gerufen.

Beim Prozessauftakt Anfang März waren der attackierte Türsteher und die Bardame zum Geschehen vernommen worden. Auch am zweiten Verhandlungstag erschien die Angeklagte nicht persönlich. Sie ließ sich durch ihren Verteidiger Kevin Rebentrost vertreten. Im Zeugenstand saß diesmal ein Polizist, der gemeinsam mit einer Kollegin am Einsatz vor dem Lokal beteiligt war.

Frau wird immer aggressiver und greift Polizist ins Lenkrad

Zuerst hätten er und seine Kollegin versucht, die Situation stressfrei zu lösen, erklärte der Beamte. Man habe die stark alkoholisierte und aufgebrachte Frau freundlich gebeten, den Ort zu verlassen. Doch die habe sich uneinsichtig gezeigt. Schließlich habe man einen Platzverweis erteilt. Trotz mehrfacher Wiederholung habe die Frau dies ignoriert. Als er und seine Kollegin schließlich fahren wollten, sei die Münchnerin zum Einsatzwagen gekommen, sei noch aggressiver geworden und habe gefordert, sie nach Hause zu fahren. „Schließlich hat sie zweimal die Fahrertür aufgerissen und mir ins Lenkrad gegriffen, da war das Maß dann voll“, erinnerte sich der Beamte.

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Er und die Kollegin hätten die Frau daraufhin zu Boden gebracht und Handfesseln angelegt, wogegen die Angeklagte sich schreiend mit aller Kraft gewehrt habe. An ein Hinsetzen im Dienstwagen sei bei ihrem heftigen Widerstand nicht zu denken gewesen, deshalb habe man sie auf den Boden des VW-Busses gelegt. Dabei habe sie versucht, ihm einen Tritt zu versetzen, ihn aber verfehlt. Nach einer von lautstarkem Protest begleiteten Fahrt zur Inspektion Bad Wiessee hätten vier Polizisten die Frau in die Arrestzelle bringen müssen. Auch gegen die Durchsuchung habe sie sich heftig zur Wehr gesetzt und abermals versucht, einen Kollegen zu treten.

Am nächsten Morgen war die Angeklagte wie ausgewechselt

Am nächsten Morgen sei die 36-Jährige dann wie ausgewechselt gewesen. Etwas teilnahmslos habe sie normal und vernünftig mit den Polizisten gesprochen. Schließlich hätten ihre Eltern sie von der Wache abgeholt. Die Arretierung seiner Mandantin erachte er als rechtswidrig, erklärte der Verteidiger.

Vernehmung des Polizeibeamten dauert geschlagene fünf Stunden

Die Vernehmung des Zeugen dauerte geschlagene fünf Stunden. Immer wieder stellte der Anwalt Wiederholungsfragen, die sich auf immer mehr Details richteten. Er wolle den Zeugen bloßstellen und in Widersprüche verstricken, kritisierte Staatsanwältin Katharina May die offensichtliche Zermürbungstaktik. Der Verteidiger ließ sich jedoch nicht beirren. Die übrigen Zeugen mussten schließlich nochmals mit neuem Termin geladen werden. Das Verfahren wird Ende April fortgesetzt.

Stefan Gernböck

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