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Nach Wegfall von Badepark: Jetzt trainieren die Wasserretter im Rottacher Warmbad

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Von: Christina Jachert-Maier

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Gut belegt ist im Rottacher Warmbad nicht nur das Spaßbecken. Im großen Schwimmerbecken (hinten) stehen zwei Bahnen fürs Schulschwimmen zur Verfügung. Abends trainieren hier die Rettungsorganisationen.
Gut belegt ist im Rottacher Warmbad nicht nur das Spaßbecken. Im großen Schwimmerbecken (hinten) stehen zwei Bahnen fürs Schulschwimmen zur Verfügung. Abends trainieren hier die Rettungsorganisationen. © Thomas Plettenberg

Weil es am Tegernsee kein Hallenbad mehr gibt, stellt die Gemeinde Rottach-Egern jetzt ihr Warmbad fürs Schwimmtraining zur Verfügung. Das funktioniert. Zumindest im Sommer.

Rottach-Egern – Der Wiesseer Badepark fehlt. Doch zumindest in den Sommermonaten haben die Rettungsschwimmer rund um den Tegernsee und auch die Schulen im Rottacher Warmbad eine neue Ausbildungs- und Trainingsmöglichkeit gefunden. „Wir sind da in die Bresche gesprungen“, berichtete Bürgermeister Christian Köck im Gemeinderat. „Wir machen das auch gern und aus Überzeugung.“

Wasserwachten und DLRG trainieren fast täglich im Warmbad

Damit Wasserwachten und DLRG im Warmbad trainieren und ausbilden können, ist der Zeitplan eng gesteckt. „Das ist so eingetaktet, dass wir fast jeden Abend die Möglichkeit der Nutzung bieten“, erklärte Köck. Und dies bei freiem Eintritt. Die Gemeinde wolle die Rettungsorganisation unterstützen. Schließlich habe man in dieser Saison schon von vielen Badeunfällen gehört, die zum Glück nicht in der Region passiert seien, so Köck. Doch die Unglücksfälle zeigten deutlich, wie wichtig es sei, dass Kinder schwimmen lernen.

Ab 9 Uhr kommen die Schulklassen zum Schwimmen ins Warmbad

Auch das Schulschwimmen findet jetzt im Warmbad statt. Die angestammten Frühschwimmer – meist sportliche Rentner, die am jungen Morgen ihre Bahnen ziehen – könnten das Bad trotzdem unbehelligt nutzen, berichtet Köck. Aber ab neun Uhr kommen die ersten Schulklassen, für die zwei Bahnen reserviert sind.

Damit der schulische Schwimmunterricht nicht mit Beginn der Sommerferien endet, hatte Vize-Bürgermeister Josef Lang (CSU) eine Idee. Ob es – in Absprache mit den Schulen – denkbar wäre, das Warmbad nicht Mitte, sondern erst Ende September zu schließen?

Keine Chance für längere Öffnungszeit in den Herbst hinein

Ein Vorschlag, der für die Gemeindeverwaltung überraschend kam. „Wenn wir das Becken nur für die Schulen drei Wochen länger heizen, wird das ein sehr teures Schulschwimmen“, machte Geschäftsleiter Gerhard Hofmann deutlich. Für eine deutlich Verlängerung der Öffnungszeit sieht auch Bürgermeister Köck wenig Raum. Zwar habe die Gemeinde bei entsprechender Wetterlage die Schließung nach den Sommerferien auch in der Vergangenheit bisweilen leicht verschoben, erinnerte er. Aber mehr sei mit Blick auf die Mitarbeiter kaum möglich. Das Personal habe nach der Saison Anspruch auf Urlaub und diesen privat auch längst geplant. „Darauf müssen wir Rücksicht nehmen“, erklärte Köck. Ohne eine ordentliche Personalbesetzung könne der Betrieb aber nicht aufrecht erhalten werden. Die Anlage müsse gereinigt und instandgehalten werden. „Und wir brauchen immer eine Aufsicht.“

Saisonkarten fürs Warmbad wurden wegen Corona gestrichen - das schmerzt

Auch in diesem Sommer schränkt die Pandemie den Betrieb im Warmbad noch ein. Die Zahl der Besucher ist wegen der Corona-Auflagen beschränkt. Damit mehr Menschen ihren Badespaß haben können, gilt ein Ticket nur drei Stunden. Die Saisonkarten gibt’s seit Beginn der Pandemie nicht mehr, was Stammgäste wie Rita Meyer-Jindra (84) schmerzt. Sie kommt seit 30 Jahren fast täglich zum Schwimmen ins Bad. Dank der Saisonkarte für 190 Euro war dies kein teures Vergnügen. Jetzt gibt es für Vielschwimmer als vergünstigtes Angebot lediglich den Badepass. Er kostet 85 Euro und bietet einen Wert von 100 Euro. Das Guthaben habe ihr und anderen Stammgästen leider nur einen Monat gereicht, schildert Meyer-Jindra in einem Brief. Wolle sie weiterhin die ganze Saison über täglich kommen, würde das etwa 400 Euro kosten. „Das ist leider zu viel – es soll ja ein Volksbad bleiben und nicht zu einem elitären Schwimmbad mutieren“, findet die Rottacherin.

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Ob es die Saisonkarte nach der Pandemie wieder geben wird, ist allerdings offen. Man habe schon zuvor überlegt, ob ein so günstiger Tarif noch zu halten ist, erklärt Hofmann. Zu entscheiden habe dies der Gemeinderat. Dieser wird sich in den nächsten Jahren ohnehin mit der Zukunft des Warmbads befassen: Eine Sanierung steht an.

jm

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